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Landwirte stellen sich bei Vermarktung ihrer Produkte um

Erntedank – Regionales im Fokus

BARKSEN / WESERBERGLAND. Erster Sonntag im Oktober, traditionell der Erntedank-Sonntag. Ein christliches Fest und ein wichtiger Tag für die Landwirte. Die Ernte des Jahres ist noch nicht abgeschlossen, die Aussaat fürs nächste Jahr hat begonnen. Verantwortliche in bäuerlichen Betrieben erleben ein Umdenken in Bezug auf ihre Arbeit und reagieren auf gesellschaftliche Veränderungen.

veröffentlicht am 03.10.2021 um 08:00 Uhr

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Reporter

Das Erntedankfest ist älter als das Christentum. Schon bei den Römern, Griechen und im alten Israel gab es ähnliche Feste zur Erntezeit. Die christliche Religion hat das Fest aufgenommen. Es soll die Menschen daran erinnern, Gott für seine Gaben zu danken. Die liturgische Farbe am Erntedankfest ist übrigens grün. Grün ist Symbol für Leben, Wachsen und Hoffnung. Bei den Gottesdiensten am Erntedank-Sonntag werden die Kirche und der Altar mit Früchten, Getreide, Obst, Gemüse und meist auch einem großen Laib Brot dekoriert. Auf Bauernhöfen werden in den Tagen zuvor Erntekronen gebunden – ein besonderer Hingucker beim Gottesdienst.

Der Brauch mit der Erntekrone stammt aus der Feudalzeit. Die Bauern, die das Land der Grundherren bestellen, haben im Herbst ihre Ernte an ihre Herren übergeben. Dabei auch die Krone aus Ähren, die symbolisch für den Abschluss der Ernte sein soll. Kirche und Landwirtschaft gehören seit Jahrhunderten untrennbar zum Erntedankfest. Während in den Gotteshäusern das frisch Geerntete gezeigt wird, sind die Landwirte mit Hochdruck dabei das Herbstgemüse, Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais einzuholen, das Sommergetreide für das nächste Jahr auszusäen.

Erntedank wird regional unterschiedlich gefeiert. Mancherorts ist es Tradition, Strohpuppen auf den Feldern zu verbrennen oder Jahrmärkte zu veranstalten. Im Hessisch Oldendorfer Barksen hat die Dorfgemeinschaft viele Jahre einen Festumzug zusammengestellt, abends wurde in der Hohensteindiele getanzt und am nächsten Vormittag gemeinsam im Dorf gesammeltes Essen verspeist. Beim Erntedankfest wird in den Kirchen daran erinnert, dass viele Menschen weltweit Hunger leiden und es werden Spenden gesammelt. Die Erntegaben aus den Kirchen werden nach dem Fest an Bedürftige oder an Tafeln gespendet.

Was die Ernährung im Allgemeinen betrifft, so betont der Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer: „Wir Bauern stehen für den ländlichen Raum mit all seinen großartigen Eigenschaften und wir stellen uns den Herausforderungen, die die Gesellschaft an uns richtet. Und ich glaube, dass wir vieles nach der Corona-Pandemie anders diskutieren werden. Sie brauchen sich keine Sorge zu machen, wir werden alles daran setzen, unsere Bevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen.“ Und vor allem mit solchen aus der Region. „Es gibt immer mehr ein großes Bedürfnis nach regionalen Produkten. Durch die Corona-Pandemie wurde dieses Bedürfnis noch verstärkt. Kurze Transport- und Anfahrtswege in Verbindung mit Frische und Qualität machen den Reiz des regionalen Einkaufs aus.“ Das Bewusstsein und das Einkaufsverhalten scheinen sich zu ändern. Viel mehr Menschen kaufen auf den Wochenmärkten oder in bäuerlichen Hofläden. Nicht nur der Kreislandwirt, das Landvolk auch die Leader-Region und der Naturpark Weserbergland sehen in der Vermarktung regionaler Produkte ein wichtiges Ziel.

Wer regionale Lebensmittel einkauft, unterstützt nicht nur die heimische Landwirtschaft, er macht auch im Sinne des Umweltschutzes viel richtig: Kurze Wege sorgen für eine gute CO2-Bilanz. Und da ist noch mehr, wie das Beispiel der Kartoffel zeigt. Pro Kalorie benötigt das Nachtschattengewächs nur wenig Anbaufläche. Ein Kilogramm Kartoffeln aus dem Weserbergland oder anderen deutschen Anbaugebieten benötigen für die Bewässerung im Schnitt acht Liter Wasser, die gleiche Menge Kartoffeln aus Ägypten benötigt fast 300 Liter. Aber auch die Konsum- und Essgewohnheiten beeinflussen unseren CO2-Auststoß nachhaltig. Durch den Erwerb von regionalen Produkten und durch den regionalen Einkauf wird der eigene Fußabdruck erheblich verringert, da unnötig lange Transportwege und Lagerung wegfallen. Wer lokal kauft, handelt dementsprechend ökologisch bewusst.



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