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CDU stellt in Schulausschuss Sinn und Kosten der Einrichtung weiter in Frage

Forum Inklusion: Streit geht weiter

HAMELN-PYRMONT. Die Diskussion über Sinn und Unsinn des „Forums Inklusion“ gehört alljährlich in den Gremien der Kreispolitik bereits zum festen Ritual: Sind die 15 000 Euro, die dem Forum alljährlich vom Kreis zur Festigung des Inklusionsgedankens in der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, sinnvoll angelegte Mittel? Und während das von CDU-Seite alljährlich mit Nachdruck infrage gestellt wird, stellen sich SPD und Grüne traditionsgemäß hinter das Projekt. So jetzt wieder geschehen im jüngsten Schulausschuss.

veröffentlicht am 05.06.2016 um 14:36 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

Für die Belange von behinderten Menschen will das Forum Inklusion sensibilisieren. Foto: dpa

Autor:

von Joachim Zieseniß
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Das Forum Inklusion ist ein Netzwerk aus Einwohnern mit und ohne Behinderung, Fachkräften aus Schulen, sozialen und therapeutischen Einrichtungen, Beratungsstellen, Interessenvertretungen, Wohlfahrtsverbänden, Politik und Verwaltung, das sich auf Initiative der Kreispolitik und mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Hameln-Pyrmont 2012 gründete. Die Maßnahme steht in direktem Zusammenhang mit Inklusion und soll die Umsetzung der Inklusion im Landkreis Hameln-Pyrmont durch begleitende Prozesse unterstützen. Derzeit engagieren sich rund 30 Personen im Forum Inklusion. Die wichtigsten Aktionen des Forums waren im Vorjahr neben Fachvorträgen zum Thema die Inklusionstage in der Stadt-Galerie Hameln. Es wurden rund 2000 Menschen mit den Aktionen erreicht. Die Gesamtausgaben für das Forum Inklusion betrugen 2015 6860 Euro.

Auch in diesem Jahr wollen die fünf Arbeitsgruppen des Forums Inklusion , die sich mit den Bereichen Ausbildung, Beruf und Arbeit, Freizeit, Sport, Kultur und Wohnen sowie mit Sprache auseinandersetzen, wieder eine Reihe von Referenten für öffentliche Veranstaltungen gewinnen.

Bringt diese Form von Öffentlichkeitsarbeit aber die Inklusion weiter, fragte erneut Ausschussmitglied Ursula Körtner: „Konkret in der Praxis ist trotz alledem nicht viel passiert. Beschleunigte Inklusion hat bislang durch diese Aktionen nicht stattgefunden“, kritisierte die Christdemokratin. Und da sich die Sinnhaftigkeit eines solchen Aufklärungsprojektes schwer messen lässt, fordert die CDU wenigstens eine Einzelaufrechnung der ausgegebenen Gelder rückwirkend für 2015 und 2015: „Schließlich geht es hier um Steuergeld“, so die Christdemokraten.

Ausschussmitglied Constantin Grosch konnte indes der CDU-Argumentation nicht folgen: „Einen Überzeugungsprozess leistet man nicht durch Entscheidungen in den Parlamenten. Ich halte es daher für wichtig, dass die Öffentlichkeit auch weiterhin durch Aktionen für das Thema Inklusion sensibilisiert wird“, meinte der Sozialdemokrat, der selbst im Rollstuhl sitzt. Und auch Thomas Jürgens (Grüne) verwies darauf, dass durch die Veranstaltungen eine wichtige Multiplikation für die Belange der Inklusion geleistet würde.

So war man sich außerhalb der CDU-Reihen schließlich einig, die immer wieder neu aufgelegte Debatte über die Sinnhaftigkeit des Forums Inklusion und die ordnungsgemäße Ausgabe der dafür zur Verfügung stehenden Kreismittel endlich ad acta zu legen Mit Mehrheit und gegen die Stimmen der Christdemokraten wurde dem Forum das im Haushalt 2016 bereitgestellte Budget in Höhe von 15 000 Euro bewilligt.



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