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Ermittler sahen keine Anhaltspunkte für weitere Verstecke

Fall Lügde: Entrümpler stößt auf weitere Datenträger

DETMOLD/BIELEFELD/LÜGDE. Nach dem Entrümpeln der Parzelle von Andreas V. (56) hat der Pyrmonter Abbruchunternehmer Christopher Wienberg noch weitere Datenträger entdeckt: Im Bauschutt vom mutmaßlichen Missbrauchs-Tatort auf dem Elbrinxer Campingplatz stieß er am Montag auf mehr als zehn VHS-Kassetten.

veröffentlicht am 15.04.2019 um 20:27 Uhr

Die inzwischen demontierte Parzelle von Andreas V. bot augenscheinlich unendliche Versteckmöglichkeiten. Haben die Ermittler die Raffinesse des Hauptbeschuldigen unterschätzt? Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Datenträger lagen in einem zur Verbrennung bereitstehenden Container obenauf. Damit fanden sich auch nach einem halben Dutzend Durchsuchungen durch die Ermittler und fast drei Wochen nach der Freigabe des mutmaßlichen Tatorts noch weitere mögliche Beweismittel an.

Am Montagmorgen hatte es laut Wienberg von der Polizei noch geheißen, die Ermittler wollten die letzten von ursprünglich elf Containerladungen untersuchen. Später teilten ihm die Bielefelder mit, sie kämen doch nicht. Der Schutt könne weg.

Unterdes hieß es in einer am Montag von der Staatsanwaltschaft Detmold und der Polizei Bielefeld verschickten Presseerklärung, von den vergangene Woche durch die Entrümpler entdeckten Datenträgern habe man wegen Beschädigungen aktuell nur eine CD teilweise auslesen können. „Relevante Daten“ habe das bislang nicht erbracht.

Der leitende Oberstaatsanwalt Ralf Vetter sagte gegenüber dieser Zeitung, angesichts der vorliegenden 14 Terabyte an Datenmaterial seien weitere Datenträger für die Beweisführung „nicht so wahnsinnig wichtig“. Begründen mochte er diese vor allem auf die Beschuldigten und ihre mutmaßlichen Taten, jedoch offenbar weniger auf die Interessen der Opfer fokussierende Sicht nicht.

In der schriftlichen Erklärung scheint Staatsanwaltschaft und Polizei allem Anschein nach vor allem daran gelegen, den Verzicht auf eine gründlichere Durchsuchung der Elbrinxer Objekte zu rechtfertigen. Die „intensive, sehr kleinteilige“ Tatortarbeit auf den Parzellen der Beschuldigten sei „nach höchsten Standards – analog zur Tatortarbeit bei Mord und Totschlag – durchgeführt“ worden, heißt es in dem Schreiben. Eine Zerstörung der Behausung habe der richterliche Durchsuchungsbeschluss nicht gedeckt. Sie wäre „aus rechtlichen Gründen nicht zulässig“ gewesen. Anhaltspunkte dafür, dass sich auf dem Gelände noch relevantes Beweismaterial befand, habe es nicht gegeben. Allerdings soll eine Zeugin die Polizei auf Versteck-Tipps hingewiesen haben, die Andreas V. gegeben habe.



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