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Mann aus Lemgo wollte die Sparkasse offenbar erneut überfallen / Kassierer schöpft Verdacht

Gefasst – Bankräuber von Osterwald gesteht

Osterwald. Der Mann, der im Vernehmungsraum des für Raub, Erpressung und Einbruch zuständigen 2. Fachkommissariats an der Hamelner Zentralstraße sitzt, wirkt müde und niedergeschlagen. Soeben hat der 51-Jährige aus Lemgo gestanden, am Montag, 21. April 2008, um 14.30 Uhr die Geschäftsstelle Osterwald der Sparkasse Weserbergland überfallen und den Panzerschrank geplündert zu haben. Die Filialleiterin (39) und einen Angestellten (52) hatte der mit einer Pistole bewaffnete Verbrecher seinerzeit im Tresorraum des Geldinstituts eingesperrt.

veröffentlicht am 22.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:21 Uhr

In Handschellen zum Haftrichter: Der Mann (re.), der gestanden h

Autor:

Ulrich Behmann
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Am Donnerstag um 15 Uhr ist der Mann mit den kurz geschorenen Haaren an den Tatort zurückgekehrt. Wie bereits vor zehn Monaten fragt er in der kleinen Filiale nach einem Wanderweg. Bei dem angesprochenen Kassierer handelt es sich ausgerechnet um das Überfallopfer von einst. Dem heute 53-Jährigen aus Weenzen kommt die Szene natürlich bekannt vor. Zudem spricht der als Tourist getarnte Mann – wie der Räuber – Deutsch mit einem englischen Akzent. Als der Verdächtige die Sparkassen-Filiale verlassen hat, informiert der Angestellte sofort die Polizei.

Die Ermittler des 2. Kommissariates vermuten, dass der Lemgoer einen zweiten Überfall begehen wollte. Vermutlich hat er gespürt, dass ihn der Kassierer wiedererkannt hat – deshalb dürfte er die Flucht ergriffen haben.

Im April war dem Räuber eine hohe fünfstellige Summe in die Hände gefallen. Vermutlich ist das Geld jetzt aufgebraucht.

21. April 2008: Die Sparkasse Osterwald ist überfallen worden. Eine Großfahndung läuft. Fotos: Dana/ube

Die Polizei kann den Gesuchten nur deshalb so schnell fassen, weil er in dem Gespräch mit dem Kassierer „etwas über seine eigene Person verraten“ hat. „Durch diese Detailinformation über seine Arbeitssituation ist es uns gelungen, die Personalien des Verdächtigen zu ermitteln“, sagt Kriminalhauptkommissar Frank Keller, der die Ermittlungen in diesem Fall leitet. Durch einen „Sachbeweis“, auf den die Polizei „aus Gründen der Ermittlungstaktik“ nicht näher eingehen will, erhärtet sich schließlich der Tatverdacht gegen den Lemgoer. Die Staatsanwaltschaft Hannover erwirkt kurze Zeit später einen Durchsuchungsbeschluss.

Mit tatkräftiger Unterstützung der nordrhein-westfälischen Polizei durchsuchen Ermittler am Freitagnachmittag die Wohnung des mutmaßlichen Verbrechers in Lemgo. Der Gesuchte ist nicht daheim. Er wird erst um 19 Uhr an seinem Arbeitsplatz gefasst und nach Hameln gebracht. Sechs Stunden später legt er ein Geständnis ab. Das Motiv: Der Mann hat hohe Schulden.

Hamelner Richter ordnet

Untersuchungshaft an

Am Sonnabend um 13 Uhr führen Polizisten den Bankräuber einem Haftrichter des Amtsgerichts Hameln vor. Der Jurist ordnet die Untersuchungshaft an.

Die Ermittler prüfen derzeit, ob der Räuber aus Lemgo für weitere Banküberfälle infrage kommt.



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