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Politik stimmt parteiübergreifend dafür

Frauenhaus bekommt Übergangswohnung

HAMELN. Ein erster Schritt ist getan: Für schutzsuchende Frauen soll eine Übergangswohnung geschaffen werden, die die erschöpften Kapazitäten des Frauenhauses erweitert. Dafür sprachen sich am Mittwoch die Mitglieder aller Parteien aus. Die Politiker im Ausschuss für Soziales und Gesundheit setzen sich damit parteiübergreifend über die Vorstellungen der Landkreis-Verwaltung hinweg.

veröffentlicht am 14.11.2018 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 15.11.2018 um 10:27 Uhr

Weil die Zahl schutzsuchenden Frauen steigt, sucht die Politik nach neuen Wegen. Foto: Dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Die wollte zwar helfen, sprach sich aber im Ausschuss für Gesundheit und Soziales deutlich gegen die gewünschte Übergangswohnung aus. Nun muss der Antrag noch den Kreistag passieren. Darüberhinaus ist die Entscheidung ein wichtiges Signal für die Mitglieder des Stadtrates, die das Thema im Ausschuss für Familie, Kitas, Schule und Sport heute ebenfalls auf der Tagesordnung haben. Die Stadt Hameln soll den Landkreis, der vor Ort finanziell die größte Last trägt, unterstützen und bei der Suche helfen.

Auf den Punkt brachte die Angelegenheit eine Frau: Ursula Körter (CDU) erklärte: „Es sagt sich so leicht, dass man eigentlich nicht zuständig sei. Aber das wird nicht woanders geregelt. Wir können das wegschieben, doch wir haben eine ganz große Verantwortung.“ Die Christdemokratin folgte dem Landkreis in kaum einer Argumentation: Sie ließ weder die Aussage, dass eine Übergangswohnung keine Entlastung bringe stehen, noch dass Frauen aus anderen Kommunen für den Landkreis „Folgekosten“ bedeuten. Bezahlen müsse diese, entsprechend der Wohnsitzauflage, der die Frauen unterliegen, der Landkreis, aus dem die Frauen stammen.

Dem vom Landkreis entworfenen Szenario, das Hameln zum Auffangbecken für Frauen aus Regionen wird, die nicht genug Frauenhausplätze vorhalten, brachte mancher Politiker durchaus Verständnis entgegen. Doch Ursula Körtner erinnerte daran, dass auch Frauen aus Hameln-Pyrmont in anderen Kommunen Schutz suchen. Sie betonte, dass ein Frauenhaus aus gutem Grund keine „Einbahnstraße“ sei. Auch Katrin Meister, Mitarbeiterin des Frauenhauses, erklärte: „Das ist normal, auch Hamelner Frauen gehen woanders hin.“ Ihre hilfreiche Darlegung der Verhältnisse wurde von der Politik explizit gewünscht.

Dem Ansinnen der Verwaltung, einen weiteren zehnten Platz (Im nächsten Jahr wird bereits ein Platz für Frauen mit Behinderungen geschaffen) im Frauenhaus zu ermöglichen, erteilte sie eine Absage. Dem sänden die Platzverhältnisse und der Brandschutz entgegen. Die vom Landkreis in Erwägung gezogene Möglichkeit, die Frauen in Orten des Landkreises unterzubringen, in denen weniger Wohnungsnot herrscht, stehe die notwendige Betreuung der Frauen entgegen, so Meister.

Entsprechend beauftragte die Politik die Verwaltung des Landkreises, sich gemeinsam mit der Stadt Hameln im nahen Umfeld des Frauenhauses um eine Übergangswohnung zu bemühen. Außerdem soll das Frauenhaus beim Einwerben von Fördermitteln, die der Bund in Aussicht gestellt hat, unterstützt werden.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Schlimm genug, dass die Aufnahme von Frauen, die vor Gewalt fliehen, an den Folgekosten gemessen wird. Dass die Verwaltung nicht erwähnt, dass Frauen aus Hameln in anderen Kommunen ebenfalls geholfen wird, ist noch unschöner. Das System basiert ja gerade darauf, dass Frauen Abstand zwischen sich und den gewalttätigen Partner bringen können. Gut, dass die Politik anders entschieden hat.



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