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K&S-Plan für Pipeline in den Fluss bei Würgassen / Umweltminister Sander übt Kritik

Fließt Salzabwasser künftig direkt in die Weser?

Weserbergland (fhm). Fließen die Salzabwässer aus dem hessischen Kalibergbau demnächst direkt in der Weser? Das könnte passieren, wenn ein Plan des Runden Tisches verwirklicht wird, der jetzt in einer Arbeitsgruppensitzung vorgestellt wurde. Der Runde Tisch Gewässerschutz Werra/Weser soll im Auftrag der Länder Hessen und Thüringen nach Entsorgungslösungen für die Salzabwässer der K+S AG suchen. Bisher fließen die Salzwässer in Werra und damit indirekt in die Weser. Zusammen mit dem Unternehmen sitzen am Runden Tisch Kommunen, Verbände, Bundesländer und Wissenschaftler.

veröffentlicht am 23.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 17:41 Uhr

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Ein Planungsbüro hatte im Auftrag des Runden Tisches die Machbarkeit einer Pipelinelösung untersucht. Grundgedanke ist, dass die beim Kalibergbau in Hessen und Thüringen entstehenden Salzabwässer durch eine Pipeline direkt in die Weser oder die Nordsee eingeleitet werden. Damit soll die Salzkonzentration in Werra und Weser gesenkt werden. Als Einleitestellen kommen nach Auffassung des Planungsbüros die Flussmündungen von Ems und Weser, der Jadebusen bei Wilhelmshaven und die Nordsee nördlich der Ostfriesischen Inseln in Frage. An der Weser wurden Einleitestellen bei Würgassen, Petershagen und nördlich der Allermündung ins Auge gefasst.

Das Salzwasser, so das Planungsbüro, könnte parallel zur großen Erdgasfernleitung Midal bis in den Kreis Höxter geführt werden und dort per Pipeline zur Weser bei Würgassen geführt werden. Gegenüber dem Kernkraftwerk würde das Salzabwasser dann eingeleitet werden.

Ergebnis der Untersuchungen ist, dass bei einer Entsorgung von Salzabwasser in die Nordsee und in die Weser „erhebliche Aufwertungen der Gewässergüte der Werra und Weser zu erreichen“ seien. Die Aufwertung der Gewässergüte der Werra und Weser sei umso größer, je weiter im Oberlauf der Weser die Einleitung erfolgt; am höchsten sei die Aufwertung bei Einleitung in die Nordsee. Probleme sieht das Planungsbüro bei der Genehmigungsfähigkeit der verschiedenen Varianten. Während bei den Nordsee-Lösungen Schwierigkeiten bei der Genehmigungsmöglichkeit gesehen werden, „könnte eine Einleitstelle nördlich der Diemel genehmigungsfähig sein“.

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Ein zweites Büro hat die Kosten für die verschiedenen Salzwasserpipelines untersucht und die Ergebnisse ebenfalls der Arbeitsgruppe des Runden Tisches zur Verfügung gestellt. Eine Pipeline von Heringen in Hessen nach Würgassen würde auf Nettokosten von 154 Millionen Euro kommen, die Fernleitung nach Petershagen kommt auf 289 Millionen Euro und die Einleitung in die Weser nördlich der Aller bei Langwedel wird vom Gutachterbüro mit 407 Millionen Euro veranschlagt. Die Pipeline nach Wilhelmshaven würde 376 Millionen Euro kosten, eine weitere Variante mit einer Einleitung nördlich der Insel Mellum käme auf 403 Millionen Euro.

Eine Bewertung der verschiedenen Varianten hat die Arbeitsgruppe des Runden Tisches nicht vorgenommen, allerdings gab es Präferenzen für eine Diemellösung, allein schon aus Kostengründen. Am 10. November wird der Runde Tisch zusammenkommen, um seine Abschlussempfehlung zu geben. So schnell werde keine Pipeline gebaut, reagierte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf die neuen Pläne. Eine Genehmigungsfähigkeit der Einleitung in die Nordsee sei im Gegensatz zur Darstellung der Gutachter aus Gründen des Naturschutz nicht so einfach herzustellen. Und die Idee der Einleitung in die Weser sei für ihn unglaublich: „Unser Ziel bleibt: Nicht mehr, sondern weniger Salz in die Weser.“



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