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Er war bei den Lesern eine feste Institution

Ulrich Reineking ist tot. Die Nachricht traf gestern Morgen seine Familie, seine Freunde und die Redaktion völlig überraschend. Am Montag vergangener Woche hat er noch mit gewohnt überschäumendem Temperament gemeinsam mit seinem Gitarristen und Freund Volker Buck die Kabarettsaison eröffnet.

veröffentlicht am 04.10.2009 um 19:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:21 Uhr

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Gestern wollte er wie gewohnt sein „Guten Morgen“ schreiben, was „ur“ nicht einmal versäumt hat, wenn er eigentlich wegen Grippe das Bett hätte hüten müssen. Jetzt ist sein Stuhl vor dem Computer leer und auch wir, die Arbeitskollegen, sind fassungslos. Ulrich Reineking ist 60 Jahre alt geworden.
Reineking war Journalist und Kabarettist mit Leib und Seele. Er hat beide Berufe nicht einfach nur ausgeübt, sondern gelebt. Mühelos fand er sich in den verrücktesten Situationen zurecht, die dieser Beruf zu bieten hat und konnte mit Menschen reden, wie kein zweiter. Die haben ihm ihre Sorgen und Nöte offenbart – weit über das Maß hinaus, das ein Journalist erwarten würde. Dazu schwang, egal über welches Thema er redete und schrieb, ein Erfahrungs- und Wissensschatz mit, der oft staunen ließ.

So verschlungen sein beruflicher Werdegang war – geboren in Möllenbeck, Abitur in Rinteln, Studium der Theologie, Psychologie und Philosophie in Braunschweig und Berlin, dann freier Journalist, Werbetexter und Autor, bis er in Bremen für Radio Bremen und die Tageszeitung „taz“ arbeitete – eine Linie hat Reineking nie verlassen: die des kritischen wie mitfühlenden Beobachters des manchmal absurden Lebens und Treibens auf dieser Welt. Reineking heiratete und bald kam seine erste Tochter Ulrike zur Welt. Noch in Bremen wurden seine zweite Tochter Lotta und sein Sohn Linus geboren. Seit 1995 arbeitete er für Schaumburger Zeitung und Dewezet. Die Herzen seiner Leser eroberte Reineking nicht nur mit seinen feinen Beobachtungen und Alltagsphilosophien im täglichen „Guten Morgen“ auf der Hameln-Seite, sondern auch mit seiner heiteren Wochenend-Kolumne „Bevor ich es vergesse…“. Wie kein anderer schaute er dem Volk aufs Maul. Auf der Weserbergland-Seite berichtete er immer wieder sachlich und kompetent über Ereignisse und Vorfälle in der Region. /wm

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