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Interhelp-Mission der Menschlichkeit

Erneut startet Lkw-Lieferung zu Erdbeben-Opfern in Kroatien

HAMELN. Josip Posilovic aus Krapina freut sich für seine Leid geplagten Landsleute. Erneut startet ein mit Spenden aus dem Weserbergland gefüllter 40-Tonnen-Sattelzug von Hameln in Richtung Kroatien. Möglich gemacht hat das die heimische Hilfsorganisation Interhelp - Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe.

veröffentlicht am 06.02.2021 um 13:00 Uhr

Josip Posilovic aus Krapina freut sich für seine Leid geplagten Landsleute. Obwohl der Kroate eine Alltagsmaske trägt, ist zu sehen, dass er lächelt. Zufrieden startet der Brummi-Kapitän den Diesel seines mit Spenden aus dem Weserbergland gefüllten 40-Tonnen-Sattelzuges und rollt an der Wehrberger Straße in Hameln vom Hof der Hamelner Spedition Stephan Torster, die der heimischen Hilfsorganisation Interhelp - Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe in den vergangenen Wochen kostenlos eine Halle zur Annahme und zur Zwischenlagerung von Hilfsgütern - und reichlich Manpower zur Verfügung gestellt hatte. Viele Kroaten waren vor ein paar Wochen in Not geraten - sie haben über Nacht alles verloren, was sie besaßen. Manche schon zum zweiten Mal in ihrem Leben.

Der Krieg liegt noch nicht lange zurück. Diesmal ist es wieder schlimm. Es gab Tote und Verletzte. Häuser sind eingestürzt oder teils schwer beschädigt. Hunderte Familien sind obdachlos geworden, stehen vor dem Nichts. Aus Angst vor weiteren Erdbeben schliefen Familien im Auto, teilweise zu viert oder zu fünft. Hilfe tut not. Schon im Januar hatten die Interhelp-Partnerorganisation „ICH - International Children Help“ aus Schaumburg und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Hilfe ein großen Hilfstransport mit Spenden im Wert von 150.000 Euro auf die Reise nach Novska an der kroatisch-bosnischen Grenze geschickt.

In dem 40-Tonner befanden sich unter anderem 1000 Liter Hände- und Flächendesinfektionsmittel, jede Menge medizinische Produkte, Klinik-Ausstattung, zahlreiche Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen, Feuerwehrausrüstung, Arbeitskleidung, warme Wintersachen für Erwachsene, Babys und Kinder, Körperpflegeartikel, Schuhe, Schulausrüstung, Kinderfahrräder und vieles mehr. „Bei unserem zweiten Hilfstransport haben wir uns vor allem auf warme Kleidung für Kinder und Erwachsene, Woll- und Bettdecken konzentriert“, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann.

Aber auch Camping-Ausrüstung wie Kocher und Backöfen, Geschirr und Besteck, Zelte, darunter ein großes Mannschaftszelt, und Rollatoren wurden den Opfern der schweren Erdbeben-Serie von Gebern und Gönnern aus den Kreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg sowie aus Barsinghausen zur Verfügung gestellt. „Wir sind den Spendern sehr dankbar“, sagt Dr. Dieter F. Kindermann, Präsident der Interhelp-Partnerorganisation „ICH“. „Weil es herzensgute Menschen gibt, können wir die Not der Menschen in Kroatien etwas lindern.“

Voraussichtlich am Montag wird Trucker Josip Posilovic die Stadt Novska erreichen

Der 59 Jahre alte Fernfahrer kennt die 1400 Kilometer lange Strecke gut. Sie führt durch Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien – bis in die kroatisch-bosnische Grenzregion. Mit Stolz trägt Posiloviv die blaue Interhelp-Kappe, das „Markenzeichen“ der ehrenamtlichen Helfer aus Hameln, die derzeit in fünf Ländern auf zwei Kontinenten im Einsatz ist. Behmann nickt. „Ja, es stimmt. Was wären wir ohne die Spender? Sie helfen uns helfen - sie sind die wahren Helden.“

Ehrenamtliche ICH-Helfer, allen voran Logistik-Chef Karl-Werner Coith - und Mitarbeiter der Spedition Stephan Torster haben den Lastzug beladen - per Hand und mit einem Gabelstapler. Gemeinsam mit Karl-Werner Coith wickelte Interhelp-Vorstandsmitglied Claudia Behmann den Transport ab. Es gab wieder viel Papierkram zu erledigen. Ohne Hilfe ging’s nicht: Torster-Teamleiter Sebastian Hummelmeier hatte wochenlang die Spendenannahme koordiniert und gemeinsam mit seinen Kollegen die Hilfsgüter auf Euro-Paletten verpackt und den Schwerlastwagen beladen.

Die Sammelaktion für die Erdbeben-Opfer in Kroatien ist damit abgeschlossen - aber die Hilfe für die Not leidenden Menschen geht weiter. „Wie haben Geldspenden erhalten, mit dem wir nun im Zielgebiet Gutes tun können“, sagt Ulrich Behmann. „Wir sind den Gebern und Gönnern ja so dankbar“, sagt der Hamelner. 

Wer Interhelp bei internationalen humanitären Missionen unterstützen möchte, kann Geld auf diese Sonderkonten überweisen. Spendenquittungen werden ausgestellt.

IBAN: DE32 2545 0110 0000 0332 33   

BIC: NOLADE21SWB

(Sparkasse Hameln-Weserbergland)

 

IBAN: DE49 2546 2160 0700 7000 00   

BIC: GENODEF1HMP

(Volksbank Hameln-Stadthagen)

 

Informationen im Internet: www.interhelp.info



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