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Zimmer in Kaserne angezündet und Messer an Hals gehalten / Zwei Verdächtige abgeführt

Feuer gelegt - Flüchtlinge wollen Ausreise erpressen

Hameln. Nach einem offenbar vorsätzlich gelegten Feuer in der Flüchtlingsunterkunft an der Hamelner Süntelstraße haben Polizeibeamte am Mittwochabend zwei Tatverdächtige in Handschellen abgeführt und zur Wache gefahren. Die Flüchtlinge seien vorläufig festgenommen worden und würden die Nacht über in Zellen gesperrt, hieß es bei Redaktionsschluss. Die Männer (21, 26) sollen kurz nach 18 Uhr in ihrem Zimmer ein Feuer entfacht haben.

veröffentlicht am 11.02.2016 um 21:59 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:07 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge wollten die Asylsuchenden auf diese Weise ihre Ausreise in den Libanon erpressen. Unbestätigten Informationen der Dewezet zufolge ist dort ein Familienmitglied gestorben. Schon im Laufe des Tages sollen die Flüchtlinge gegenüber dem Sicherheitspersonal angekündigt haben, morgen würde ein Auto oder ein Haus brennen, wenn sie nicht sofort Reisepässe bekämen. Bevor die ersten Streifenwagen die Linsingen-Kaserne erreichten, sollen sich die beiden Männer im Bereich der Hauptwache am Eingangstor gegenseitig Messer an den Hals gehalten haben. Das haben Augenzeugen berichtet. Die Flüchtlinge forderten laut Polizei die Herausgabe von Pässen. Vermutlich handelt es sich um Verzweiflungstaten.

Um 18.13 Uhr schlug die Brandmeldeanlage Alarm. Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes waren auf Zack – innerhalb weniger Minuten evakuierten sie den kompletten Block 4, sodass niemand in Lebensgefahr geriet. Kai Trudwig, Inhaber des gleichnamigen Sicherheitsdienstes, sagte, seine Angestellten hätten auch ein zweijähriges Kind in Sicherheit gebracht, das ganz allein im Gefahrenbereich gestanden habe. Bis zum Eintreffen der Löschzüge bekämpften Wachleute die Flammen, die im Erdgeschoss loderten, mit Schaumlöschern. Die Helfer hatten keine Chance: Schwarzer und giftiger Qualm waberte aus dem Raum, füllte den Flur. In dem Zimmer brannten unter anderem mehrere Schaumstoff-Matratzen. Es war extrem heiß – sogar Putz fiel von der Decke. „Man kann davon ausgehen, dass dort Temperaturen um 800 Grad Celsius erreicht wurden“, sagt Hauptbrandmeister Bodo Kauert. Als er und seine Männer den Einsatzort erreichten, quoll jede Menge Qualm aus dem Wohnblock. In dem Raum waren Flammen zu sehen.

Vier Sicherheitsleute mit Rauchgasvergiftung

in Kliniken eingeliefert

Ausgerüstet mit schwerem Atemschutz löschten Trupps das Feuer. Mit einem Hochleistungslüfter wurden die Brandgase ins Freie gedrückt,

Notarzt-Teams kümmerten sich derweil um die vier Ersthelfer. Sie wurden mit Rettungswagen nach Hameln, Bad Pyrmont und Stadthagen gebracht, wo sie in Krankenhäusern behandelt werden. Es besteht der Verdacht, dass sie sich Rauchgasvergiftungen zugezogen haben. Ein Polizeibeamter nannte das Verhalten der Security-Mitarbeiter „professionell“. Auch von der Feuerwehr kam Lob. Die Männer hätten couragiert gehandelt.

Bei Redaktionsschluss wurde geprüft, ob nur das Erdgeschoss oder das gesamte Gebäude vorübergehend nicht bewohnbar ist. Die Feuerwehr forderte Spezialisten an, die die Funktion der Brandmeldeanlage überprüfen sollen.



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