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Vom Bauernhof bis zum Vier-Sterne-Hotel: Aktivurlauber sind im Weserbergland willkommen

Ferien im Fahrradsattel liegen voll im Trend

Tündern. Für ein paar Wochen einfach mal das Auto stehen lassen und sich auf den Drahtesel schwingen. Diese Perspektive reizt immer mehr Deutsche. „Die Zahl der Fahrrad-Urlauber ist in den letzten Jahren stetig gestiegen“, berichtet Ulla Rademacher, Referentin für Fahrradtourismus beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). l,6 Millionen Bundesbürger planen – so die die Zahlen des ADFC – in den nächsten drei Jahren „ziemlich sicher“ eine mehrtägige Radreise. Die allermeisten dieser Aktivtouristen bleiben dabei in Deutschland. Der ADFC sucht deshalb bundesweit fahrradfreundliche Gastgeber. Insgesamt 48 Betriebe bieten im niedersächsischen Teil des Weserberglandes „Bett & Bike“ an, so Rademacher. Vom Campingplatz über die Jugendherberge, Privatzimmer, Gasthöfe und Mehr-Sterne-Hotels sei alles vertreten.

veröffentlicht am 30.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:21 Uhr

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Autor:

Monika Dietz
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Stellplätze, Trockenraum, und Freizeitangebote

„Im Mai fasziniert die Kirsch- und Rapsblüte im Weserbergland die Urlauber sehr“, weiß zum Beispiel Ernst Jürgen Lohmeyer zu berichten. Seit er im Ruhestand ist, vermietet er an Radfahrer in seinem Haus in Tündern Unterkünfte. Mittlerweile bietet er zwei Ferienwohnungen und ein Doppelzimmer an, alles mit eigener Küche und eigenem Bad, pro Person ab 23 Euro. „Brot und Brötchen hole ich jeden Morgen frisch vom Bäcker“, erzählt der 64-Jährige. Mit seiner Frau Elke Lohmeyer bereitet er das Frühstück für die Gäste vor.

Vom ADFC hat Lohmeyer das Qualitätssiegel „Bett & Bike“ erhalten. Dafür musste er bestimmte Kriterien erfüllen: „Im Anbau und in der Garage habe ich Platz für die Unterbringung der Fahrräder, im Keller ist ein Trockenraum für feuchte Kleidung“, erzählt er.

Seine Gäste könnten gern auch nur eine Nacht lang bleiben. Dies erlebe er oft bei Fahrrad-Urlaubern, die aus Richtung Beverungen – Höxter kommen und nach einer Tagesetappe von 60 bis 70 Kilometern in Tündern Rast machen. Andere brächten ihre Fahrräder auf dem Auto mit und machten dann Touren von Tündern aus. „Von meinen Gästen kommen viele aus Ostdeutschland und Holland“, erzählt Lohmeyer. Familien mit Kindern blieben meist eine Woche.

Der Pensionär leitet zudem den Förderverein „Aktivteam Weserbergland Touristik Hameln-Tündern“ mit. So kommen seine Gäste in den Genuss vieler Angebote: 16 Fahrrad- und Wandertouren hat er in diesem Jahr mit seinem Freund Siegfried Scheel geplant. Wer außerdem kulturell interessiert ist, kann wählen zwischen Führungen im Dorfmuseum von Frenke, in Tündern im Windmühlen-Museum, im Fleischerei-Museum Dutschke oder im Traktor-Museum von Friedrich Lücke.

Auf dem Bauernhof übernachten können Radfahrer in Großenwieden (Hessisch Oldendorf) bei Familie Klostermann. „Reparaturen sind kein Problem, Flicksachen haben wir da“, versichert Diplom-Agraringenieurin Garnet Hahn-Klostermann. Im Notfall fahre sie auch in die Werkstatt nach Hessisch Oldendorf, damit das Fahrrad wieder läuft Die 44-Jährige bewirtschaftet mit ihrem Mann den Hof.

Fünf Doppelzimmer stehen den Gästen zur Verfügung, Dusche und WC sind auf der Etage. „Die Zimmer sind bäuerlich-familiär eingerichtet“, beschreibt Hahn-Klostermann die Unterkunft. Alte Bauernschränke sowie „Urgroßomas und -opas Betten“ sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Ein „reichhaltiges Frühstücksbuffet“ ist im Übernachtungspreis von 23 Euro pro Person enthalten. „Viele unserer Gäste interessieren sich für die Landwirtschaft“, sagt die Agraringenieurin. So sitze sie mit ihnen im Sommer oft vor dem Haus, zum Klönschnack oder mache mit ihnen Hofführungen. Dorf- und Kirchenführungen in Großenwieden bietet Hahn-Klostermann ihren Gästen ebenfalls an. Auch wenn der Hof Klostermann viehlos ist: „Zwei Hunde freuen sich über jeden, der kommt“, verspricht die Landwirtin.

Fahrradurlauber „auch aus oberen Schichten“

Wer lieber in einem Zimmer mit Stuck und Malerei an den Wänden übernachtet, finde, im „Hotel Jugendstil“ in Hameln das Passende. „Der Besitzer Ernst Deutsch hat alle Räume im Jugendstil eingerichtet, überall kommt die Liebe zum Detail durch“, beschreibt Hotelfachfrau Katharina Arnemann die Zimmer. Zum reichhaltigen und nahrhaften Frühstück gebe es sportlergemäß frisch zubereiteten Obstsalat und Obstquark mit Früchten der Saison. Dementsprechend kosten in dem Viersternehotel Einzelzimmer (ab 78 Euro) und Doppelzimmer (ab 98 Euro).

Nicht nur Studenten machten mit dem Drahtesel Urlaub, sondern auch Leute „aus den oberen Schichten“, berichtet die Hotelfachfrau. Wer einen Gepäcktransfer zur nächsten Unterkunft wünscht, könne dies über den ADFC organisieren. Insgesamt stehen im „Hotel Jugendstil“ 22 Zimmer und 40 Betten zur Verfügung.

Weitere Infos im Internet unter www.bettundbike.de oder bei: ADFC Bundesverband, Postfach 10 77 47, 28077 Bremen, Tel. 0180/ 5003479, E-Mail: dpr-bestellung@adfc.de

Ernst Jürgen Lohmeyer fährt selbst gern Rad. In seinem Haus in Tündern bietet er für Fahrrad-Urlauber zwei Ferienwohnungen und ein Doppelzimmer an. Vom ADFC hat er dafür das Qualitätssiegel „Bett & Bike“ erhalten.

Fotos: mod



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