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Vier von fünf Unternehmen im Weserbergland sind gut ausgelastet

Es läuft richtig gut in den Firmen

Weserbergland. Die Unternehmen im Weserbergland blicken optimistisch auf 2016. Die Geschäfte der Wirtschaft laufen gut, die Unternehmen bewegen sich auf einem hohen und zugleich stabilen Niveau. Die AdU-Frühjahrsumfrage ergab: Vier von fünf Firmen sind gut ausgelastet – 93 Prozent planen Neueinstellungen.

veröffentlicht am 22.04.2016 um 10:29 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die Frühjahrsumfrage des AdU unter den Unternehmen im Weserbergland hat vor allem eines hervorgebracht: „Die Grundstimmung in den Unternehmen ist positiv. 80 Prozent der Firmen sind gut ausgelastet, das sind beste Bedingungen für die Region,“ sagt AdU-Chef Jürgen Lohmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Es laufe richtig gut in den Betrieben – und dennoch seien alle vorsichtig. Mit knapp 68 Prozent setze der überwiegende Teil der Betriebe für 2016 auf die Strategie des Stabilisierens. Der Geschäftsführer des AdU, Dieter Mefus, erklärt, wo die Unsicherheiten für die Unternehmen liegen: „Die Euro-Krise ist noch ungelöst, die Zuwanderung ist aktuell, der große Zukunftsmarkt Brasilien leidet unter der eigenen Innenpolitik, der chinesische Markt unter seinen Umweltproblemen, die Russen wollen nichts kaufen und China wird als Lieferant für hiesige Unternehmen teuer.“ Insofern sei der AdU mit den Umfrageergebnissen – hohe Zufriedenheit, hohe Kapazitätsauslastung, mehr Einstellungen – „durchaus zufrieden“. Offenbar zählt der Begriff „Made in Germany“ tatsächlich noch immer etwas, denn sonst wären die Firmen nicht so gut ausgelastet. Lohmann sagt: „Ab einer Kapazitätsauslastung von 80 bis 85 Prozent wird gutes Geld verdient.“ Vier von fünf Unternehmen im Weserbergland liegen über dieser magischen Quote. Lohmann: „Das ist schon richtig gut.“ Man müsse sich manchmal schon fast selbst wundern, warum die deutsche Wirtschaft trotz aller Krisen in der Welt unbeeindruckt weiterlaufe, als wäre nichts geschehen. So erwarten 75 Prozent der Befragten, dass auch das zweite Halbjahr gleich gut bleibt, weitere 12,5 Prozent sogar, dass es noch besser wird.

Über florierende Geschäfte freut sich am Ende auch immer der Arbeitsmarkt. Nahezu kein Unternehmen plant Kurzarbeit oder Entlassungen. Dagegen wollen aber 93 Prozent der Unternehmen Personal einstellen. Mefus: „Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Ersatzeinstellungen, denn es gehen viele Menschen in Rente.“

Die Chefin der Arbeitsagentur, Ursula Rose, sagt auf Anfrage zum Arbeitsmarkt: „Einstellungen sind sehr erfreulich und auch wir hören bei unseren Kontakten, dass die Unternehmen gut ausgelastet sind. Inwieweit es dabei zu Neueinstellungen kommt, hängt auch davon ab, in welchem Maße sich die Vorstellungen der Arbeitgeber an zukünftige Arbeitskräfte realisieren lassen und Kompromisse akzeptiert werden. Damit auch die Arbeitslosen aus unserer Region profitieren, werden vielfach Qualifizierungen nötig sein.“

Lohmann wird nicht müde, in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass „es an qualifizierten Leuten mit pfiffigem Allgemeinwissen fehlt“. Die Fachkräfteproblematik sei vor allen Dingen eine Führungskräfteproblematik. Mefus ergänzt: „Es gibt bestimmte Berufe, da fehlt es an Fachkräften, die das technische oder handwerkliche Know-How mit der Fähigkeit, Personal zu führen, vereinen.“ Das Problem ist derart gravierend, dass die Arbeitsagentur bereits eine Liste dieser Berufe führt, betroffen sind so gut wie alle Branchen. Im Gesundheitssektor fehlen Ärzte, Physiotherapeuten und Altenpfleger, in der Industrie sind Mechatroniker, Elektroniker, Chemikanten und Schweißer Mangelware, das Handwerk vermisst Fachkräfte für den Hoch- und Tiefbau, Fliesenleger, Zimmerer, Anlagenmechaniker, Elektroniker, Friseure und Lebensmittelverkäufer. Selbst in der Gastronomie und Hotellerie fehlt es an qualifiziertem Personalnachwuchs, zum Beispiel bei den Köchen. Entsprechend lange kann es dauern, bis die Stelle einer Führungs- oder Fachkraft besetzt ist – da kann schon mal ein halbes oder auch ein ganzes Jahr vergehen. Auch deshalb wird das Thema Ausbildung immer wichtiger. Doch die Umfrage fördert Erstaunliches zutage: Nur 25 Prozent der Unternehmen bilden in diesem Jahr in technischen Berufen aus und nur knapp 30 Prozent in gewerblichen. Mefus versteht dies nicht und fragt: „Warum wird so wenig ausgebildet, wenn hier so viel Nachwuchs fehlt?“

Vielleicht, weil gerade in diesen Bereichen die Gefahr besteht, dass Roboter die Wirtschaft verändern? Mefus selbst zitiert Prognosen, dass „eine noch weiter technisierte Arbeitswelt unter den Schlagwort Industrie 4.0 in Deutschland rund 30 Prozent der Arbeitsplätze vernichten“ werde.



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