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Oberschule Hessisch Oldendorf soll um den Bereich Technik und Gestaltung erweitert werden

Eine ganz schwere Geburt

Hameln-Pyrmont. Die Oberschule Hessisch Oldendorf soll zum 1. August 2015 und damit mit Beginn des neuen Schuljahres um eine Fachoberschule Technik und Gestaltung erweitert und als Außenstelle der Hamelner Eugen-Reintjes-Schule angegliedert werden. Diese Entschlussempfehlung hat gestern der Kreisschulausschuss dem Kreistag Hameln-Pyrmont gegeben, um insbesondere für Schüler der 5. und 6. Klassen den Schwerpunkt auf eine berufliche Orientierung zu legen. Vorausgegangen war ein „beteiligungsorientierter Prozess“, bei dem Schulelternräte der Hessisch Oldendorfer Grundschulen sowie Lehrer und Schüler der Oberschule und ein von der Stadt Hessisch Oldendorf benannter Vertreter der Wirtschaft dieses Konzept erarbeitet hatten. Allerdings nur mit knapper Mehrheit, wie Kreisrätin Petra Broistedt betonte.

veröffentlicht am 26.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Und so war es eine ganz, ganz schwere Geburt, bis sich die Politik zu der Entscheidung durchringen konnte, an die Oberschule eine Fachoberschule anzudocken.Vorausgegangen war eine zweimal unterbrochene, fast zwei Stunden dauernde sehr emotionsgeladene Diskussion, in deren Verlauf Heinrich Fockenbrock (FDP) die Ausschussvorsitzende Mechthild Clemens noch einmal zum Rücktritt aufforderte. Der Liberale warf der Grünen-Politikerin erneut vor, mit ihrer Äußerung, „Die haben bestimmte Sachen einfach noch nicht verstanden“ die Lehrerschaft diffamiert zu haben. Ursula Körtner (CDU) bezeichnete diese Formulierung als „Frechheit“ und unterstellte der Vorsitzenden, nicht den Ausschuss zu repräsentieren, sondern in ihrer Funktion grüne Parteipolitik im Sinne einer IGS zu betreiben. Clemens jedoch, der seitens der Christdemokratin auch die Neutralität abgesprochen worden war („Für uns als CDU sind Sie so oder so keine Vorsitzende mehr“), lehnte einen Rücktritt ab. Sie stellte in einer persönlichen Erklärung klar, diese Aussagen bei einer Parteiversammlung gemacht zu haben und gab an, dass diese aus dem Zusammenhang gerissen in die Öffentlichkeit gelangt seien. „Ich trete nicht zurück, sondern mache meine Arbeit weiter wie bisher“, sagte Clemens, die auch eine Entschuldigung ablehnte.

Ob der zuvor gefasste Beschluss im Kreistag am 9. Dezember Bestand haben wird, bleibt jedoch abzuwarten, denn die aus SPD, Grünen und Piraten bestehende Mehrheitsgruppe hatte sich vehement dafür eingesetzt, durch die Kreisverwaltung im ersten Halbjahr 2015 eine Elternbefragung zur Umwandlung der Oberschule Hessisch Oldendorf in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) vorbereiten zu lassen. Und zwar erst zum 1. August 2016, wie Kreisrätin Petra Broistedt vor der Politik betonte. Doch die Gruppe wollte nicht an den Eltern „vorbeientscheiden“, wie mehrfach betont wurde.

Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Veto der Opposition aus CDU, FDP und Unabhängigen sowie an den stimmberechtigten Interessenvertretern. „Lassen Sie einfach mal die Experten reden“, forderte Anja Grabbe für die Lehrer in Hessisch Oldendorf. Die nämlich hätten zusammen mit Schüler- und Elternvertretern das Konzept mit der Fachoberschule erarbeitet. „Damit haben sie ein klares Statement abgegeben“, betonte Grabbe.

Die Mehrheitsgruppe bat daraufhin um eine Sitzungsunterbrechung, um sich beraten zu können. Anschließend sollten auf Vorschlag von Constantin Grosch beide Möglichkeiten zugelassen werden. Der Pirat wollte in der Vorlage das Wort „oder“ durch „und“ ersetzt haben und damit sowohl die Erweiterung der Oberschule Hessisch Oldendorf um die Fachoberschule als auch die Elternbefragung zur IGS zulassen. Als die Abstimmung der Mehrheitsgruppe mit 7:8 eine Schlappe bescherte, sollte auf Antrag von Britta Kellermann (Grüne) die Abstimmung wegen Beratungsbedarfs in den Kreistag geschoben werden. Doch einmal mehr konnten sich Sozialdemokraten, Grüne und Pirat nicht durchsetzen. Sie scheiterten wieder mit 7:8 Stimmen. Bei der Abstimmung zur Fachoberschule Technik und Gestaltung enthielten sich dann die Vertreter der Mehrheitsgruppe. Beobachter der Sitzung gehen nun davon aus, dass SPD, Grüne und Pirat diese Entscheidung im Kreistag mit ihrer Mehrheit korrigieren werden. In diesem Gremium nämlich sind nur Politiker und keine Lobbyisten vertreten.



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