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Nur 13 zahnmedizinische Fachangestellte im ersten Lehrjahr

Es fehlen die Auszubildenden

HAMELN-PYRMONT. Der Fachkräftemangel macht auch vor Zahnarztpraxen nicht halt. „Der Anteil der Auszubildenden wird deutlich weniger“, sagt Dr. Claus Klingeberg, gerade zum Vorsitzenden der zahnärztlichen Vereinigung des Landkreises Hameln-Pyrmont gewählt.

veröffentlicht am 04.11.2018 um 16:38 Uhr

„„Man hört immer öfter, dass die Kollegen keine Auszubildenden mehr finden, meint Dr. Claus Klingeberg.
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Dr. Claus Klingeberg belegt seine Aussage mit Zahlen: 2002 bestanden noch 27 zahnmedizinische Fachangestellte ihre Abschlussprüfung im Landkreis. Seit diesem Sommer werden nur 13 Fachkräfte im ersten Lehrjahr ausgebildet – bei insgesamt 90 Zahnärzten, die es im Landkreis Hameln-Pyrmont gibt. „Man hört immer öfter, dass die Kollegen keine Auszubildenden mehr finden“, so Klingeberg. „Die Realschüler fehlen uns“, sagt der in Aerzen niedergelassene Zahnarzt.

Ein weiteres Problem sei, dass längst nicht mehr alle Kollegen ausbilden wollten. Klingeberg animiert daher bei den Treffen der zahnärztlichen Vereinigung, hier aktiv zu werden. Denn es bestehe die Gefahr, dass die verbliebenen Auszubildenden irgendwann nach Hannover zur Schule gehen müssten anstatt zur Handelslehranstalt (HLA) in Hameln. „Wir haben später zu wenig ausgelerntes Personal“, warnt der Zahnarzt. Klingeberg selbst hat immer ein bis zwei Auszubildende in der Praxis. Doch die zu finden, sei eben nicht einfach. „Wenn ich vor 20 Jahren eine Bewerberin gesucht habe, bekam ich 25 Bewerbungen. Heute sind es fünf.“ Immer noch ein klassischer Frauenberuf, „aber einer, der Spaß macht und ausbaufähig ist“, betont Klingeberg.

Weiterbildungen sind möglich; man muss nicht nur neben dem Zahnarztstuhl sitzen und absaugen. „In der Praxisverwaltung verdient man richtig viel Geld“, so Klingeberg. Damit möchte der Zahnarzt auch jungen Männern diesen Beruf schmackhaft machen. Die Ausbildungsvergütungen hat die Kammer im vergangenen Jahr um 50 Euro pro Ausbildungsjahr angehoben. 750 Euro gibt es im ersten, 790 Euro im zweiten und 840 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das sei mehr als das, was andere Ärzte bezahlen würden, so Klingeberg und spricht von Konkurrenzkampf unter den Praxen.

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Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei 1800 Euro brutto. Einen Tarifvertrag gibt es in Niedersachsen allerdings nicht; die Summe sei lediglich ein Richtwert. Um an Auszubildende ranzukommen, hat die Zahnärztekammer Niedersachsen eine Broschüre rausgebracht und informiert online über den Beruf. Zudem möchte Klingeberg im nächsten Jahr bei der Ausbildungsmesse im Weserberglandzentrum Präsenz zeigen. „Da waren wir bisher nicht.“

So vielfältig der Beruf ist, für den Dr. Claus Klingeberg wirbt: Eine Hürde für die Auszubildenden sei, so der Zahnmediziner, die direkte Kommunikation, die ein Großteil der Arbeit einer zahnmedizinischen Fachangestellten ausmacht. „Man ist Mittler zwischen Patient und Arzt und fängt die Sorgen und Nöte der Patienten auf.“ Die sehr praxisorientierte Ausbildung in der Handelslehranstalt setze hier an.



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