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Fertighaus in Hachmühlen muss abgerissen werden / Drei Verletzte in Klinik / 150 000 Euro Schaden

Feuer – Ehepaar verliert all sein Hab und Gut

Hachmühlen. Das Feuer fraß sich rasend schnell durch die hohlen Holzwände des Fertighauses – die Feuerwehrleute konnten einfach nicht an die Flammen herankommen. Das Gebäude an der Straße „Zum Heselbrink“ in Hachmühlen, das von einem älteren Ehepaar bewohnt wurde, war nicht zu retten. Dach und Decken stürzten ein. An einen Löschangriff von innen war nicht zu denken. Zu gefährlich. Und so entschied Bad Münders Stadtbrandmeister Carsten Koch: „Das Einfamilienhaus muss abgerissen werden, sonst stehen wir morgen noch hier und löschen.“

veröffentlicht am 27.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Am Nachmittag rückten Spezialeinheiten des Technischen Hilfswerkes (THW) aus Ronnenberg und Hameln an. Mit schwerem Gerät trugen die Helfer das immer noch brennende Haus ab. Feuerwehrleute und THW-Helfer hatten sich nicht nur wegen der giftigen Rauchgase schweren Atemschutz aufgesetzt. „Das Dach und Teile der Fassade bestehen aus Eternitplatten. Da könnte Asbest drin sein“, so der THW-Ortsbeauftragte Tobias Tasler. Allerdings wurde die Gefahr, dass Fasern in die Luft gelangen, als äußerst gering eingeschätzt. Der Grund: „Das Eternit wird von der Feuerwehr ständig feucht gehalten. Stauben kann da nichts“, meinte Jürgen Bitterling, stellvertretender Brandabschnittsleiter „West“.

Nach Angaben der Polizei hat der Hausbesitzer das Feuer aus Versehen selbst verursacht. Er habe mit einem Gasbrenner Unkraut im Garten vernichtet, sagte Hauptkommissar Michael Rohde. „Dabei geriet zunächst ein Holz- und Geräteschuppen, der sich direkt am Haus befindet, in Brand. Die Flammen griffen sofort auf das Fertighaus über.“

Die Leitstelle löste um 11.10 Uhr Alarm für die Feuerwehren Hachmühlen, Hasperde, Flegessen, Brullsen, Klein Süntel und Bad Münder aus und schickte den Gerätewagen „Atemschutz“ aus Kirchohsen zum Einsatzort.

Schlauch schlägt Feuerwehrmann k.o. – bewusstlos liegt der
  • Schlauch schlägt Feuerwehrmann k.o. – bewusstlos liegt der Helfer am Boden, ein Notarzt-Team versorgt den Verletzten. Fotos: ube
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Die Frau (74) konnte sich aus dem brennenden Gebäude retten. Ihr Mann (73) versuchte vergeblich, das Feuer mit Wasser aus Eimern zu bekämpfen. Thomas Brylka und Pascal Menne, zwei Sanitäter des Centralen Krankentransportes, waren mit einer Patientin unterwegs zum Krankenhaus nach Springe. Sie sahen Qualm über die B 217 wabern, fuhren zum Brandort und kümmerten sich um das geschockte Ehepaar, das vermutlich eine Rauchgasvergiftung erlitten hat. Die Feuerwehr forderte später für die Ausgebrannten eine Notfallseelsorgerin an. Mit einem DRK-Notarztwagen sei das Ehepaar ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Stadtbrandmeister Koch. Ein Feuerwehrmann brach im Korb der Drehleiter zusammen. Er war bewusstlos, wurde in die Deister-Süntel-Klinik eingeliefert. „Ihm ist ein Schlauch mit Wucht gegen das Kinn geschlagen. Das war wie ein K.o.-Schlag“, sagte Koch am Abend. „Dem Kameraden geht’s Gott sei Dank wieder gut.“

Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als 150 000 Euro.



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