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Nachweis von Vogelgrippe-Fällen

Erneut Stallpflicht im Landkreis Hameln-Pyrmont

HAMELN-Pyrmont. Hühner, Puten, Perl- und Rebhühner, Fasanen, Laufvögeln, Enten oder Gänse müssen ab Mittwoch (8. Februar) wieder im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont im Stall bleiben. Grund ist der Nachweis mehrerer Fälle der Vogelgrippe im Landkreis und zwar bei zwei Schwänen aus Bad Pyrmont und einer Wildente aus Hameln.

veröffentlicht am 07.02.2017 um 12:48 Uhr
aktualisiert am 07.02.2017 um 18:24 Uhr

Johanna Lindermann

Autor

Volontärin

Nicht einmal eine Woche lang war die Stallpflicht für Geflügel im Landkreis Hameln-Pyrmont aufgehoben, da müssen die Tiere schon wieder eingeschlossen bleiben. Im gesamten Landkreis gilt ab heute wieder die Aufstallungspflicht. Grund für die erneute Anordnung ist der erstmalige Nachweis des Vogelgrippe-Virus bei drei Tieren im Landkreis.

Bei zwei Schwänen in Bad Pyrmont sowie einer Wildente in Hameln wurde gestern die Vogelgrippe nachgewiesen. Auch im gesamten Bundesgebiet breitet sich die Vogelgrippe in den vergangenen Tagen immer weiter aus. Die daher nun erneut verhängte Stallpflicht im Landkreis gilt für alle Hühner, Puten, Perl- und Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Enten und Gänse. Singvögel und Tauben können die Grippe nicht verbreiten. „Das Geflügel soll in fest umschlossenen Ställen untergebracht sein“, sagt Landkreissprecherin Sandra Lummitsch. Provisorien mit vogeldichtem Draht und einem dichten Dach seien aber auch zulässig.

Auch wenn die Anordnung aus Tierschutzgründen nicht leicht falle, beuge sie doch einer Ausbreitung der Seuche und der Tötung vieler Tiere vor. Dies gelte es zu verhindern, sagt Lummitsch. Daher gilt die Stallpflicht zunächst für einen unbestimmten Zeitraum. Vor März werde sie jedoch nicht enden, heißt es aus dem Kreishaus. „Es wird jetzt einige Wochen dauern, bis die Vogelgrippewelle aus der Wildvogelpopulation verschwunden ist.“ Auch wenn in dieser Zeit noch mit weiteren Nachweisen zu rechnen ist, gehen die Fachleute derzeit nicht von einem größeren Massensterben der Wildvögel aus, da diese eine Infektion oftmals überleben und eine Immunität gegen den Erreger aufbauen könnten.

Auch der Frühling könnte bei der Bekämpfung der Vogelgrippe helfen, wie Dr. Peter Bolten, Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung erklärt. „Je näher das Frühjahr mit mehr Sonnenstunden und UV-Strahlung kommt, umso größer ist die Hoffnung, dass das Seuchengeschehen zum Erliegen kommt.“

Bereits Ende November des vergangenen Jahres war in Hameln-Pyrmont vorsorglich die Stallpflicht verhängt worden. Damals wurde das Virus in der Region nachgewiesen, im Landkreis Hameln-Pyrmont waren jedoch noch keine Fälle aufgetreten. Die Stallpflicht endete wie geplant am 31. Januar, da sich auch in diesem Zeitraum keine Fälle der Vogelgrippe zeigten. Seit dem 1. Februar durften Hühner, Gänse und anderes Geflügel daher wieder auf die Wiesen.

Eine erneute Aufstallung werde nun wieder „unendlichen Stress“ für die Tiere bedeuten, die ein permanentes Leben im Stall nicht gewöhnt seien, sagt Peter Jahn aus Pötzen. Die Hühner, Puten und Enten des Rassegeflügelzüchters leben auf der Wiese, nur nachts halten sie sich im Stall auf. Aufgrund der Stallpflicht sei nun die diesjährige Nachzucht gefährdet, da der Züchter die Tiere nicht „zusammenpferchen“ will. Zudem könnte der Bestand gefährdeter Rassen, wie etwa der Ramelsloher Hühner, die bereits auf der Roten Liste stehen, durch Notschlachtungen weiter schrumpfen. Bereits Ende 2016 hatten einige Geflügelbesitzer ihre Tiere schlachten lassen, um ihnen den Stress im Stall zu ersparen. Dabei sieht Jahn die Ursache der Vogelgrippe vor allem in der Massentierhaltung. „Bei Rassegeflügelzüchtern gab es noch keine Fälle, wohl aber in der Massentierhaltung – und diese Tiere leben bereits im Stall, während unsere auf der Wiese sind.“ Er hofft, dass das Friedrich-Löffler-Institut, das die Vogelgrippe untersucht, bald nähere Erkenntnisse zu den Ursachen der Seuche gewinnt.

Der aktuelle Vogelgrippestamm H5N8 sei für den Menschen ungefährlich, heißt es vom Landkreis. Es handele sich ausschließlich um eine Tierseuche. Angst beim Verzehr vom Geflügel sei allerdings unbegründet. „Lebensmittel dürfen nur von gesunden Tieren gewonnen werden, daher kann man Geflügelprodukte weiterhin verzehren“, versichert Lummitsch.


Weitere Informationen sind im Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung bei Frau Dr. Himmelsbach unter 05151/9032522 erhältlich.



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