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Beim Landkreis nachgefragt

Fragen und Antworten zur Stallpflicht

HAMELN-PYRMONT. Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont gilt nun wegen der Vogelgrippe die Stallpflicht, zunächst bis zum 31. Januar 2017. Was aber müssen Haustierbesitzer nun beachten und welche Strafen drohen, wenn die Stallpflicht nicht eingehalten wird? Wir haben beim Landkreis nachgefragt und beantworten die wichtigsten Fragen.

veröffentlicht am 28.11.2016 um 17:34 Uhr

Nicole Trodler

Autor

Onlineredakteurin zur Autorenseite

Besteht eine Gefahr für Hunde, Katzen oder andere Tiere? Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen Hunde oder Katzen durch das Geflügelpestvirus erkrankt sind. Hunde und Katzen können das Virus aber aufnehmen und weiterverbreiten, ohne selber zu erkranken. Damit können sie das Virus weitertragen und sollten daher von erkranktem Geflügel ferngehalten werden.

Was ist mit Vögeln, die als Haustiere gehalten werden? Das Risiko für Wellensittiche und Kanarienvögel, sich mit der Vogelgrippe zu infizieren, ist gering, zumal die Tiere meist im Haus gehalten werden. Auch für Volieren im Außenbereich gibt es für diese Tierarten keine besonderen Vorschriften.

Welche Verhaltensregeln sollten Tierhalter nun beachten? Zum Beispiel, wenn sie mit ihrem Tier im Freien unterwegs sind? Es ist anzuraten, Hunde und Katzen nicht frei laufen zu lassen, damit verhindert werden kann, dass sie tote Wildvögel finden und durch die Gegend schleppen, sodass sich das Virus H5N8 weiter ausbreitet. Manche Hunde fressen auch gern Aas. Erkrankte Tiere lassen sich zudem in der Regel einfacher jagen, sodass sie für Katzen zu einer leichten Beute werden.

Gibt es also ein Freilaufverbot? Nein, es gibt derzeitig im Landkreis Hameln-Pyrmont kein Freilaufverbot.

Können Haustiere durch eine Impfung geschützt werden? Eine Impfung gegen Geflügelpest ist nicht verfügbar und wäre durch die große Variabilität des Virus auch nur bedingt sinnvoll.

Was tun, wenn man einen toten Vogel im Garten oder beim Spaziergang findet? Generell sollten tote oder kranke Vögel nicht angefasst oder mitgenommen werden. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest verendet sein. Erst wenn mehrere Vögel deutlich erkrankt erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das Veterinäramt benachrichtigen. Singvögel und Tauben sind von der Vogelgrippe äußerst selten betroffen und müssen nicht gemeldet werden. Bei Wildvögeln können Wasservögel, Greifvögel, Eulen, Störche, Kraniche, Krähen, Elstern, Fasane und Rebhühner an der Geflügelpest verenden. Wer verendete Vögel entdeckt, sollte sie nicht berühren.

Ist eine Verlängerung der Stallpflicht möglich? Je nach aktueller Seuchenlage ist eine Verlängerung der Stallpflicht über den 31. Januar möglich.

Welche Strafen drohen Geflügelhaltern, die sich nicht an die Stallpflicht halten? Möglich sind gebührenpflichtige Verwaltungsmaßnahmen und Ordnungswidrigkeitsverfahren von bis zu 30 000 Euro. Möglich wären auch privatrechtliche Haftungsforderungen von anderen Geflügelhaltern oder der Wirtschaft.

Wie wird die Einhaltung der Stallpflicht und der anderen Maßnahmen kontrolliert? Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat festgestellt, dass die Nachbarschaft sehr aufmerksam verfolgt, wie Geflügelhalter mit den Tieren angesichts der Vogelgrippe umgehen beziehungsweise die Stallpflicht einhalten. Insofern geht der Landkreis davon aus, dass vor allem Hinweise aus der Bevölkerung an ihn herangetragen werden, wenn die Stallpflicht nicht eingehalten wird.



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