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Geliebt, gehasst, gejagt, geschützt – der Kormoran

Weserbergland (kar). Es herrscht Krieg zwischen Fischern und Naturschützern. Zumindest dann, wenn es um einen Vogel geht, der vor drei Jahrzehnten so gut wie ausgerottet war: der Kormoran. Der Meistertaucher mit dem schillernden Gefieder, dem prägnanten Schnabel und den grünen Augen polarisiert wie kein anderer fischfressender Vogel – die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Und seit ihn der Nabu zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat, vergeht kaum ein Tag, an dem sich aufgebrachte Fischer und Angler nicht mit engagierten Naturschützer beharken.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

Kormoran
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 „Das ist reine Schikane“, macht Wilhelm Wehrhahn vom Sportfischerverein Hameln und Umgebung e.V. seinem Ärger Luft und empört sich: „Das ist ein unseliger Vogel des Jahres, eine ganz schlechte Wahl und eine Provokation für alle Menschen, die Tiere lieben.“ Was den Sportfischer so aufbringt: „Der Kormoran nimmt alle Fische, die er kriegen kann. Auch Edelfische. Wir haben dadurch bei den heimischen Fischbeständen ganz erhebliche Einbußen.“ Das sehen Naturschützer anders: „Kormorane vernichten weder natürliche Fischbestände noch gefährden sie Fischarten“, sagt Hans Arend vom Nabu Hameln-Pyrmont. Stattdessen komme es darauf an, sich für die ökologische Verbesserung heimischer Gewässer einzusetzen, damit alle Fische und Wasservögel Raum zum Leben hätten, fordert Arend und erklärt zur Wahl des Kormorans: „Es muss sich nicht immer um eine bedrohte Vogelart handeln, sondern sie kann auch als Indikator für bestimmte Lebensräume stehen – in diesem Fall für saubere Gewässer.“ Im Hinblick auf den angeblich so großen Appetit der Fischfresser räumt Arend mit einem Vorurteil auf: „Der Kormoran frisst viel weniger als immer behauptet wird.“

 

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