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Demonstration im Vorfeld des MOX-Brennelemente-Transports von Sellafield nach Grohnde

„Gegen die verantwortungslose Atompolitik“

Emmerthal (gro). Ein beeindruckendes Bild, das es so noch nicht im Weserbergland bei einer Aktion gegen die Atomkraft gegeben hat: Rund 40 Traktoren, darunter zehn aus dem Wendland führen den langen Demonstrationszug durch Emmerthal zum Atomkraftwerk Grohnde an. Die Fahnen der Anti-Atombewegung flattern im Wind, Biobauer Allhoff-Cramer: „Wir nutzen diese Giftmüll-Energie für lächerliche zwei Generationen und hinterlassen dieses verheerende lebensgefährliche Erbe“ und an die Betreiber der Atomkraftwerke gewandt: „Wir tragen nicht länger das atomare Risiko für eure Profite.“

veröffentlicht am 16.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

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Das Anti-Atom-Plenum Weserbergland hatte zur Großdemonstration und einer „Sitzprobe“ am AKW Grohnde aufgerufen. Insbesondere ging es dabei auch um den geplanten MOX-Brennelemente-Transport von Sellafield nach Grohnde, den die Demonstranten verhindern möchten. Während die Polizei von rund 500 Demonstranten spricht, die dem Aufruf zur Demonstration folgten, geben die Veranstalter vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland die Zahl mit 800 bis tausend Personen an.

Sozusagen mit einem „Feuerwerk“ wurde der Demonstrationszug durch Kirchohsen zum AKW eröffnet, denn Biobauer Ulf Allhoff-Cramer aus Detmold fuhr mit seiner hoch aufgestellten Frontschaufel am Traktor und dem daran angebrachten „Demo-Kasten“ aus Unachtsamkeit in die Oberleitung der Bahn (mehr dazu auf Seite 22).

Nur kurz stoppt der Demozug, um dann mitten in Kirchohsen nochmals einen Halt für die „Fußtruppe“ einzulegen. Alle setzten oder legten sich auf den Boden, um damit die aus ihrer Sicht tödliche Gefahr der Atomkraftnutzung darzustellen. Dann setzt sich der Tross und das Fahnenmeer wieder in Bewegung Richtung AKW und laut erklingen die Rufe für die Passanten am Straßenrand: „Bürger lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein.“

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Traktoren führen den Protestzug an.

Einig sind sich alle, die gekommen waren: Atomkraft – Nein danke. „Eigentlich sollten die Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Die erneute Verlängerung ist nur eine Sache zum Geld verdienen für die Atomlobby,“ stellt Gerhard Hermann aus Dörentrup fest. „Wir sind gegen die verantwortungslose Atompolitik. Zurzeit sieht da meine Zukunft nicht rosig aus,“ sagt die 15-jährige Maria Junker aus Detmold. Der 71 Jahre alte Friedhelm Hillien erklärt: „Ich halte es für ein unbeschreibbares Unrecht, dass wir Atomkraft nutzen und Tausende von Jahren andere die Kosten und Lasten tragen lassen.“ Zum ersten Mal mit bei einer Anti-Atom Demo sind Rolf und Maike Pannewitz aus Hameln. „Dieser klammheimliche Vorgang bezüglich der MOX-Brennelemente ist unzumutbar,“ stellt Maike Pannewitz fest und Rolf Pannewitz betont: „Wir sind für den Atomausstieg und das muss man dann auch deutlich zeigen.“ Martin Kraemer, geboren und aufgewachsen in Grünenplan, war extra mit Partnerin aus Kiew angereist. Sein Beweggrund: „In Tschernobyl sind Tausende durch einen Unfall gestorben. Das soll hier nicht passieren und deshalb sind wir gegen Atomkraft.“

Britta Kellermann vom Anti-Atom-Plenum wehrt sich heftig dagegen, dass MOX-Brennelemente ins Weserbergland gebracht werden, da diese gut für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Bundeskanzlerin Merkel habe sich gegen die Verbreitung von Nuklearmaterial beim Atom-Gipfel mit US-Präsident Obama ausgesprochen, im eigenen Land lasse sie das aber zu. „Das ist verlogen, genauso wie ihre ganze Energiepolitik.“ Tom Jürgens, grüner Ratsherr aus Emmerthal, ist auch dabei und trommelt während des Protestzuges auf einer „Atomentsorgungstonne“. Keiner traue sich hier laut Kritik gegenüber der Atomkraft zu äußern und „das ist wohl auch der Grund, warum die ersten MOX-Brennelemente ausgerechnet nach Grohnde kommen. Da können und wollen wir nicht tatenlos zusehen und darum werden wir uns querstellen, wenn diese hochgefährliche Fracht auf uns zurollt. Dafür wollen wir heute ein erstes Zeichen setzten.“

Eine Bildergalerie zur Demonstration finden Sie unter www.dewezet.de



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