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Das Bauwerk zwischen Fuhlen und Hessisch Oldendorf ist jetzt vollständig über die Weser gezogen

Eine Brücke feiert Hochzeit

FUHLEN. Jetzt ist die Brücke am anderen Ufer angekommen und verbindet über die Weser hinweg Hessisch Oldendorfs Kernstadt und Fuhlen. Nachdem der Großteil des Verschubs bereits am Mittwoch und Donnerstag stattfand, wurden am Freitag die restlichen 40 Meter gezogen. Im Sommer 2018 sollen hier die ersten Autos fahren.

veröffentlicht am 20.10.2017 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 20.10.2017 um 19:40 Uhr

Von der alten Brücke aus verfolgten einige Besucher trotz des Regens gebannt die letzten Meter des Verschubs. Foto: jli
Johanna Lindermann

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Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite
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„Hochzeit“ oder auch „Kuss“ waren Begriffe, die für den finalen Moment fielen, wenn die Brücke das andere Ufer erreichte. Was romantisch klingt, hat einen technischen Hintergrund. „Die Brücke wird auf drei Widerlager aufgelegt, die die Kräfte aufnehmen“, erklärt Markus Brockmann, Leiter der Niedersächsischen Landesbaubehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Dabei werde die Brücke nicht fest verankert, sondern sie müsse, wie auch schon die jetzige Brücke, bei Belastung auch leicht schwingen und sich verdrehen können. „Damit die Brücke aber nicht in Eigenschwingung gerät, was gefährlich für das Bauwerk und unangenehm beim Überqueren wäre, werden noch Schwingungsdämpfer eingebaut“, sagt Brockmann. „Das kann man sich vorstellen wie Stoßdämpfer beim Auto.“

Dabei hat das Bauwerk die wirklich endgültige Position noch gar nicht erreicht, wie Karsten Mohr, Projektleiter für den Stahlbau des Unternehmens SAM, anmerkt. „Die Brücke kommt gut ein bis zwei Meter zu hoch an und wird dann mit Pressen auf die richtige Höhe hinuntergelassen.“

Als folgende Arbeiten müssen danach noch unter anderem die Fahrbahn auf der Brücke asphaltiert und eine Anschlussstraße zur neuen Brücke gebaut werden. Voraussichtlich im Sommer 2018 kann die neue Weserbrücke dann für den Verkehr freigegeben werden.

„Die Weser von oben“, erhältlich im Dewezet-Online-Shop und in der Geschäftsstelle.
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Die Dorfgemeinschaft Fuhlen trotzte dem Wetter, schenkte Kaffee an die Besucher aus und verkaufte den „Brückenpott“. Fotos (2): jli
  • Die Dorfgemeinschaft Fuhlen trotzte dem Wetter, schenkte Kaffee an die Besucher aus und verkaufte den „Brückenpott“. Fotos (2): jli
Die Tasse zum Brückenverschub ist für 7 Euro bei der Dorfgemeinschaft Fuhlen zu erwerben. Ansprechpartner ist Kai-Uwe Eggers (05152/ 51990). Foto: jli
  • Die Tasse zum Brückenverschub ist für 7 Euro bei der Dorfgemeinschaft Fuhlen zu erwerben. Ansprechpartner ist Kai-Uwe Eggers (05152/ 51990). Foto: jli

Die wenigen Hundert Schaulustigen, die am Freitag auf der für den Verkehr gesperrten Weserbrücke die letzten Meter des Verschubs verfolgen, sind trotz des zunächst schlechten Wetters begeistert. „So etwas kriegt man nicht alle Tage zu sehen“, ist unter den bunten Regenschirmen auf der – wie man nun sagen muss – „alten“ Brücke zu hören. Der ein oder andere Besucher war sogar schon beim Verschub dieser Brücke im Jahre 1953 dabeigewesen.

Information

Die Tasse zum Brückenverschub ist für 7 Euro bei der Dorfgemeinschaft Fuhlen zu erwerben. Ansprechpartner ist Kai-Uwe Eggers, Telefon 05152/ 51990.

Die Dorfgemeinschaft Fuhlen, die ein großes Brückenfest organisiert hat, lässt sich durch den Regen nicht entmutigen. „Wir freuen uns, dass die Resonanz trotz des Wetters so gut ist“, sagt Kai-Uwe Eggers im Namen der Fuhlener Dorfgemeinschaft. „Da haben sich unsere Vorbereitungen gelohnt.“ Der Erfolg liege im guten Zusammenhalt des Ortes Fuhlen. „Die Dorfgemeinschaft funktioniert großartig. Viele Einwohner haben heute Morgen spontan gefragt, ob sie mithelfen können.“ Unter schützenden Zelten sind es deshalb viele Helfer, die Kaffee, Glühwein, Kuchen und Bratwürste an hungrige und durchgefrorene Schaulustige verkaufen. Darüber hinaus können Besucher den „Brückenpott“ erwerben, eine eigens angefertigte Tasse zum Brückenverschub, die neben der neuen und der alten auch die historische Brücke zeigt. Der Erlös soll einem ganz besonderen Zweck zugutekommen: „Wir würden gerne einen Teil der alten Weserbrücke kaufen“, sagt Eggers. „Vielleicht können wir ihn dann in Fuhlen ausstellen. Das wäre ein schönes Erinnerungsstück.“

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