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Lärmbelastung gefährdet langfristig Gesundheit

Gutachter stärken Güterzug-Gegner

Weserbergland (cb). Die Kritiker, die sich gegen den geplanten Ausbau des Güterzugverkehrs im Weserbergland wenden, bekommen Rückendeckung durch ein Rechtsgutachten. Zumindest könnte ein verstärkter Betrieb auf der Löhner Bahn zu erheblichen Belästigungen führen. „Nach den heutigen Erkenntnissen der Umweltmedizin droht den Anliegern der Bahnstrecke langfristig auch eine Gefährdung ihrer Gesundheit“, schreiben die Fachanwälte.

veröffentlicht am 11.08.2015 um 12:17 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

wb bahn
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Weserbergland (cb). Die Kritiker, die sich gegen den geplanten Ausbau des Güterzugverkehrs im Weserbergland wenden, bekommen Rückendeckung durch ein Rechtsgutachten. Zumindest könnte ein verstärkter Betrieb auf der Löhner Bahn zu erheblichen Belästigungen führen. „Nach den heutigen Erkenntnissen der Umweltmedizin droht den Anliegern der Bahnstrecke langfristig auch eine Gefährdung ihrer Gesundheit“, schreiben die Fachanwälte. Sie hatten besonders den Bereich der Stadt Hameln in ihre Untersuchungen einbezogen. Betroffen davon seien auch Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime in öffentlicher Trägerschaft. Teilweise werde eine Schallbelastung erreicht, die den Grenzwert der Verkehrslärmschutzverordnung überschreitet, heißt es in der vorläufigen Fassung des Gutachtens.
 Auftraggeber ist der Landkreis. Ein Frankfurter Fachanwaltsbüro für Verwaltungsrecht sollte dazu den im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung erwogenen Ausbau der „Löhner Eisenbahn“ in den Blick nehmen. Am Beispiel der Stadt Hameln sollten die Immissionen, gesundheitlichen Auswirkungen und planungsrechtlichen Wirkungen untersucht werden. Außerdem ging es um die Frage, welche Rechte dem Landkreis und seinen Mitgliedskommunen gegenüber der Ausbauplanung zustehen.
 Nach einer im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellten Studie gilt es als realistisch, dass im Jahr 2030 eine möglicherweise dann ausgebaute Löhner Eisenbahnstrecke mit 145 Zügen pro 24 Stunden belastet ist. Für die Immissionsprognose wurde eine für 2050 prognostizierte Verkehrsbelastung von 210 Güterzügen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten berechnet. Dazu untersuchten die Gutachter die Schulen, Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen im Bereich der Stadt Hameln nahe der Trasse. „Zusammenfassend treten an der Mehrzahl trassennaher öffentlicher Einrichtungen schädliche Umwelteinwirkungen durch Bahnlärm auf“, heißt es zum Ergebnis.
 Der Deutschen Bahn als Eigentümerin der Trassengrundstücke und Unternehmen für die Eisenbahnverkehrsinfrastruktur stünden Möglichkeiten offen, die Prüfung von großräumigen Trassenalternativen sowie des umweltfachlich und städtebaulich gebotenen aktiven Schallschutzes einzuschränken beziehungsweise zu umgehen. „Als Folge werden zahlreiche bestehende Hausgrundstücke ebenso wie Flächen für zukünftige Wohnbauflächen und für besonders schutzwürdige öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime mit Immissionen oberhalb der Schwelle einer erheblichen Belästigung durch Lärm und Erschütterungen belastet werden“, schreiben die Gutachter. „Betroffen sind Bereiche in einem Abstand von bis zu 600 Meter beidseits der Trasse der bestehenden Bahnlinie.“
 Die Gutachter raten deshalb dem Landkreis Hameln-Pyrmont und dessen Mitgliedskommunen, gegenüber dem Bundesverkehrsministerium „die Wahrung des Verfassungsrechts auf kommunale Selbstverwaltung“ im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung einzufordern. Dabei geht es darum, dass sie die konkreten Immissionen darlegen sowie die Untersuchung von Alternativen und eine kritische Überprüfung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses einfordern. 



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