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Sparkassen Weserbergland und Hameln legen Zahlen vor: Bilanzsumme und Ergebnis rückläufig

Fusion kostet bis zu 100 Jobs

Hameln. Die neue, große Sparkasse sieht sich durch die Fusion der bisherigen Sparkassen Hameln und Weserbergland in der Region gut aufgestellt. Allerdings will das Geldinstitut bis zum Jahr 2020 insgesamt 80 bis 100 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut haben. Auf Kündigungen wird verzichtet.

veröffentlicht am 12.02.2016 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Hameln. Die neue große Sparkasse sieht sich durch die Fusion der bisherigen Sparkassen Hameln und Weserbergland für die Zukunft gut gerüstet: Sie reklamiert für sich mit ihren 88 000 Kunden einen Marktanteil von 53 Prozent und sieht sich mit einer für das Jahr 2015 zusammengerechneten Bilanzsumme von 2,192 Milliarden Euro in der Region extrem gut verwurzelt. In der aktuellen Rangliste der Sparkassen in Niedersachsen ist die Sparkasse Hameln-Weserbergland auf Platz 16 von 45 Instituten. Allerdings hat die Fusion auch interne Folgen: So will die neue Sparkasse bis zum Jahr 2020 insgesamt 80 bis 100 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut haben.

Dabei setzen die Verantwortlichen auf Vorruhestandsregelungen und das Nichtbesetzen frei werdender Stellen. Vorstandschef Friedrich-Wilhelm Kaup: „Wir werden dafür sorgen, dass die Mehrzahl der Arbeitsplätze sicher ist. Die Kopfzahl wird sich in den nächsten Jahren dennoch reduzieren. Wichtig ist aber, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.“ Aktuell hat die Sparkasse 546 Mitarbeiter.

Trotz eines für Geldinstitute verheerenden Zinsmarktes, an dem Banken und Sparkassen generell nicht mehr viel verdienen, und eines stark veränderten Kundenverhaltens in Richtung Online-Banking haben die Sparkassen gute Geschäfte gemacht. Die Sparkassen Hameln und Weserbergland haben das vergangene Jahr zwar getrennt bilanziert, mit Blick auf die gemeinsame Zukunft nun aber zusammengerechnet veröffentlicht: Demnach wurde das Kreditgeschäft vor allem aufgrund privater Nachfrage von 1,254 auf 1,264 Milliarden Euro gesteigert. Das Einlagengeschäft blieb auf hohem Niveau bei 1,697 Milliarden Euro stabil. Und das Wertpapiergeschäft legte von 293 auf 324 Millionen Euro deutlich zu. Was nicht gut läuft, sind Bausparverträge und Lebensversicherungen.

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Die Gesamtbilanzsumme der zum Jahreswechsel fusionierten Häuser lag 2015 bei 2,192 Milliarden Euro – das macht ein Minus von 64 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung und Steuern liegt zusammengerechnet bei 18,59 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 760 000 Euro.

Die Sparkassen-Chefs Friedrich-Wilhelm Kaup und Alois Drube sehen ihr Geldhaus trotz aller durch EU-Politik und die Europäische Zentralbank hervorgerufenen Unwägbarkeiten am Zinsmarkt zukunftsfähig: Die vorgelegten Zahlen bedeuteten „ein ziemlich gutes Jahresergebnis“, die Eigenkapitalquoten liegen weit über den gesetzlichen Anforderungen und die Fusion sei „der richtige Schritt in die Zukunft“. Drube: „Wir stehen absolut solide da: Unsere Gesamtkapitalquote liegt bei 16,4 Prozent, unser Eigenkapital beträgt 181 Millionen Euro. Das sind die entscheidenden Zahlen. Eine solche finanzielle Ausstattung ist überlebenswichtig für die Zukunft.“

In nächster Zukunft arbeitet die Sparkasse nach der juristischen Einheit zum Jahreswechsel nun daran, die Fusion mithilfe des Frankfurter Rechenzentrums technisch umzusetzen. Vorstand Thomas Greef: „Nach zwei Testläufen werden wir am 21. August die Fusion technisch verwirklichen. Dann sind wir wirklich eins.“ Auch deshalb wollen Kaup und Drube von weiteren Fusionen nichts wissen. Drube: „Mit unserem Geschäftsgebiet und unserer Größe passen wir gut in den Wettbewerb. Wir ruhen ganz gut in uns selbst und müssen uns nicht umschauen nach noch weiteren Partnern.“ Kaup lässt eine Nuance mehr Spielraum: „Es gibt aktuell 45 Sparkassen in Niedersachsen. In den nächsten fünf Jahren wird sich davon noch ein Drittel verändern. Wir haben keinen Druck und können ganz in Ruhe auf den Markt schauen. Wir wären immer gesprächsbereit, machen so etwas aber nicht selbst zum Thema.“ Kaup kann’s gelassen sehen: Seine Amtszeit endet mit dem Jahr 2016.



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