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Gutachter zur Strecke Löhne–Hameln

Güterbranche fordert Bahnausbau im Wesertal

WESERBERGLAND/BERLIN. Werden in absehbarer Zeit doch Ferngüterzüge durch das Wesertal rollen? Der Verzicht des Bundes auf die Nutzung der Trasse Löhne–Hameln ist aus Sicht der Güterzugbetreiber nicht haltbar. Schließlich strebe die schwarz-rote Koalition an, viel Fracht von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 18:22 Uhr

Zweigleisig und elektrifiziert – so wie hier zwischen Emmerthal und Bad Pyrmont hätten es die Güterzugbetreiber auch gerne auf der Strecke Löhne –Hameln–Elze. Foto: Wal/Archiv
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Transportunternehmen appellieren deshalb an die Bundesregierung, die Bahnstrecke längs der Weser wieder mit einem zweiten Gleis zu versehen und außerdem für den elektrischen Betrieb herzurichten.

Die Eisenbahner stechen damit in ein Wespennest. Die betroffenen Kommunen und Anwohner vor allem in Bad Oeynhausen, Rinteln, Hameln und Coppenbrügge haben jahrelang gegen die Wiedernutzung der Wesertalstrecke für den Güterfernverkehr gekämpft. Sie befürchten Belastungen besonders durch Lärm. Eine Oberleitung und Ausweichgleis hält der Bund bislang nur in der Verlängerung zwischen Hameln und Elze für dringend nötig. Ein Teil der Güterzüge im Ost-West- und West-Ost-Verkehr soll Hannover umgehen und über Altenbeken geleitet werden können. Die Frachtbranche wirbt für ein durchgehendes zweites Gleis auch im Abschnitt nach Elze, außerdem für einen zusätzlichen Schienenstrang zwischen Elze und Nordstemmen und eine technische Kapazitätserhöhung zwischen Hameln und Hannover-Linden. Diese Maßnahmen zählen zu den „effizienten Projekten zur Beseitigung von Flaschenhälsen im Schienennetz“, die ein Gutachten des Beratungsunternehmens KCW auflistet. Die Studie hatten das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen und der Verband der Güterwagenhalter in Deutschland in Auftrag gegeben.

René Naumann, Mitautor der Untersuchung, erklärt: „Wir haben mit der rein verkehrlichen Brille geschaut.“ Es gehe um die Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2035 mit einer entsprechenden Verlagerung von der Straße. Weil die Hauptstrecken überlastet seien, müsse nach freien Kapazitäten geschaut werden. Das „Klima-Plus-Programm für mehr Güter auf der Schiene“, das KCW erstellt hat, empfiehlt, in den kommenden 15 Jahren bundesweit insgesamt 4,2 Milliarden Euro mehr als vorgesehen ins Schienennetz zu investieren. Mit 118 Maßnahmen an 90 Strecken lasse sich bis zum Jahr 2035 die Kapazität so steigern, dass sich der Anteil der Schiene am gesamten Güterverkehr auf 35 Prozent verdoppeln könnte.

Im Zusammenhang mit dem Bahnausbau im Weserbergland befürchten die Gutachter eine „Wiederholung alter Fehler“. Im Bundesverkehrswegeplan 2003 sei der Ausbau Löhne–Elze enthalten gewesen; nach Protesten sei stattdessen die Neu-/Ausbaustrecke Seelze–Löhne für geschätzt 1,9 Milliarden Euro konzipiert worden. Jetzt plane der Bund dort eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, um den Personenverkehr zwischen Berlin und Rheinland zu beschleunigen. Die Experten des KCW befürchten, dass es wegen der Kosten von 3 Milliarden Euro für diese Neubaustrecke „keine konkreten Realisierungsansätze gibt“. Das Projekt blockiere aber auf unabsehbare Zeit „realistische Optionen wie eine Elektrifizierung und den zweigleisigen Wiederaufbau der Weserbahn.“



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