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Einladung an „Freunde der betrunkenen Wanderei“ / Schlägereien und eine Hilflose im Kornfeld

Facebook-Party zieht Polizeieinsätze nach sich

Hameln/Fischbeck (ube). „1. Mai – es ist nicht vorbei“ – so lautete das Motto einer Einladung auf Facebook an alle „Freunde der betrunkenen Wanderei“. Von Hameln aus sollte feuchtfröhlich über Wehrbergen bis zu den Fischbecker Kiesteichen marschiert werden. Als Treffpunkt war der Marktkauf am Reimerdeskamp genannt worden. Die Veranstaltung, die nach Angaben der Polizei nicht angemeldet war, habe zahlreiche Einsätze nach sich gezogen und die Polizei am Dienstag mehr als sieben Stunden beschäftigt sagt Oberkommissar Jörn Schedlitzki auf Anfrage der Dewezet. Ziel des heimischen Veranstalters war es eigenen Angaben zufolge, den Rekord von 137 Teilnehmern zu knacken. Das dürfte gelungen sein, denn laut Inspektion versammelten sich in der Zeit von 12 bis 13 Uhr etwa 250 junge Menschen auf dem Parkplatz. Die meisten seien zwischen 16 und 22 Jahre alt gewesen, sagt Schedlitzki.

veröffentlicht am 03.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:21 Uhr

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Den auf Facebook geposteten Tipp: „Bringt Euch zu viel zu Saufen, ein wenig Proviant und was ihr noch als Support benötigt mit – und dann geht’s ab!“, haben offenbar einige Teilnehmer beherzigt. Schon am Treffpunkt habe die Polizei verhindern müssen, dass Einkaufswagen mitgenommen und zum Transport von Rucksäcken und Spirituosen benutzt wurden. Der mehrere hundert Meter lange Zug war bis 16 Uhr unterwegs und wurde von Polizisten begleitet. Die Party sei überwiegend friedlich verlaufen, berichtet Schedlitzki. Dennoch habe es einige „besondere Vorkommnisse“ gegeben – darunter waren auch Straftaten. So steht ein 18-Jähriger im Verdacht, einen Jugendlichen (16) mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Die Unterlippe des Opfers platzte auf, gegen den Hamelner wird wegen Körperverletzung ermittelt. Einer drei- bis vierköpfigen Personengruppe – der 18-Jährige soll auch dabei gewesen sei – wird zur Last gelegt, kurz darauf einen Mann (21) durch Schläge und Tritte verletzt zu haben. In diesem Fall sind Ermittlungen wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet worden.

Einige Teilnehmer haben offenbar viel zu viel getrunken. In einem Getreidefeld fanden Polizisten eine hilflose junge Frau. Die 18-Jährige sei von ihrer Mutter abgeholt worden, hieß es. Die Beamten leisteten Erste Hilfe, kümmerten sich um ein Mädchen, das sich Schnittverletzungen am Fuß zugezogen hatte und fegten Glasscherben weg. Ein stark alkoholisierter Fußgänger (18) lief an der Lachemer Straße in Fischbeck auf den Radweg und stieß dort mit einer Seniorin (71) zusammen, die mit einem Elektro-Fahrrad unterwegs war. Die Frau stürzte, zog sich leichte Verletzungen zu. Der Betrunkene soll einfach weitergegangen sein. Der Mann wurde ermittelt. Er wird sich wohl wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht verantworten müssen.

Präventiv seien Jugendschutzkontrollen durchgeführt worden, berichtet der Oberkommissar. Konkret: Polizisten haben verhindert, dass Minderjährige Hochprozentiges trinken. Angezeigt wurden mehrere Autofahrer, die für den alkoholischen Nachschub gesorgt haben. Das allein wäre aus Sicht der Polizei okay gewesen, doch: „Dass diese Personen mit ihren Fahrzeugen den Weser-Radweg befahren haben, können wir ihnen nicht nachsehen.“

Eine Veröffentlichung auf Facebook, so der Polizist, sei keine Anmeldung einer Veranstaltung. „Wer einen größeren Polizeieinsatz auslöst, muss damit rechnen, dass er zur Kasse gebeten wird.“

Diese Einladung lockte nach Polizeiangaben 250 junge Menschen auf die Straße. Die nicht angemeldete Veranstaltung verlief „überwiegend friedlich“. Es gab aber auch Zwischenfälle.



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