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Patienten müssen öfter auf Alternativen ausweichen

Engpässe bei Medikamenten

WESERBERGLAND. Wer ein Medikament braucht, könnte derzeit Pech haben. Durch Lieferengpässe sind einige Mittel in den Apotheken knapp geworden. „Das zieht sich durch alle Wirkstoffgruppen“, sagt Hendrik Diepenbrock, Inhaber der Kur-Apotheke in Bodenwerder und Vorsitzender des Bezirks Hameln-Pyrmont beim Landesapothekerverband Niedersachsen. Wichtige Herzmittel seien teilweise nicht verfügbar, aber auch einfache Dinge wie Antibiotika und Mittel für chronisch kranke Menschen.

veröffentlicht am 08.05.2019 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 08.05.2019 um 18:42 Uhr

Gibt es Probleme in der Produktion, wird die Versorgung mit Medikamenten eng. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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„Es sind 142 verschiedene Präparate, die bei uns nachgefragt wurden und zur Zeit nicht lieferbar sind“, sagt Birgit Köpps-Padberg, Inhaberin der Allee-Apotheke und Sprecherin der Hamelner Apotheken. Besonders extrem sei es bei dem Blutdruckmittel Valsartan. Da hier der Wirkstoff fehle, könne auch nicht auf andere Hersteller zurückgegriffen werden.

Diepenbrock erklärt, es könne immer passieren, dass eine Produktionsanlage in einer Firma ausfalle. Oft seien Lieferausfälle jedoch kein Problem, weil dann auf das Präparat einer anderen Firma zurückgegriffen werden könne. Schwierig werde hingegen, wenn es an den Zutaten für die Arzneimittel, also den Wirkstoffen, fehle und infolgedessen verschiedene Hersteller ihre Präparate nicht liefern können. Ein anderes Problem könnte sein, dass die Engländer im Zuge des Brexit versuchen, sich zu bevorraten und diese Medikamente dann hier auf dem Markt fehlen, meint Diepenbrock. Viele Firmen würden auch Lohnhersteller nutzen, die gleich für mehrere Firmen ein Präparat herstellen. Wenn dann etwas ausfällt, ziehe sich das durch die gesamte Branche. Die Probleme in der Produktion von Arzneimitteln würden auch an der Umstellung auf securPharm liegen, meint Köpps-Padberg. Das neue System soll Arzneimittel vor Fälschungen sicherer machen. Dafür bekommen die Verpackungen künftig einen individuellen Barcode, mit dem sich die Echtheit per Scan in der Apotheke überprüfen lässt. Als weiteres Sicherheitsmerkmal gibt es einen Öffnungsschutz, der garantieren soll, dass Schachteln nicht schon aufgemacht oder Pillen umverpackt wurden. Die neuen Verpackungen erreichen die Apotheken jetzt nach und nach.

Bei der Suche nach Alternativen, wenn ein vom Arzt verschriebenes Präparat nicht vorhanden ist, müssten auch die von den Krankenkassen geschlossenen Rabattverträge beachtet werden, sagt Köpps-Padberg. Gebe es nur Ausweichmöglichkeiten, die teurer sind als das verschriebene Präparat oder der Arzt nur das bestimmte Mittel zulässt, müsse das Rezept vom Arzt entsprechend geändert werden. Dadurch entstehen zusätzliche Wege und Arbeit. „Viel schlimmer finde ich die Unsicherheit, die die Kunden haben, wenn sie ihr gewohntes Medikament nicht bekommen“, sagt Köpps-Padberg – und gibt Patienten den dringenden Rat, die Apotheke vor Ort zu nutzen. Denn dort könne bei Fragen gleich im direkten Gespräch beraten werden.



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