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Kriminelle sprengen Fahrkartenautomaten in Coppenbrügge / Bombenentschärfer sucht Tatort ab

Explosion am Bahnsteig

Coppenbrügge. Nächtliche Explosion auf dem Bahnsteig in Coppenbrügge – ein unbekannter Täter hat am frühen Montagmorgen einen Fahrkartenautomaten der Nordwestbahn in die Luft gesprengt. Metallteile flogen 15 Meter weit. Der Knall sei ohrenbetäubend laut gewesen, sagen Anwohner, die gegen 2 Uhr aus dem Schlaf geschreckt wurden.

veröffentlicht am 02.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 16:40 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Augenzeugen sahen eine Person mit schwarzer Jacke und weißer Mütze, die vom Bahnsteig in Richtung Edeka-Markt weglief.

Eine Fahndung, an der Kräfte aus drei Landkreisen teilnahmen, verlief ohne Erfolg. Unklar war bei Redaktionsschluss noch, wie der Kriminelle vorgegangen ist. Wurde Gas eingeleitet oder – wie am 31. Juli in Hessisch Oldendorf – eine Rohrbombe gezündet?

Ermittler sperrten den Tatort weiträumig ab. Ein Bombenentschärfer der Bundespolizei suchte vorsorglich nach „nicht gezündeten Sprengsätzen und sonstigen zündfähigen Mitteln“. Weil der Apparat zerfetzt ist, steht derzeit noch nicht fest, ob es dem Täter gelungen ist, Geld zu stehlen. Der Sachschaden wird auf mindestens 25 000 Euro geschätzt.

Immer öfter sprengen Kriminelle Fahrkartenautomaten auf. Nach Angaben des Landeskriminalamts Niedersachsen wurden allein in diesem Jahr schon mehr als 25 Fälle registriert. Im Vorjahr waren es 23.

Offenbar gibt es mehrere Banden, die bundesweit aktiv sind. „Wir haben es mit organisierten Tätergruppen, aber auch mit Einzeltätern zu tun“, sagte gestern Oberkommissar Martin Ackert von der Bundespolizeiinspektion Hannover.

Ermittler kennen verschiedene Vorgehensweisen: „Die einen leiten ein Gas ein und bringen das Gemisch zur Explosion, die anderen benutzen Schwarzpulver und bauen damit Rohrbomben. Es gibt die unterschiedlichsten Techniken“, erzählt der Beamte: „Aufhebeln, Aufbohren, Auftrennen und Aufsprengen.“ Letzteres komme immer häufiger vor. Die Bundespolizei führe seit Anfang des Jahres Sondereinsätze durch. Bislang konnten die Fahnder aber noch keinen Täter schnappen. Das Gebiet, für das die Beamten zuständig sind, ist sehr groß. Bekannt ist nur: Die Kriminellen suchen sich bevorzugt einsam gelegene Bahnhöfe aus. Das trifft auch auf Coppenbrügge und Hessisch Oldendorf zu.

Bei der Zentralen Kriminalinspektion in Lüneburg, die für die organisierte Kriminalität zuständig ist, wurde inzwischen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

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