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Bauern haben in diesem Jahr massive Probleme / Verursacher haften für Schäden auf verdreckten Straßen

Ernte versinkt im Schlamm

WESERBERGLAND. Regen, Regen, Regen: Während die ungewöhnlich ergiebigen Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate manchen an die Schwell zur Schwermütigkeit treibt, stellt der Dauerregen viele Landwirte weiter vor erhebliche Herausforderungen.

veröffentlicht am 09.11.2017 um 14:48 Uhr

Die Landwirte stehen bei Dauerregen vor massiven Ernteproblemen. Zurück bleiben schlammverdreckte Straßen. Foto: dpa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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So sind längst noch nicht alle Erntearbeiten abgeschlossen. Das trifft nicht nur für die Zuckerrüben zu, deren Ernte erst im September begonnen hat, teilt der Landvolk Pressedienst mit. Seit Beginn der Kampagne waren Landwirte, Lohnunternehmer und Zuckerfabriken mit den Folgen der starken Regenfälle konfrontiert. Schwierige Rode-, Lade und Abfuhrbedingungen auf der einen Seite, verschmutzte Rüben auf der anderen sorgten für Verzögerungen und Frust. Und auch der Mais steht vielerorts noch vertrocknet auf den Feldern, weil sich die Häcksler auf regennasser Scholle festfahren.

Hermann Grupe, Vorsitzender des Bauernverbandes Weserbergland im Landvolk Niedersachsen, spricht davon, dass „die Landwirte in diesem Jahr vor so schwierigen Verhältnissen stehen wie lange nicht.“ Das habe in diesem Jahr bei der Getreideernte begonnen, als die Mähdrescher in durchweichten Äckern eingesackt sind.

Für die noch ausstehenden Erntearbeiten sind die Landwirte auf den wassergesättigten Böden vielfach auf eine besondere Ausstattung der Maschinen angewiesen. Dazu zählen beispielsweise breitere Reifen oder Antriebsketten, die ein Einsacken der schweren Erntemaschinen im Boden verhindern sollen. Kreislandwirt Herman Grupe befürchtet, dass durch das Befahren der feuchtigkeitsgesättigten Böden mit Bodenverdichtungen und Strukturschäden an der Scholle zu rechnen ist. Auch die Bestellung der Felder mit den Wintersaaten stelle die Landwirte vielerorts vor erhebliche Probleme, sei teilweise sogar unmöglich. Damit müssen die Landwirte ihre langfristigen Planungen umwerfen. Grupe: „Dann muss eben auf Sommerfrucht umgeschaltet werden. Wir hoffen jetzt auf die Frostgare.“

So schwierige Erntesituationen hat es zuletzt in den Jahren 2001 und 1998 gegeben, aber vor 16 Jahren war zuletzt immerhin die Ernte unter Dach und Fach gekommen. Dieses Ziel ist laut Grupe im Weserbergland zurzeit noch nicht absehbar. So wollen viele Landwirte sogar versuchen, ihren immer noch auf den Feldern stehenden Silomais zu dreschen- „als letzte Schadensbegrenzung“, wie der Bauernverbandschef erklärt.

Wenn in der Mais- oder Rüben-Kampagne bei den Ackerbauern rund um die Uhr die Luft brennt, ist die Straßenreinigung für viele Praktiker nicht Thema Nummer eins. Und so sind in diesem schwierigen Erntejahr bei Polizei und Ordnungsämtern vielerorts Beschwerden eingegangen. Denn Landwirte, die ihre Scholle beim Abfahren auf öffentlichen Straßen verteilen, sind zur sofortigen Reinigung verpflichtet. Zuständig für die Säuberung der Straße ist der Verursacher. Das sind ist der Landwirt, wenn er selbst auf dem Feld gearbeitet hat, oder auch der Lohnunternehmer.

Ganz wichtig ist die möglichst schnelle Säuberung der Fahrbahn: Bei viel befahrenen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen schon während der Feldarbeiten. Solange die Straße nicht sauber ist, sollten Gefahrenstelle mit Warnschildern ausreichend kenntlich gemacht werden. Werden fehlende Ausschilderung und verspätete Säuberung Grund eines Verkehrsunfalls, haftet der Verursacher.

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