weather-image
Befragung kostet 100 000 Euro

Fahren die Busse im Sinne der Gäste?

HAMELN-PYRMONT. Passt das Angebot zur Nachfrage? Eine Befragung zum öffentlichen Nahverkehr soll nun zeigen, ob der Fahrplan der Busse im Landkreis Hameln-Pyrmont den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. Dass diese Befragung durchgeführt wird, ist im Kreistag nicht unumstritten.

veröffentlicht am 02.03.2018 um 19:38 Uhr

Rot-Rot-Grün ist dafür, die CDU dagegen: Eine Befragung soll zeigen, ob die Busse ganz im Sinne der Hameln-Pyrmonter fahren oder nicht. Foto: Dana

Autor:

Joachim Zieseniss
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Zusammenhang mit den Arbeiten an einem neuen Nahverkehrsplan, der für weitere fünf Jahre gelten wird, soll jetzt auf Antrag der Mehrheitsgruppe im Kreistag aus SPD-Grüne-Linke-Mönckeberg eine Befragung zum Mobilitätsverhalten der Hameln-Pyrmonter stattfinden. Bevor dieses Vorhaben im Kreis-Finanzausschuss mit sechs Ja-Stimmen zu vier Gegenstimmen angenommen wurde, hatte eine heftige konträre Diskussion über die Notwendigkeit und die Kosten einer solchen Erhebung stattgefunden.

Die Mehrheitsgruppe fordert eine Überprüfung des Fahrplan- und Linienangebotes mit einer Start-/Zielanalyse. Befragt werden sollen möglichst alle Haushalte des Landkreises Hameln-Pyrmont. Diese Analyse soll im Rahmen des Nahverkehrsplans durchgeführt werden. In dem Antrag argumentiert die Kreistagsmehrheit damit, dass die derzeitigen Fahrplan- und Linienangebote historisch gewachsen seien. Daher sei eine Überprüfung anhand von heutigen Mobilitätsbedürfnissen eine wichtige Ergänzung zu den bereits im Nahverkehrsplan 2018 vorhandenen Analysen. Eine umfangreiche repräsentative Befragung könne dabei mögliche neue Start-Ziel-Relationen oder auch Schwächen im aktuellen Fahrplan- und Linienangebot aufzeigen. Für eine solche Umfrage sollen 100 000 Euro im Haushalt 2018 bereitgestellt werden, da für die Befragung ein externer Dienstleister im Rahmen einer Ausschreibung beauftragt werden soll.

In der Diskussion vor der Abstimmung zeigte sich Ursula Körtner (CDU) als vehemente Gegnerin einer solchen Bürgerbefragung. Sie sprach vom einem Schnellschuss. Auch ihr Parteikollege Hans-Ulrich Siegmund plädierte dafür, den neuen Nahverkehrsplan erst einmal aufzustellen und dann über eine weitere Erhebung nachzudenken. Eine Marschrichtung, die auch FDP-Mann Heinrich Fockenbrock empfahl. Delia Klages (AfD) verwies darauf, dass es bereits eine ÖPNV-Fahrgastanalyse gäbe und sie es nicht einsähe, „100 000 Euro für etwas auszugeben, was schon vorliegt.“

Als Befürworter des Vorhabens unterstrich Torsten Schulte (Grüne), dass sich bei einer Analyse der Verkehrsströme möglicherweise auch Einsparungsmöglichkeiten ergeben könnten. Auch hielte er es für sinnvoll, solch ein Spezialthema durch externe Profis angehen zu lassen. Im Hinblick auf die kritisierten 100 000 Euro meinte Kämmerer Carsten Vetter: „Ich halte den Wunsch der Mehrheitsgruppe, nach Jahren die Fahrbedarfe der Bevölkerung zu überprüfen, für sinnvoll.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt