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Bis zur Urabstimmung wird aber weiter gestreikt

Einigung bei Ameos-Tarifverhandlungen

HILDESHEIM/HAMELN. Nach mehrwöchigen Streiks hat es bei den Tarifverhandlungen zwischen dem Krankenhauskonzern Ameos und der Gewerkschaft Verdi am späten Mittwochabend eine Einigung gegeben. Wie Verdi am Donnerstag mitteilte, verständigte man sich auf eine Verlängerung des Kündigungsschutzes, eine Gehaltserhöhung um insgesamt 6,75 Prozent und die Übernahme eines Teils der Leiharbeiter.

veröffentlicht am 04.08.2016 um 08:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:53 Uhr

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Michael Zimmermann

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Der neue Tarifvertrag sehe eine Gehaltserhöhung von 6,75 Prozent in sechs Schritten bis 20. April 2019 vor, teilte die Gewerkschaft mit. Die Jahressonderzahlung soll vollständig erhalten und ab 2017 auf die Monatsgehälter aufgeteilt werden. Die Auszubildenden würden weiterhin auf dem Niveau des Tarifvertrages im öffentlichen Dienst entlohnt. Im dritten Jahr der Laufzeit sollen sie außerdem 32,50 Euro mehr im Monat erhalten, was insgesamt ein Plus von 97,50 Euro ergebe.

Besonders umstritten war die Frage des Kündigungsschutzes. Dieser sollte Ende des Jahres auslaufen. Die Gewerkschaft hatte eine Verlängerung der Sicherheit für zehn Jahre gefordert, jetzt soll sie für die Laufzeit des Tarifvertrages bis 30. April 2019 gelten.

Weiterer Knackpunkt war die Zahl der Leiharbeitnehmer. An Standorten wie Hameln seien in der Pflege rund 80 Prozent der Mitarbeiter in Leiharbeit beschäftigt, hieß es. Um diese Zahl zu reduzieren, hätten sich beide Seiten darauf verständigt, dass Ameos insgesamt 50 Leiharbeitnehmer unbefristet einstellen soll.

Beide Seiten zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. Verdi-Fachbereichsleiter Joachim Lüddecke meint, dass sich dieses sehen lassen könne: „Dies war ein äußerst schwieriger Tarifkonflikt. Die Sicherung des Kündigungsschutzes und die Übernahme von LeiharbeitnehmerInnen hat einiges gekostet.“ Auch Ameos-Sprecher Gerald Boehnisch ist froh, dass es eine Einigung gab: „Es war höchste Zeit. Der Streik hat lange genug gedauert.“ Die Zugeständnisse des Klinkkonzerns seien bis an die Grenze des Vertretbaren gegangen, sagte Boehnisch. Bis Mitte kommender Woche wolle man das volle Therapieangebot schrittweise wieder hochfahren. Bereits jetzt kehrten einige Arbeitnehmer wieder an ihre Arbeitsplätze zurück.

In den kommenden Tagen werden die Verdi-Mitglieder informiert und können über das Ergebnis diskutieren. Am Montag und Dienstag sollen sie dann in einer Urabstimmung entscheiden. Erst danach werde der Streik ausgesetzt, so die Gewerkschaft. Bei einer Zustimmung ginge einer der längsten Arbeitskämpfe im Klinikbereich Niedersachsens zu Ende.



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