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Nach diversen Pannen schickt das Innenministerium Spezialisten

Fall Lügde: Polizei steht unter Aufsicht

LÜGDE/HAMELN. Nach der Pannenserie bei der Aufklärung des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde nahe der Grenze zu Niedersachsen kümmern sich Beamte des nordrhein-westfälischen Innenministeriums nun um den Fortgang der Ermittlungen vor Ort. Wie das „Westfalen-Blatt“ berichtet, sei das Polizeipräsidium Bielefeld „unter Dienst- und Fachaufsicht gestellt“ worden.

veröffentlicht am 19.04.2019 um 17:13 Uhr

Eine Person in einem blauen Schutzanzug steht neben den Abbruchabfällen einer Campinghütte des zweiten Verdächtigen auf dem Campingplatz Eichwald. Foto: Guido Kirchner/dpa

Autor:

Bettina Grönewald
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Das Innenministerium bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf, zwei seiner Mitarbeiter seien im Präsidium, „um sich einen Eindruck der Ermittlungsarbeit und einen Überblick über die Abläufe zu verschaffen“. Nach den Osterfeiertagen sollten weitere Fachleute, darunter die ranghöchste Polizistin des Landes, folgen. „Dabei geht es um die Frage, ob und welche polizeifachliche Unterstützung von Seiten des Innenministeriums und nachgeordneter Behörden, wie beispielsweise das Landeskriminalamt, geleistet werden könnte.“

SPD und Grüne hatten NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vorgeworfen, die Lage nicht im Griff zu haben. Die SPD fordert seinen Rücktritt. Kurz nach Bekanntwerden des jahrelangen Kindesmissbrauchs, der nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 40 Opfer betrifft, hatte Reul einräumen müssen, dass 155 CDs und DVDs aus der Obhut der Polizei verschwunden waren. Unter den Opfern sind auch Kinder aus Niedersachsen, das Jugendamt des landkreises Hameln-Pyrmont hatte den mutmaßlichen Haupttäter auf dem Campingplatz als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt.

In den Wochen nach dem Verschwinden der CDs und DVDs waren – unter anderem bei Abrissarbeiten – immer wieder Datenträger gefunden worden, die die örtlich zuständigen Polizisten zuvor nicht entdeckt hatten. Laut Ministerium hat die Sonderkommission „Eichwald“ bislang rund fünf Millionen Megabyte Daten gesichert. Dabei seien bereits 30 000 Fotos und knapp 11 000 Filme mit Kinder- und Jugendpornografie gefunden worden.



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