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Von Samstag auf Sonntag wird die Uhr umgestellt

Frauen leiden häufiger unter der Zeitumstellung

WESERBERGLAND. Und jährlich grüßt das Murmeltier: Wenn die Uhren am 25. März um eine Stunde vorgestellt werden und nach der Sommerzeit ticken, werden wieder einmal Millionen Menschen früher als sonst aus ihren Träumen gerissen. Für viele geht der staatliche verordnete Dreh an der Uhr mit unangenehmen Nebenwirkungen einher.

veröffentlicht am 23.03.2018 um 13:33 Uhr
aktualisiert am 23.03.2018 um 14:09 Uhr

Jeder Dritte hat Probleme durch die Zeitumstellung: Frauen deutlich häufiger (39 Prozent) als Männer (23 Prozent). Fast jedem vierten Befragten fällt es schwerer, nach der Zeitumstellung morgens aufzustehen. Jeder Sechste sagt, dass er in Folge der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde ist. Und immerhin 13 Prozent haben abends Probleme einzuschlafen. Das belegt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH unter 1.000 Personen.

Information

So wird umgestellt

  • Am letzten Sonntag im März, am Sonntag, 25. März 2018, werden die Uhren in Deutschland von auf die Sommerzeit umgestellt.
  • Die Uhren werden um 2.00 Uhr nachts eine Stunde vorgestellt auf 3.00 Uhr.
  • Wir verlieren also eine Stunde Schlaf.,
  • Abends ist es nach der Zeitumstellung auf Sommerzeit wieder eine Stunde länger hell.

Für Haushalte mit Kindern ist die Zeitumstellung eine noch größere Herausforderung: Hier geben 47 Prozent aller Familien mit Kindern bis 12 Jahren an, dass sich der Dreh an der Uhr beim Nachwuchs bemerkbar macht – sei es durch schwieriges Aufstehen am Morgen oder schlechtes Einschlafen am Abend.

„Wer Probleme mit der Zeitumstellung hat, sollte am Sonnabend auf eine lange Partynacht verzichten und nicht zu spät ins Bett gehen“, sagt Christian Klameth vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hameln. Außerdem hilft Tageslicht: „Die schweren Vorhänge sollten offen bleiben, Helligkeit ist ein natürlicher Wachmacher“, so Klameth. Umgekehrt hilft es, am Abend auf helles Licht und Bildschirmarbeit zu verzichten. Damit der Wochenanfang nach der Zeitumstellung nicht zu schwer fällt, sollte man ihn so gut wie möglich vorbereiten und bereits am Sonntagabend Kleidung rauslegen und den Frühstückstisch decken.

Zeitumstellung: Vor oder Zurück?


Gibt es die Zeitumstellung 2018 auf Sommerzeit nur in Deutschland?

  • Nein. 1996 wurden die Regelungen für die Zeitumstellung in der Europäischen Union vereinheitlicht.
  • In allen EU-Ländern gilt: Die Sommerzeit beginnt um 2:00 mitteleuropäischer Zeit am letzten Sonntag im März.
  • Die Sommerzeit endet EU-weit um 2.00 Uhr am letzten Sonntag im Oktober.
  • Auch in der Schweiz (kein EU-Mitglied) wird auf Sommerzeit umgestellt.


Erfolgt die Zeitumstellung auf meinem Handy automatisch?


Bei Smartphones ist die Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit automatisiert. Aber: Damit die Zeitumstellung automatisch erfolgt, muss man die entsprechende Funktion im Smartphone aktivieren. 

  • Bei Android-Handys geht man im Menü "Einstellungen" in "Datum & Uhrzeit" und aktiviert dort "Autom. Datum/Uhrzeit".
  • Beim iPhone öffnet man zunächst ebenfalls die Einstellungen. Dann klickt man auf auf "Allgemein" und aktiviert im Menü "Datum & Uhrzeit" die Option "Automatisch einstellen".

Nervig ist die Zeitumstellung für alle, die keine Funkuhr haben. Armbanduhren und Wanduhrens muss man nach wie vor von Hand umstellen.

Trotz aller Funksignale kommt es bei der Zeitumstellung immer wieder zu Pannen - wenn man sich halt noch auf Uhren verlässt, die von Hand umgestellt werden. So verschlief CSU-Chef Horst Seehofer 2014 eine für acht Uhr angesetzte Telefonkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel. Er hatte vergessen, seinen Wecker auf Sommerzeit umzustellen. Erst als sein Handy nicht aufhörte zu klingeln, wurde ihm nach eigenen Angaben klar: die Zeitumstellung!

Diskussion um die Abschaffung der Zeitumstellung

Das EU-Parlament hatte bereits im Februar 2018 bei der EU-Kommission eine Prüfung der Zeitumstellung angefordert. Dies wurde bisher aber noch nicht umgesetzt, da es zu keiner Mehrheit kam, wie sie vom Verkehrsausschuss gefordert wurde.

Lohn für fehlende Stunde?
Für Berufstätige, die Nachtschicht haben, ist die Zeitumstellung positiv und negativ zugleich. Einerseits müssen sie weniger arbeiten und die fehlende Zeit auch nicht nachholen, erklärt der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Die Stunde zwischen 2.00 und 3.00 Uhr entfällt wegen der Umstellung auf Sommerzeit  - und damit auch die Pflicht zur Arbeitsleistung. Wer nach Stunden bezahlt wird, bekommt aber auch keinen Lohn für die fehlende Stunde. Feste Monatsgehälter ändern sich nicht. Zuschläge für Nachtarbeit gibt es für die übersprungene Stunde aber auch hier nicht.



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