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Was die Abfallwirtschaft des Kreises Hameln-Pyrmont und Enertec dazu sagen

Gibt es den perfekten Restmüll?

Hameln-Pyrmont. Der perfekte Restmüll – gibt es ihn? Und wie sähe er aus. Für Sabine Thimm als Betriebsleiterin der Kreisabfallwirtschaft Hameln-Pyrmont ist die Antwort klar. Ideal wäre es, wenn sämtliche Wertstoffe herausgefiltert würden und sich im Restmüll auch keine Batterien fänden. Der Müllberg werde so deutlich kleiner, der Anteil der Wiederverwertung deutlich größer.

veröffentlicht am 17.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wie berichtet, appelliert die Kreisabfallwirtschaft an die Bürger, Garten- und Küchenabfälle sowie Speisereste nicht mehr in der Restmülltonne zu entsorgen, sondern stärker die Biotonne zu nutzen. Geplant ist, aus Bio-Abfall durch Vergärung Strom und Wärme zu erzeugen, im zweiten Schritt die Gärreste zu Kompost zu verarbeiten. Würde es gelingen, sämtlichen Bioabfall aus dem Restmüll herauszuhalten, wären das 35,1 Prozent am bisherigen Gesamtanteil.

Die Enertec Hameln GmbH, die in Afferde die Müllverbrennungsanlage betreibt, sieht den Vorstoß der Kreisabfallwirtschaft emotionslos. Weniger Bioabfall im Restmüll bedeute zunächst lediglich eine Reduzierung der Hausmüllmenge, erklärt Pressesprecher Werner Hamschmidt. Die fehlende Menge müsse man dann an anderer Stelle mit mehr Gewerbeabfall auffüllen. Schließlich gelte es, für eine stabile Auslastung der Anlage zu sorgen.

Den perfekten Restmüll für die Müllverbrennung gibt es laut Hamschmidt nicht. Die Anlage in Afferde sei für ein breites Spektrum ausgelegt, wichtig sei für den Betrieb vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewerbe- und Hausmüll. Ein hoher Anteil an Hausmüll sorge für einen verlässlichen, ruhigen Betrieb mit geringer Schadstoffbelastung, während Gewerbemüll mehr Energie bringe, aber auch mehr mit Schadstoffen belastet sei, die herausgefiltert werden müssten. Hier gelte es, ein vernünftiges Mischungsverhältnis zu finden. Probleme bei der Verbrennung zum Beispiel durch sogenannten nassen Müll, dazu zählen Speisereste und Küchenabfälle, gibt es nach Angaben von Hamschmidt nicht. Der vermischte Müll sei vom Energiegehalt vergleichbar mit Braunkohle, die ebenfalls sehr gut brenne. Zur Verbrennung müsse nichts extra hinzugefügt werden. In Afferde habe Enertec eine jährliche Verbrennungskapazität von rund 300 000 Tonnen für Haus- und Gewerbeabfälle. Haus- und Gewerbemüll hielten sich dabei bislang nahezu die Waage. Hinzu käme ein Verbrennungskessel für Biomasse, in diesem Fall für Altholz wie beispielsweise aus einem Hausabbruch. Die Kapazität für diesen Bereich betrage rund 100 000 Tonnen pro Jahr. Enertec erzeuge in Afferde per Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme, betont der Pressesprecher. Um insbesondere die Anforderungen im Fernwärmebereich zu erfüllen, sei eine hohe Auslastung der Anlage sehr wichtig. Jährlich erzeuge man im Durchschnitt rund 170 Millionen Kilowattstunden Strom. Das decke den Strombedarf von 48 000 Haushalten. An Fernwärme würden pro Jahr rund 220 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Damit könnten rund 22 000 Haushalte versorgt werden.



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