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Bauleiter bestätigt Kontamination in Barsinghausen – Stadtverwaltung hüllt sich in Schweigen

Giftstoffe auf ehemaligem Freibadgelände

Barsinghausen (köp). Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades an der Wilhelm-Heß-Straße in Barsinghausen, auf dem derzeit ein neuer Penny-Markt gebaut wird, wurden offenbar Giftstoffe gefunden. Während Bauleiter Dietmar Bode von der Firma Thomas Hoppe Immobilien (THI) aus Hannover den Fund toxischer Schlacke im Pressegespräch bestätigte, will die Stadtverwaltung von einer gefährlichen Kontamination nichts wissen.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 21:21 Uhr

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„Asche, Schlacke, Ziegelbrand, Bauschutt, Metall und Glas, alles völlig ungefährlich“, erklärt Kirsten de Veer vom Fachdienst Planen und Bauen der Stadt Barsinghausen auf Nachfrage. Aus Gründen des Datenschutzes dürfe sie eigentlich ohnehin keine Angaben machen. In jedem Fall seien auf dem ehemaligen Freibad-Areal nur bereits seit Monaten bekannte Stoffe gefunden worden.

Erdreich muss auf Spezialdeponie

Völlig anders sieht hingegen die Darstellung von Bauleiter Bode aus: „Mein Unternehmen wusste das von Anfang an, wir bohren immer, bevor wir kaufen.“ Nach seinen Angaben habe man noch vor der Unterzeichnung eines Kaufvertrages auf der rechten Seite des Grundstücks Altlasten entdeckt, die nichts mit dem Abbruch des ehemaligen Schwimmbades zu tun hätten. Schon damals sei zwischen dem Bauherrn und der Stadt eine Absprache getroffen worden, nach der THI die Kosten der Sanierung des Gebietes übernimmt, allerdings nur bis zu einer festgelegten Höhe. Darüber hinaus sei die Stadt in der Pflicht. Eine solche Regelung im Kaufvertrag bestätigt auch de Veer, bestreitet allerdings, dass irgendwelche Kosten auf die Stadt zukommen könnten.

Die Bodenproben sind zwischenzeitlich durch das Institut Biolab Umweltanalysen in Braunschweig untersucht worden, und die Ergebnisse scheinen alles andere als beruhigend zu sein, denn das Erdreich werde zu einer Spezialdeponie verbracht, so Bode. Auch die ursprüngliche Vorgabe der Stadt, vier alte Bäume am Leben zu erhalten, die unmittelbar am betroffenen Gebiet stehen, ist nicht mehr zu realisieren. „Für einen Baum haben wir schon um eine Fällungsgenehmigung nachgesucht“, sagt Bode. Ursprünglich sei die Idee gewesen, den Baum auf einer Insel stehen zu lassen, doch habe sich herausgestellt, dass zu viel kontaminiertes Erdreich abgetragen werden müsse.

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Von einem Antrag für eine Baumfällung wollten zunächst weder der städtische Umweltfachmann Michael Barth noch Kirsten de Veer etwas wissen. Erst kurz vor Redaktionsschluss konnte von der Verwaltung der Eingang eines solchen Schreibens bestätigt werden.

Welche Art von Giftstoffen auf dem Freibad-Gelände gefunden wurden, konnte auch Bode nicht sagen. Das zuständige Labor lehnte jede Stellungnahme ab. Fest steht jedenfalls, dass die Kontamination schon vor dem Bau des Freibades im Jahr 1933 entstanden sein muss. Die unterschiedlichen Stoffe weisen darauf hin, wobei Bode vermutet, dass von der nachgewiesenen Schlacke die größte toxische Wirkung ausgeht.

Die Baufirma will in den kommenden Tagen mit dem Abtransport des giftigen Erdreichs beginnen. Eine Auswirkung auf das Bauvorhaben sieht Bode nicht. „Am 10. September ist Übergabe.“

Neben dem kontaminierten Areal entsteht zurzeit das Gebäude eines Lebensmitteldiscounters – in zwei Wochen soll Richtfest sein. Kleines Foto: Auch dieser Baum steht im kontaminierten Erdreich und soll nach Angaben des Bauunternehmens weichen.

Fotos: Köper



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