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Traditionsreiches Unternehmen soll in den nächsten Jahren deutlich wachsen

Finanzmanager kaufen Lomapharm

Emmerthal. Das Pharmaunternehmen Lomapharm soll unter der Führung eines Investors in Teilen neu aufgestellt und schon in wenigen Jahren deutlich ertragreicher werden. Mitte Oktober ist die Lomapharm, die bis dahin zur Emmerthaler Lohmann-Gruppe gehörte, von der in München ansässigen Deutsche Unternehmensbeteiligungen AG, kurz Dubag, gekauft worden. Die im Jahr 2009 gegründete Münchner Gesellschaft hat die Lomapharm zu 100 Prozent übernommen, über den Kaufpreis ist nach Aussage von Dubag-Vorstand Dr. Michael Schumann „Stillschweigen vereinbart worden“.

veröffentlicht am 11.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

von thomas thimm
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Die Münchner Beteiligungsgesellschaft hat sich nach eigener Darstellung „auf den Erwerb von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert“ – die Sondersituation bei Lomapharm sei gewesen, dass die Firma nicht mehr so recht in die Unternehmensgruppe gepasst habe. Der Investor sieht in Lomapharm „einen interessanten Nischenhersteller in der Pharmaindustrie, der über erhebliches Potenzial verfügt, aber bei Lohmann nicht mehr in die Zukunftsplanung passt“.

Jürgen Lohmann – er ist weiterhin Geschäftsführer der beiden nach wie vor zur Lohmann-Gruppe gehörenden Unternehmen Dr. Paul Lohmann und Neudorff GmbH KG – bestätigte auf Anfrage, dass man sich „in der Unternehmensgruppe Lohmann auf die beiden sehr stark wachsenden Bereiche Chemie und Pflanzenschutz konzentriert“. Deshalb habe man die Pharma-Sparte in Form des Unternehmens Lomapharm abgegeben, das ohnehin der kleinste Teil der Firmengruppe gewesen sei.

Der Mittelständler mit Sitz in Emmerthal hat sich mit seinen 125 Mitarbeitern auf die Herstellung und den Vertrieb von festen und flüssigen Arzneimitteln spezialisiert. Das Unternehmen stellt ganz überwiegend Produkte für fremde Unternehmen her, in kleinerem Maße auch eigene Arzneimittel wie Eisenpräparate. Investor Schumann versichert, dass das auch in Zukunft so bleiben soll: „Wir bleiben am Standort, es gibt keine Entlassungen. Es steht überhaupt nicht zur Debatte, irgendwelche Mitarbeiter zu entlassen. Wir brauchen unsere Mitarbeiter doch, um unsere Umsätze zu erhöhen.“

Und das ist das erklärte Ziel der Dubag. Schumann sagt, er wolle den aktuellen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro in den nächsten drei bis vier Jahren auf 30 Millionen Euro anheben. Dazu müsse „der Vertrieb neu aufgestellt und der Bereich der Eigenprodukte ausgebaut werden“. Die Produktion von Eisenpräparaten sei als Geschäftsmodell „sehr interessant“, weil sich damit „nur wenige Pharmahersteller beschäftigen“. Um die Ziele zu erreichen, soll auch investiert werden. Über die Höhe der Investitionen will Schumann nicht sprechen, erklärt sie stattdessen zum Firmengeheimnis.

Die Firma Lomapharm ist im Jahr 1878 gegründet worden. Vier Generationen lang war Lomapharm ein inhabergeführtes Familienunternehmen, nun haben Finanzmanager das Sagen. Die Dubag, die auf ihrer Homepage die eigenen „Erfahrungen im internationalen Beteiligungsgeschäft sowie in der strategischen Neuausrichtung von mittelständischen Unternehmen“ preist, war bislang an „mehr als 70 Unternehmenstransaktionen beteiligt“. Aktuell gehören der Dubag vier Unternehmen: das Film- und Fernsehstudio MMC in Köln, zwei europaweit tätige Folienhersteller sowie Lomapharm. Die vier Unternehmen machen nach Auskunft von Schumann einen Jahresumsatz in Höhe von 300 Millionen Euro.

Die Dubag hat in Emmerthal zwei Geschäftsführer eingesetzt: Für die Produktion sowie Qualitätsfragen ist Dr. Alfons Weische zuständig. Der 57-jährige Apotheker ist, wie Schumann lobt, „vom Fach und kennt sich in der Materie bestens aus“. Über den 44-jährigen Kaufmann Achim Hirz aus dem bayerischen Icking, der darauf pocht, dass über ihn keine Personaldaten veröffentlicht werden, sagt Schumann: „Den kennen wir hier.“ Schließlich komme Hirz von der Dubag und habe für die Gesellschaft schon mehrere Aufgaben übernommen.



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