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Kreisverband der Liberalen plädiert für Hinweis-Tafeln vor Ort und Infos im Museum

FDP gegen Bückeberg-Pläne

HAMELN-PYRMONT. Der Kreisverband der FDP hat sich gegen die Pläne ausgesprochen, auf dem Bückeberg eine Gedenkstätte zu errichten. Stattdessen plädieren die Liberalen dafür, vor Ort wetterfeste Infotafeln aufzustellen und die bestehende Abteilung im Hamelner Museum zu erweitern.

veröffentlicht am 25.02.2018 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 25.02.2018 um 18:00 Uhr

Nachdenklich: der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle (li.) und Kreisvorsitzender Markus Burgdorf. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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Der Parteitag des 138 Mitglieder starken Kreisverbandes der Liberalen hatte unaufgeregt begonnen. Konstantin Kuhle, Bundestagsabgeordneter und designierter niedersächsischer Generalsekretär, hatte aus Berlin berichtet und Themen wie Bildungspolitik, Digitalisierung, flexibler Rentenbeginn, Soli-Abschaffung und – mit selbstkritischem Zungenschlag – das Scheitern der Sondierungsverhandlungen abgehandelt. Auch der Rückblick des alten und neuen Kreisvorsitzenden Markus Burgdorf aus Salzhemmendorf auf die Wahlkämpfe fiel unspektakulär aus. Erst der Tagesordnungspunkt „Bückeberg“ brachte Emotionen in die Versammlung. Walter Dietrichkeit, der zusammen mit Ludwig Cramer für seine 50-jährige Mitgliedschaft mit der Theodor-Heuß-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, sprach sich wie viele andere entschieden gegen die bestehenden Planungen aus. „Die Kosten sind ungeheuerlich, dazu kommen die Aufwendungen für Unterhaltung und für Schulen bringt das nicht viel.“ „Eine Tafel reicht, der Rest kann ins Museum der Stadt, da ist es am besten aufgehoben“, so andere. „Alles soll so bleiben, wie es ist, alle sind dagegen“, so ein Anlieger. „Wir fürchten, dass die Grundstückspreise sinken.“ „Da ist man schnell bei einer Million“, so auch Heinrich Fockenbrock. Derzeit stünde zwar noch keine Entscheidung über den finanziellen Rahmen an. „Wir können dem aber nicht zustimmen“, so Fockenbrock mit heftigen Anwürfen gegen den Landrat. „Wir brauchen heute ein Meinungsbild“, so der 75-Jährige. Die Geschichte des Bückeberges gehöre in die Klassenzimmer, nicht an den Ort selbst, so die Stellungnahmen. Ein oder zwei Tafeln vor Ort reichten aus, seien billiger, der Rest könne im Museum der Stadt aufgearbeitet werden, so der Kompromissvorschlag.

„Die Agrarflächen könnten nicht dafür herhalten“, protestierte ein weiteres Parteimitglied vehement und lautstark. Das Ganze sei ja 1936 schon wieder vorübergewesen und das Dritte Reich habe schließlich bis 1945 gedauert, warf einer der Anwesenden ein. „Nein, wir sind nicht einverstanden damit, was Gelderblom und seine Kampfgenossen da machen“, empörte sich wieder ein anderer. „Der Bückeberg hat Bedeutung für ganz Deutschland“, wandten jüngere Parteimitglieder ein. „Das ist Sache der Emmerthaler, was geht das den Landkreis, das Land und Berlin an“, erwiderten die Gegner des Projektes.

Einzig Rüdiger Zemlin versuchte die Diskussion – in der der Dewezet unter anderem eine „tendenziöse“ Berichterstattung vorgeworfen wurde – zu versachlichen und plädierte für eine moderate Lösung des Konfliktes. „Hält die Bundesregierung die geplante Dokumentations- und Gedenkstätte in der Gemeinde Emmerthal für ein Vorhaben nationaler Bedeutung?“, so die Anfrage, die Konstantin Kuhle an die Bundesregierung gerichtet hatte. Es läge kein Antrag nach der Gedenkstättenkonzeption vor, so die Antwort. Eine entsprechende Beurteilung sei daher nicht möglich. Am Ende setzten sich die Gedenkstättengegner durch: wetterfeste Tafeln vor Ort also und eine Erweiterung der bestehenden Abteilung im Hamelner Stadtmuseum.

Das Ergebnis der Vorstands-Neuwahlen: Mit 100 Prozent wurden Markus Burgdorf als Vorsitzender und Oliver Steinwedel als Stellvertreter wiedergewählt. Reinhold Klostermann als zweiter Stellvertreter erhielt 80 Prozent der Stimmen, neuer Kreisgeschäftsführer wurde Andreas Soerensen, als Schatzmeister fungiert Tobias Jandl.

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