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Dreh unter Tage – THW-Helfer stehen für „Die Toten von Hameln“ vor der Kamera / Im Bergwerk spielen sie sich selbst

Gruselige Szenen und ein Geheimnis hinter Stein

Hameln/Holzen „Ruhe! Wir drehen!“ Die Stimme aus dem Off klingt energisch. Sofort ist es mucksmäuschenstill am Set. „Ton ab!“ Regisseur Christian von Castelberg hält einen kleinen Funkmonitor in seinen Händen und schaut sich darauf die Kameraeinstellung an. Wir sind im Ith – im Stollen Alfred-Robert der Deutschen Naturasphalt GmbH Eschershausen. Unter Tage werden an diesem Freitagvormittag Szenen für den Mystery-Thriller „Die Toten von Hameln“ gedreht. Die „Stars“ sind THW-Helfer aus Hameln. Sie spielen sich selbst, suchen im „ZDF-Fernsehfilm der Woche“ nach vier verschütteten Mädchen. Kamerafrau Eeva Fleig stammt wie Christian von Castelberg aus der Schweiz. Das kann man an ihrem Akzent hören. THW-Helfer, deren blaue Uniformen verschmutzt sind, schauen gebannt auf ein Ortungsgerät. „Ich höre Klopfgeräusche!“, ruft Patrick Pomiluek aufgeregt. „Bohrer!“, schreit Frank Braunert-Saak. Der 43-Jährige aus Hannover trägt zwar einen gelben Helm und eine blaue Uniform, er ist jedoch kein Katastrophenschützer, sondern ein Komparse. Braunert-Saak mimt im Spielfilm den THW-Einsatzleiter Ralf Priske.

veröffentlicht am 01.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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„Bohrer kommt“, meldet Andreas Weiher. Es wird hektisch im Stollen. Der THW-Zugführer läuft zur Felswand. Er hat eine eher tragende Rolle: In seinen Händen hält er einen mehr als zehn Kilogramm schweren Schlagbohrhammer. THW-Chef Tobias Tasler steht direkt hinter ihm. Mit einer Spitzhacke entfernt der Hamelner Ortsbeauftragte Geröll – im Film spielt er einen einfachen Helfer. „Aus! Sehr schön!“, ruft Regisseur von Castelberg und schaut hinüber zu Kamerafrau Eeva Fleig. Die lächelt, sagt dann mit ruhiger Stimme: „Ich würde die Szene gern noch einmal von hier vorn machen.“ Okay, der Regisseur hat nichts dagegen. „Klappe – und Ruhe! Wir drehen wieder!“ Bühnentechniker Ivan Lacazet (42) pustet ein bisschen Staub in die Luft. Im Film sieht es dann so aus, als wäre hier gerade gebohrt worden. Andreas Weiher stemmt den Schlagbohrhammer abermals gegen den Fels. Das Gerät bleibt allerdings ausgeschaltet. „Es wäre zu gefährlich, an dieser Stelle zu bohren“, erklärt Christian von Castelberg. „Die Leute vom Bergwerk meinen, es könnte sich Gestein aus der Decke lösen.“ Bildhauer Lacazet hat deshalb extra einen Felsen aus Styropor hergestellt. Wie aus Kalkstein sieht die Kulisse aus – wohl auch deshalb, weil der Franzose sie regelmäßig mit Wasser anfeuchtet und mit Steinstaub abreibt. Richtig gebohrt wird weiter unten. Dort liegen drei tonnenschwere Felsbrocken, dort kann Weiher gefahrlos loshämmern. THW-Mann Tobias Bleibaum freut sich. „Das ist total interessant hier unten“, meint er. Auch Andreas Weiher ist mit Freude bei der Sache. „So etwas erlebt man nur einmal im Leben“, sagt er. Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte des Hamelner THW spielt die Einheit in einem Film mit.

Die dritte Szene wird vorbereitet. Einsatzleiter Priske soll sich durch ein Loch zwängen. Doch er wird von einem Fuchs gebissen. Vor Schmerzen stöhnt er auf. „Das haben Sie sehr gut gemacht“, lobt Regisseur von Castelberg den Komparsen.

Als die Scheinwerfer gedreht werden, sind plötzlich mumifizierte Leichen zu sehen. Die Puppen sehen täuschend echt aus. Manch einem läuft ein kalter Schauer über den Rücken. „Das ist halt Mystery“, meint Tasler und lächelt. Regisseur von Castelberg ist zufrieden. „Wir kommen heute gut voran.“

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Die THW-Helfer stehen an vier Tagen vor der Kamera. „Das ist zwar anstrengend, aber auch aufregend“, meint Tasler. „Ein Spielfilm wird gedreht – und wir sind mittendrin und voll dabei.“

„Ruhe, wir drehen!“ Kamerafrau Eeva Fleig filmt die THW-Helfer, Regisseur Christian von Castelberg schaut auf den Monitor.Fotos: ube



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