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Weserbergland Tourismus e.V. will mit Marketing-Offensive Marktanteile zurückholen

Gästezahlen im Weserbergland zurückgegangen

WESERBERGLAND. „Das Weserbergland verliert Marktanteile auf dem touristischen Markt!“ mahnt Prof. Dr. Quack vom Europäischen Tourismus-Institut Trier.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 14:39 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 20:50 Uhr

Die Aussichtsplattform Skywalk auf den Hannoverschen Klippen bei Bad Karlshafen. Foto: Weserbergland Tourismus
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Bereits 2010 hatte er nach einer Marktanalyse für Weserbergland Tourismus e.V. gefordert, das Budget des Tourismusvereins, dem Kommunen und Landkreise des Weserberglandes angehören, aufzustocken. Eine Reaktion der Mitglieder blieb jedoch damals aus. In einer zweiten Untersuchung ist das Trierer Institut jetzt zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Um den Tourismus auch weiterhin als Wachstumsbranche und wichtige Säule der wirtschaftlichen Stärke für das Weserbergland zu sichern und möglichst sogar noch zu steigern, sind zielgerichtete und nachhaltig wirkende Investitionen in Infrastruktur und Marketing unerlässlich. Heißt im Klartext: Mitgliedskommunen und -kreise müssen mehr Geld für den Weserbergland-Tourismus in die Hand nehmen, um auch weiterhin rund eine Milliarde Euro Wertschöpfung aus ihrem Fremdenverkehr ziehen und um in diesem hart umkämpften Markt bestehen zu können.

Nach Auskunft von Weserbergland-Tourismus-Geschäftsführerin Petra Wegener hat es im Zuständigkeitsbereich ihres Vereins im Jahr 2017 einen Übernachtungsrückgang von 1,9 Prozent gegeben. Im selben Jahr konnte die Lüneburger Heide jedoch die Zahl der Übernachtungen um 8,9 Prozent, der Harz sogar um 11 Prozent steigern. Für Petra Wegener ein sicheres Alarmzeichen, dass vor dem Hintergrund eines wachsenden touristischen Wettbewerbsdrucks auch in Niedersachsen dringender Handlungsbedarf unter sich ändernden Rahmenbedingungen und Marketing-Anforderungen besteht. Denn Tourismus sei kein Selbstläufer, so Wegener.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand des Weserbergland Tourismus e.V. in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle und unter fachlicher Begleitung von Prof. Dr. Quack vom Tourismus-Institut in Trier im Vorjahr ein „Mittelfristiges Handlungs- und Maßnahmenprogramm (bis 2025) für den Weserbergland Tourismus e.V.“ erarbeitet und verabschiedet.

Hiernach müssen den Gästen in den Weserbergland-Kommunen zum einen eine größere Erlebnisdichte und zum anderen bessere touristische Leistungen geboten werden. Ein Beispiel sei der Skywalk, eine Aussichtsplattform über der Weser bei Bad Karlshafen, so die Weserbergland-Touristikerin. Für diese Aufpolierung der Infrastruktur sieht Wegener die einzelnen Kommunen entlang der Weserschiene in der Pflicht.

Information

Bestätigt

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand des Weserbergland Tourismus e.V. bestimmt. Für eine erneute Wahlzeit in seinem Amt als Vorsitzender wurde Tjark Bartels (Landrat Landkreis Hameln-Pyrmont) bestätigt. Der Vorstand: Reiner Brombach (Bürgermeister Stadt Bückeburg), Rainer Kuhlmann (Wirtschaftsförderer Landkreis Schaumburg), Ralf Buberti (Leiter Dezernat IV-Bauen und Umwelt im Landkreis Northeim), Tjark Bartels (Landrat Landkreis Hameln-Pyrmont), Petra Wegener (Geschäftsführerin Weserbergland Tourismus e.V.), Klaus Blome (Bürgermeister Stadt Bad Pyrmont), Karsten Stahlhut (Geschäftsführer Bad Pyrmont Tourismus GmbH), Hermann Aden (Erster Stadtrat Stadt Hameln).

Daneben soll an den bisherigen Schwerpunktthemen des Tourismus-Zusammenschlusses – nämlich Radfahren, Wandern und historisches Weserbergland sowie der Verbesserung von Qualität als Querschnittsthema festgehalten werden.

Um den Tourismus aber auch künftig als Wachstumsbranche und wichtige Säule der wirtschaftlichen Stärke für das Weserbergland sowie Einkommen und Arbeitsplätze in der Region zu sichern, soll die Digitalisierungsstrategie mit einer Werbeoffensive in den neuen Medien ausgebaut und die Organisationsstruktur in der Region verbessert werden. Nach Berechnungen des Weserbergland Tourismus ist hierfür ab 2020 ein Budget von rund einer Million Euro erforderlich.

Bei der Versammlung, die Ende vorigen Jahres in Bückeburg stattfand, reagierten die Mitglieder des Verbandes auf den daraus resultierenden erhöhten Finanzierungsbedarf jetzt mit einer Anpassung der Mitgliedsbeiträge ab 2020: Belief sich das 2018 erwirtschaftetet Gesamtbudget der Weserbergland-Touristiker lediglich auf rund 700 000 Euro, wurde für die Mitgliedskommunen eine Betragserhöhung von 30 Prozent beschlossen. Bereits in diesem Jahr haben die Landkreise ihre Marketingumlagen von bislang 135 000 Euro verdoppelt.

„Die Neuausrichtung ist eine wichtige Voraussetzung, um für die zukünftigen Herausforderungen auf dem Tourismusmarkt gewappnet zu sein und die Marktanteile der Destination Weserbergland wieder erfolgreich auszubauen und nachhaltig zu sichern“, erklärt Tjark Bartels als im Amt bestätigter Vorsitzender des Weserbergland Tourismus e. V.



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