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Bis Freitag soll alles eingesammelt werden

Gelbe Säcke: Technische Probleme „weitgehend behoben“

HAMELN-PYRMONT. Erst kamen die Abholfahrzeuge nicht, dann kam der Wind: In diversen Ortschaften des Landkreises Hameln-Pyrmont wehen dieser Tage Gelbe Säcke oder einzelne Joghurtbecher und anderer Plastikmüll über Straßen und durch Vorgärten.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 10.01.2019 um 21:40 Uhr

Unabgeholte Gelbe Säcke in Bad Münder: Etwa eine Woche lang wurde in manchen Ortschaften auf die Abfuhr gewartet. Foto: eaw
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Der Entsorgungskonzern Remondis hatte die Säcke in der vergangenen Woche – zum ersten Mal in Hameln-Pyrmont – einsammeln sollen, doch das misslang gründlich. Seit einer Woche lagen am Donnerstag die gelben Tüten mancherorts nun schon unabgeholt vor den Häusern.

Und Probleme hat der Abfallriese Remondis nicht nur hierzulande: „Remondis hat den Start gründlich verpatzt“, kommentierte jüngst die „Neue Osnabrücker Zeitung“ die Lage im Emsland. Auch dort ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Lünen seit Jahresbeginn zuständig. „Remondis räumt ein: Es läuft nicht“, schrieb schon vor drei Jahren die „Hannoversche Allgemeine“. Damals hakte es beim Einstieg in der Region Hannover.

Eine Serie von Stolperstarts also – und letztlich ein Zeichen mangelnder Vorbereitung, oder? Bei der Übernahme neuer Sammelgebiete gebe es „grundsätzlich einige Reibungsverluste“, antwortet Remondis-Sprecherin Anna Ephan. In Hameln-Pyrmont wie auch im Emsland seien nun jedoch gewöhnlichen Schwierigkeiten „sehr unglückliche Umstände hinzugekommen, die selbstverständlich im Vorfeld anders geplant waren“. So hatte Remondis Anfang der Woche auf technische Probleme verwiesen (wir berichteten). Die „automatische Tourenplanung“ funktioniere nicht. Und gerade auf dem Land sei es „für neue Fahrer in neuen Gebieten sehr schwierig“, ohne GPS-Unterstützung den optimalen Weg zu allen Haushalten zu finden. Inzwischen seien die technischen Probleme aber „weitestgehend“ behoben. „Wir hoffen, möglichst schnell in den Normalbetrieb zu kommen“, so die Sprecherin.

Wir hoffen, möglichst schnell in den Normalbetrieb zu kommen.

Anna Ephan, Remondis-Pressesprecherin

Zunächst Bad Münder, anschließend Hessisch Oldendorf und Salzhemmendorf sollten und sollen noch „bis Freitag“ abgearbeitet sein. „Zeitnah“, so Anna Ephan, dürfte sich nun endlich alles eingespielt haben.

Bis Ende des vergangenen Jahres hatte sich die Kreisabfallwirtschaft Hameln-Pyrmont (KAW) gemeinsam mit dem in Porta Westfalica ansässigen Unternehmen Tönsmeier als Subunternehmer um die Gelben Säcke gekümmert. Dann wurde der Auftrag vom Dualen System Deutschland neu ausgeschrieben. Auch die KAW machte ein Angebot, aber: „Wir waren wohl zu teuer“, vermutet KAW-Betriebsleiterin Sabine Thimm. Remondis, genauer, die Remondis Kiel GmbH, bekam den Zuschlag für drei Jahre. Mittlerweile ein Zuschlag aus dem eigenen Haus: Wie Ende September vergangenen Jahres bekannt wurde, hat Deutschlands größter Entsorgungskonzern Remondis das Duale System Deutschland (DSD) für einen unbekannten Preis gekauft. Dem Dualen System gehören übrigens auch die Markenrechte am Recycling-Zeichen „Grüner Punkt“.

DSD sammelt Abfall aber nun mal nicht selbst ein, sondern vergibt Aufträge an Abfuhrfirmen und Sortieranlagen. Wie nun im Hamelner Fall seit vergangenem Jahr auch mal im eigenen Haus. Ein Problem sieht Remondis darin nicht. Ein Sprecher verwies im September darauf, dass man bei der Abholung eigene Tochterfirmen nicht bevorzugen könne, sondern stets das beste Angebot annehmen müsse.

Mit einem mühsamen Einstieg ins Einsammeln des Verpackungsmülls hat übrigens aktuell nicht nur Remondis zu kämpfen: Über liegen gebliebene Gelbe Säcke klagen auch Bürger im Kreis Lippe. Dort hatte zum Jahreswechsel das Unternehmen Veolia diese Aufgabe übernommen.

Mein Standpunkt
Frank Henke
Von Frank Henke

Deutschlands größter Entsorgungskonzern übernimmt ein Geschäft, das er schon in etlichen anderen Kommunen betreibt – und legt einen peinlichen Fehlstart hin: Der Verpackungsmüll der Festtage weht tagelang unabgeholt im Januarwind. Den Auftrag an Remondis vergeben hatte zudem eine Remondis-Tochter: das Duale System Deutschland. Auf viel Verständnis, gar auf einen Anfängerbonus, darf das Unternehmen da nicht hoffen.

mit dpa



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