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Kreisfeuerwehrverband Hameln-Pyrmont wagt einen Blick in die Zukunft und wirft Fragen auf

„Es wird weitere Fusionen geben“

BAD PYRMONT. Die Mitgliederzahlen der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Hameln-Pyrmont sind stabil. Zuwächse gab es in Hameln, Bad Münder, Aerzen, Coppenbrügge und Salzhemmendorf, Abnahmen in den drei weiteren Gemeinden, sodass unterm Strich eine nahezu ausgeglichene Mitgliederbilanz im Vergleich zum Vorjahr herauskommt.

veröffentlicht am 07.04.2019 um 15:25 Uhr

Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke (re.) und Abschnittleiter West Jürgen Selle. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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„Die drei geschlossenen Ortsfeuerwehren zählen hier bereits nicht mehr mit, allerdings hat in der Statistik mit Sicherheit auch die Erhöhung der Altersgrenze für den Dienst in der Einsatzabteilung ihren Anteil an den einigermaßen stabilen Zahlen“, erklärt Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke anlässlich der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Hameln-Pyrmont vor 252 Delegierten und zahlreichen Gästen im Bad Pyrmonter Konzerthaus. Mussten Aktive die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren zuvor mit Erreichen des 62. Lebensjahr in Richtung Altersabteilung verlassen und wurden damit in den Feuerwehrruhestand geschickt, so wurde diese Altersgrenze jüngst auf 67 Jahre angehoben.

„Wir können somit auf 3279 Kräfte in der Einsatzabteilung zurückgreifen“, erläutert der Kreisbrandmeister weiter. Die Frauenquote bei der Feuerwehr im Landkreis Hameln-Pyrmont liegt bei knapp 17 Prozent, das entspricht 555 weiblichen Mitgliedern – ein durchaus guter Wert im niedersächsischen Vergleich. Dazu addieren sich noch 228 Angehörige der fünf Werkfeuerwehren im Kreisgebiet. Wie sich der Mitgliederstand der Feuerwehren in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten. „Weitere Fusionen sind entweder von den Feuerwehren angeregt worden und werden diskutiert beziehungsweise sind bereits zur Diskussion in den politischen Gremien. Die Anzahl der Ortsfeuerwehren wird sich somit bis zum Jahr 2025 um zehn bis 15 Prozent ausgehend von ursprünglich 116 reduzieren. Damit rechne ich zumindest derzeit“, so Wöbbecke.

Am Beispiel von Nienstedt führte er aus, dass allerdings auch vom Landkreis eingegriffen wird, um unverzichtbare Feuerwehren entsprechend des festgestellten Bedarfs mit Personal und Material auszustatten. „In Nienstedt hat eine Bürgerversammlung sechs neue Mitglieder gebracht, also eine Aufstockung von 19 auf 25. Zusätzlich fand sich noch ein weiterer ausgebildeter Feuerwehrmann, der tagsüber im Ort ist. Das ist gut, aber bei fast 1000 Einwohnern dürfte es auch noch etwas mehr sein“, so der Kreisbrandmeister.

Kreisfeuerwehrverbandsversammlung im Bad Pyrmonter Konzerthaus mit 252 Delegierten und zahlreichen Gästen. Foto: sbr

Bei aller Zuversicht für die Zukunft der Ortsfeuerwehr Nienstedt ist aber absehbar, dass einige Orte „ihre“ Feuerwehr verlieren werden. Dadurch drängen sich Fragen auf: „Wird es bei Fusionen zukünftig noch Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben, die den Weg in die Kinder- und Jugendfeuerwehr oder die Einsatzabteilung finden, wenn der örtliche Bezug weg ist? Es gibt ortsübergreifende Kinder- und Jugendfeuerwehren, das funktioniert, aber funktioniert es auch, wenn es im Ort keine Feuerwehr mehr gibt? Oder funktioniert es nur mit sehr viel mehr Aufwand? Wie sieht die Einsatzabarbeitung bei flächendeckenden Schadenlagen wie Starkregen oder Sturm aus, wenn sich die Dörfer noch als Dörfer sehen, die Feuerwehr jedoch ein Zusammenschluss aus drei oder vier Orten und von der Kapazität her ausgedünnt ist? Warten alle Einwohner geduldig, bis ein Ort abgearbeitet ist oder wird es ein wildes Hin- und Herspringen zwischen den Einsatzstellen geben?“ Alle diese Fragen beschäftigen Wöbbecke „In die Bewertung dieser Fragen wird in der Bevölkerung vermutlich auch einfließen, wie weit die Feuerwehr bisher und zukünftig am kulturellen Leben im Ort beteiligt ist und man sich noch als Gemeinschaft versteht“, erklärt der Kreisbrandmeister. Wöbbecke vertritt die Ansicht, dass aus Sicht des Bürgers und auch zumindest einiger Politiker Feuerwehren eine umso wichtigere Rolle spielen, je kleiner der Ort ist und umso weniger sonst an Vereinsleben noch vorhanden ist.

„In diesen Zusammenhang passt auch unsere Feuerwehrmusik, die infrage gestellt ist, wenn die Kameraden der Musikzüge nicht mitgenommen werden“, befürchtet der Kreisbrandmeister. Ein aktuelles Beispiel: Der Musikzug Welsede, der der Verbandsversammlung in Bad Pyrmont den musikalischen Rahmen verlieh, weiß noch nicht, wie es bei der angedachten Fusion von Amelgatzen, Welsede und Hämelschenburg für ihn weitergeht und ob er das Feuerwehrhaus in Welsede, das auch Dorfgemeinschaftshaus ist, weiter nutzen kann.



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