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Hacker-Angriff

Hackerangriff auf Hunderte Politiker - auch Hamelner Abgeordnete betroffen

BERLIN/HAMELN. Bei einem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche, teils sensible Daten und Dokumente von Hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Internet veröffentlicht worden. Handynummern, Adressen, Ausweise, Briefe und Kreditkarteninfos: Auf Twitter sind solche persönlichen Daten gleich massenhaft online gestellt worden.

veröffentlicht am 04.01.2019 um 13:15 Uhr
aktualisiert am 04.01.2019 um 18:16 Uhr

Thomas Thimm

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Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Betroffen sind Politiker aller Ebenen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Politiker aus dem Bundestag, Europaparlament und den Landtagen bis hin zu den Kommunen. Auch die beiden Hamelner Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps (SPD) und Jutta Krellmann (Linke) sind unter den Leak-Opfern. Beide bestätigen gegenüber unserer Zeitung, dass sie selbst betroffen seien. Schraps: „Von mir wurden private Kontaktdaten veröffentlicht, aber keine hochsensiblen. Nichtsdestotrotz zeigt dieser Fall, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Datenschutz zu beschäftigen. Die Frage, wie Personen und Unternehmen mit Daten umgehen müssen, ist nach wie vor wichtig.“ Krellmann bestätigt, dass bei ihr die Adresse veröffentlicht worden sei – allerdings sei diese ohnehin öffentlich bekannt. Dass von dem Hackerangriff kein Politiker der AfD und auch niemand sonst aus der rechten Szene betroffen sei, wollte sie ebenso wenig kommentieren wie Schraps.

Betroffen sind auch die Schaumburger Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) und Katja Keul (Grüne) sowie die Landtagsabgeordnete Petra Joumaah aus Bad Münder: Von der CDU-Frau finden sich Hunderte Chatprotokolle im Netz.

Die geleakten Dokumente wurden seit Anfang Dezember auf Twitter in Form eines Adventskalenders über Tage hinweg verbreitet und blieben zunächst weitgehend unbemerkt. Unter den Daten finden sich Telefonnummern, berufliche E-Mails, Handynummern, Kopien von Personalausweisen und Mietverträgen, Privatadressen, Kreditkartendetails, Chatverläufe, Rechnungen, Briefe. Auch private Chats und Sprachnachrichten von Ehepartnern und Kindern wurden veröffentlicht.

Der Generalbundesanwalt, das Bundeskriminalamt, der Verfassungsschutz und zahlreiche andere Behörden sind mit dem Fall beschäftigt. Die Koordinierung liegt beim Nationalen Cyber-Abwehrzentrum. Die Bundesregierung wertet die massenhafte Veröffentlichung von Daten als „schwerwiegenden Angriff“. „Die Urheber wollen das Vertrauen in unsere Demokratie beschädigen“, sagt Justizministerin Katarina Barley.

Wer für das Datenleck verantwortlich ist und welche Motivation dahintersteckt, ist noch unklar. Der Inhaber des inzwischen gesperrten Twitter-Accounts beschreibt sich mit Begriffen wie Security Researching, Künstler, Satire und Ironie. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, geht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik davon aus, dass die Daten aus öffentlichen Bereichen des Internets sowie aus privaten „Clouddaten“ stammen.

Nach Ansicht des IT-Sicherheitsexperten Christoph Fischer stammen die Daten nicht aus einer einzigen Quelle. „Da hat jemand mit viel Fleißarbeit versucht, Mail-Accounts zu öffnen“, sagte Fischer. Es handele sich um Material aus verschiedenen Hacks. Der Angriff ist aus Sicht des Chaos Computer Clubs für jeden Computernutzer ein Weckruf. „Die Attacke zeigt, was passiert, wenn sich jemand dahinterklemmt und versucht, systematisch Unsicherheiten und Schlampigkeit auszunutzen, die wir alle im Alltag mit unseren Informationen betreiben“, sagt CCC-Sprecher Frank Rieger.



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