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Landkreis soll Kampagne unterstützen – Mehrheitsgruppe fordert Gründung einer Steuerungsgruppe

Fair gehandelte Produkte zu fairen Preisen

Hameln-Pyrmont (HW). Auf den Plätzen der Kreistagsmitglieder lag ein kleines Päckchen gemahlener Kaffee aus Mexiko. Verteilt hatte diese Kostprobe Mechthild Clemens. Mit dieser Aktion wollte die Grünen-Politikerin auf die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe „FairTradeLandkreis“ einstimmen, über die der Kreistag Hameln-Pyrmont während der letzten Sitzung des vergangenen Jahres abstimmen sollte. „Wer diese fair gehandelten Produkte kauft, kann sicher sein, dass bei den Bauern so viel Geld ankommt, dass sie auch überleben können. Zudem bleibt noch etwas für den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur in dem jeweiligen Land übrig“, versichert die Kreistagsabgeordnete.

veröffentlicht am 04.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:21 Uhr

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Die Gruppe aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und Piraten hat für ihre Zusammenarbeit das Motto „Nachhaltigkeit und Fortschritt“ vereinbart. „Die gemeinsame Politik wird sich orientieren an dem Prinzip der Nachhaltigkeit, das heißt, mit dem sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit finanziellen, sozialen und ökologischen Ressourcen. Jede Entscheidung soll sich am Wohl nachfolgender Generationen ausrichten“, unterstreicht Gruppensprecher Ulrich Watermann (SPD). Natur- und Umweltressourcen müssten bewahrt, Artenvielfalt erhalten, Kultur- und Landschaftsräume dauerhaft gesichert werden, lautet das gemeinsame Credo von Sozialdemokraten, Grünen und Piraten. Dazu bedürfe es nach Darstellung Watermanns Maßnahmen in den Politikfeldern Naturschutz, Gewässerschutz, Bodenschutz, Abfall, Klimaschutz und Energiemanagement. Nachhaltigkeit im kommunalen Bereich beziehe sich aber auch auf Bildung, der eine nachhaltige Bedeutung zukomme, „weil sie nicht nur fachspezifische Kenntnisse vermittelt, sondern auch fächerübergreifende Kompetenzen entwickelt, die in der globalisierten Wirtschaftswelt gefordert sind“, wie der Sozialdemokrat begründet. Auch die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung in kommunale Politik und Entwicklungsstrategien trüge dazu bei, vorhandenes Potenzial bezüglich Engagement, Innovationskraft, Solidaritätsfähigkeit und Wissen besser auszuschöpfen.

Den Antrag auf die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe „FairTradeLandkreis“ bezeichnen Clemens und Watermann als „ersten Baustein in dem Nachhaltigkeitskonzept für unseren Landkreis“. Um den Titel „FairTradeLandkreis“ zu erreichen und die erforderlichen Kriterien zu erfüllen, solle eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Aktivitäten vor Ort auf dem Weg zum „FairTradeLandkreis“ koordiniert. Bestehen soll dieses Gremium aus einem Mitglied der Kreisverwaltung und drei vom Kreistag zu benennenden Kreistagsabgeordneten (zwei Mehrheitsgruppe, einer CDU). „Viele Städte und Landkreise in der Bundesrepublik haben sich der Kampagne ‚Fairtradetown‘ bereits angeschlossen. Diese Kampagne trägt dazu bei, das Prinzip der Nachhaltigkeit und des fairen Handels zu thematisieren und ein Bewusstsein für Zukunftsfähigkeit zu schaffen“, erläutert Watermann.

Ziel sei es, dass in der Kantine des Landkreises oder in den Mensen der Schulen neben fair gehandeltem Kaffee mindestens noch ein weiteres fair gehandeltes Produkt angeboten wird. „Das kann Schokolade, können aber auch Kekse oder andere Dinge sein“, erklärt Clemens, der auch vorschwebt, dass diese Produkte schon bald in Cafés und Restaurants des Landkreises ebenfalls feilgeboten werden. „Natürlich ist das alles freiwillig, hat die Politik da keinen Einfluss drauf. Aber in der Steuerungsgruppe sollen auch Bürger, Vertreter aus Vereinen, Verbänden, Kirchen und Institutionen aus Hameln-Pyrmont mitwirken. Und insofern können auch Restaurant-Besitzer sagen: ‚Ich mache da mit‘“, hofft die Grünen-Politikerin auf eine baldige Verwirklichung ihrer Vorstellung. Informationsveranstaltungen und Workshops in den Schulen sollen das geplante Projekt zusätzlich ankurbeln.

Der Kreistag konnte sich wegen weiteren Beratungsbedarfs jedoch noch nicht zu einem Beschluss durchringen, sondern hat den Antrag der Mehrheitsgruppe an den Ausschuss für Umwelt und erneuerbare Energien überwiesen. „Wir wollen im Vorfeld noch in Erfahrung bringen, worauf bei der Beschaffung fair gehandelter Produkte zu achten ist, um die Kriterien zu erfüllen“, sagt der Gruppensprecher. Geplant sei, einen Referenten in die entsprechende Ausschusssitzung zu laden. Den noch ausstehenden Beschluss des Kreistages kündigte Watermann für „März oder Sommer“ an.



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