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Spätestens in zehn Jahren steht der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont vor großen Problemen

Eklatanter Nachwuchsmangel

HAMELN-PYRMONT. Mit großer Ernsthaftigkeit und viel Engagement, das sich in zahlreichen Wortbeiträgen manifestierte, absolvierten die Mitglieder des Kreiskirchentages ihre Frühjahrssitzung im Gemeindezentrum der Martin-Luther-Kirchengemeinde. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Kirchenkresi Hameln-Pyrmont unter Nachwuchsmangel leidet.

veröffentlicht am 06.04.2017 um 19:40 Uhr

Foto: Pixabay
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Unter der Leitung des Vorsitzenden Dietrich von Hake wurden die Routinepunkte der Tagesordnung zügig abgearbeitet, dann steuerte die Versammlung auf den ersten Höhepunkt zu. Mit dem Ephoralbericht legte Superintendent Philipp Meyer umfangreich Rechenschaft über die Arbeit des Kirchenkreises im vergangenen Jahr ab, wobei sich kritische Anmerkungen und positive Entwicklungen in etwa die Waage hielten. Zu den Aufgaben des Kirchenkreises gehören beispielsweise Visitationen, die in Aerzen, Groß Berkel und Hemeringen-Lachem durchgeführt wurden oder auch die Kirchenkreiskonferenz mit der interessanten Klausurtagung „Was macht mich zufrieden“. Ein ganzer Forschungsbereich beschäftigt sich mit dem Thema, was uns gesund oder krank macht und wie sich die Zufriedenheit mit Arbeit und Umfeld auf das Befinden auswirkt. Unter dem Strich sei eine relativ große Zufriedenheit unter den im seelsorgerischen Tätigkeitsfeld Beschäftigten festgestellt worden, berichtete Meyer: „Doch erstaunlicherweise war besonders bei den Superintendentinnen und Superintendenten die Zufriedenheit sehr groß.“ Sorgen bereiten die Vakanzen, denn obwohl die Krankenhausseelsorge in Bad Pyrmont durch Pastorin Birgit Löhmann wieder besetzt und auch in Aerzen das Ende der Vakanz abzusehen sei, ist doch noch eine Pastorenstelle in Holtensen vakant. Dazu zeichnet sich ein eklatanter Nachwuchsmangel ab, denn „in zehn Jahren rollt eine Pensionswelle auf uns zu, die etwa die Hälfte aller Pastorenstellen betrifft,“ stellte Philipp Meyer fest. Der fehlende Nachwuchs werde zu weiteren Vakanzen führen, zumal die junge Generation nur sehr schwer für ein kirchliches Engagement zu begeistern sei. Die sogenannte „Generation Y“ lege eher Wert auf „Work-Life-Balance“, sei medienaffin, habe wenig „Institutionsvertrauen“ und verfolge ganz andere Lebensentwürfe als die jetzt tätige Generation. Man müsse sich also überlegen, inwieweit ein Personalmarketing angestoßen und neue Wege zur Akquisition von Kirchenmitarbeitern beschritten werden sollten. Ein besonders positiver Aspekt war jedoch das 500-jährige Reformationsjubiläum, das im Kirchenkreis mit mehr als 100 Veranstaltungen und darüber hinaus mit vielen Aktionen begangen werden soll. Bisher existieren schon drei Faltblätter mit Informationen, eine „lange Nacht der Kirchen“ ist geplant, und auch die Kirchentage sowie die „Weltausstellung Reformation“ in der Lutherstadt Wittenberg stehen auf der Agenda. Zur im Jahr 2018 anstehenden Kirchenvorstandswahl referierte Pastorin Friederike Grote und wies auf die Notwendigkeit einer frühzeitigen Planung und Sorgfalt bei der Auswahl der Kandidaten hin. Das zweite Highlight der Sitzung bestritt Rainer Koch, seit Januar Referent für missionarische Dienste im Haus kirchlicher Dienste, Hannover. Inspiriert durch die anglikanische Kirche in England und durch die Bewegung „Fresh Expression of Church“ setzte er sich eloquent dafür ein, Menschen milieusensibel dort aufzusuchen, wo sie leben und mit ihnen gemeinsame Formen von Spiritualität und Kirche zu entwickeln. Dazu lud er zu einem spannenden Experiment ein, in dem sich jeder einem „Lieblingsort“ zuordnen konnte, um dort mit seinen Nachbarn über die vielfältigen Möglichkeiten zu diskutieren, diesen Ort als Kirche zu nutzen. Das „Gedanken-Experiment ‚Wie würdest Du Kirche neu beginnen?‘“ zeigte auf erstaunliche und kreative Weise auf, dass es überall möglich sein kann, Türen für den Glauben zu öffnen. Und die positiven Reaktionen der Teilnehmer geben Anlass zu der Vermutung, dass sich diverse Anregungen auch in einigen Gemeinden wiederfinden lassen.

Superintendent Meyer Foto: ar
  • Superintendent Meyer Foto: ar
Dietrich von Hake Foto: ar
  • Dietrich von Hake Foto: ar
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