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Forstamt Oldendorf mahnt zur Rücksichtnahme

Gefährden Fotografen Seeadler-Brut?

HESSISCH OLDENDORF. Die Förster in Hessisch Oldendorf sind fassungslos: Seit drei Jahren ist der seltene Seeadler wieder als Brutvogel im Bereich Hessisch Oldendorf heimisch. Um die Vögel bei ihrer Brut nicht zu stören, haben die Niedersächsischen Landesforsten neben der Umstellung forstlicher Maßnahmen eine Wegesperrung im Brutplatzbereich eingerichtet.

veröffentlicht am 18.04.2017 um 15:29 Uhr

Foto: fn
Johanna Lindermann

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Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite
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Jetzt musste das Forstamt Oldendorf allerdings mit Entsetzen feststellen, dass Fotografen trotz Sperrung gezielt den Brutplatz aufgesucht haben, um Fotos der Adler zu machen, denn ein Bild eines vom Horst aufgescheuchten Altvogels macht bereits im Internet die Runde.

Für den Adlernachwuchs können solche Störungen fatale Folgen haben. Je nach Zeitpunkt kühle das Gelege aus und die Brut bleibe erfolglos – was gerade bei den derzeit wieder sehr kühlen Temperaturen eine große Gefahr darstelle – oder die hilflosen Jungadler seien schutzlos Feinden wie beispielsweise dem Kolkraben ausgeliefert, erklärt Naturschutzförster Heiko Brede. „Wenn die Adler erst einmal aufgeschreckt sind, kehren nicht gleich zu ihrem Nest zurück.“ Solange sich jemand in der Nähe des Geleges befinde, hielten sich die Adler in sicherer Entfernung auf.

„Es ist mir unbegreiflich, was solch gedankenlose Menschen antreibt“, sagt Christian Weigel, Leiter des Forstamtes Oldendorf. „Es könnte ein nicht wieder gut zu machender Schaden entstanden sein“. Er bittet daher alle Waldbesucher nochmals eindringlich darum, die Wegesperrung im Brutbereich zu akzeptieren. Das Forstamt Oldendorf werde jede Person, die im gesperrten Schutzbereich der Adler angetroffen wird, rechtlich belangen und anzeigen.

Alternativ bietet sich für Naturliebhaber, Naturschützer und begeisterte Fotografen am Steinhuder Meer oder an den Hohenroder Kiesteichen nahezu täglich die Möglichkeit, im Einklang mit der Natur und dem Gesetz den größten heimischen Greifvogel zu beobachten. „An den Hohenroder Kiesteichen gibt es keine Nester, aber hier können die Vögel beim Jagen gesehen werden“, sagt Brede. Am Steinhuder Meer stehe ein Münzfernrohr bereit, durch das die Seeadler aus sicherer Entfernung beobachtet werden können.

Information

Heiko Brede, Naturschutzförster

Wenn die Adler erst einmal aufgeschreckt sind, kehren sie nicht gleich zu ihrem Nest zurück.

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