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Trefferquote von 50 Prozent bei Alkohol-Testkäufen mit Jugendlichen

Ernüchterndes Ergebnis

Hameln-Pyrmont. Das Jugendschutzgesetz untersagt unmissverständlich den Kauf und die Weitergabe von Bier, Wein und Sekt an Jugendliche im Alter unter 16 Jahren und von Spirituosen an Jugendliche im Alter unter 18 Jahren. Ungeachtet dessen geht auch im Landkreis Hameln-Pyrmont immer wieder Hochprozentiges an Minderjährige über die Ladentheken. Das ist das ernüchternde Ergebnis von sogenannten Testkäufen.

veröffentlicht am 13.11.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Bei diesen Testkäufen, die erstmalig gemeinsam von Mitarbeitern des Jugendamtes und der Polizei im Stadt- und Kreisgebiet organisiert wurden, war nach Angaben der Pressestelle des Landkreises Hameln-Pyrmont der Erwerb von hochprozentigem Alkohol an minderjährige Testpersonen in 15 von 30 Verkaufsstellen problemlos möglich. „In sieben der 15 Geschäfte sogar trotz Vorlage des Personalausweises“, berichten die Mitarbeiter des Jugendamtes.

Für Polizeikommissarin Sladjana Popovic und Kreisjugendpfleger Claus Dieter Kauert ist das Ergebnis der Testkäufe, die an zwei Werktagen durchgeführt wurden, mit einer Trefferquote von 50 Prozent eindeutig zu negativ ausgefallen. Durch diese Aktion sei deutlich geworden, dass sich das Verantwortungsbewusstsein bei den Kioskbetreibern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Tankstellen und Supermärkten deutlich steigern muss. „Wir hoffen nun“, so Popovic und Kauert, „dass allen beteiligten Verkäuferinnen und Verkäufern deutlich geworden ist, sich im Zweifel immer den Ausweis zeigen zu lassen, wenn Jugendliche mit Wodka und ähnlich Hochprozentigem an der Kasse stehen.“

Auch ein erhöhtes Kundenaufkommen dürfe da keine Ausrede sein. So sollten die wartenden Kunden die kurze Verzögerung an der Kasse zugunsten des Jugendschutzes tolerieren, die sich durch die Ausweisvorlage ergebe, um die Kontrolle für das ohnehin unter Zeitdruck stehende Kassenpersonal unbelasteter zu ermöglichen, betont die Polizeikommissarin.

In der Konsequenz wurden gegen die ertappten Alkoholverkäufer zunächst Verwarnungen ausgesprochen – im Wiederholungsfall droht ihnen jedoch ein empfindliches Bußgeld.

Nach Angaben von Claus Dieter Kauert steigt nach diesem alarmierenden Ergebnis der Druck – und deshalb werde es sicher nicht bei dieser einmaligen Testkauf-Aktion bleiben. „Neben Nachkontrollen werden auch bislang noch nicht kontrollierte Geschäfte auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes im Rahmen von Testkäufen überprüft und auf die Probe gestellt werden“, unterstreicht Hameln-Pyrmonts Kreisjugendpfleger.

Alkohol ist nach wie vor das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Laut Statistik der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen konsumierte jeder Bundesbürger im Jahr 2012 durchschnittlich 9,5 Liter reinen Alkohol. Das entspricht etwa 320 Flaschen Bier, 29 Flaschen Wein, 6 Flaschen Sekt und 8 Flaschen Schnaps. red



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