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Landkreis will Auftrag vergeben / Voraussetzung für Fördermittel des Landes Niedersachsen

Ein Plan für den Naturpark

Weserbergland. Um auch in Zukunft Fördergelder des Landes Niedersachsen für den Naturpark Weserbergland zu bekommen, haben der Kreisausschuss und der Ausschuss für Erneuerbare Energien, Umwelt und Wirtschaft dem Landkreis Hameln-Pyrmont den Auftrag erteilt, federführend für Hameln-Pyrmont und den Landkreis Schaumburg einen Entwicklungsplan für den Naturpark zu erstellen.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 19:49 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:35 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Der Auftrag ist an die Voraussetzung geknüpft, dass die Gesamtfinanzierung der Entwicklungskosten in Höhe von etwa 60 000 Euro gesichert ist. Von diesen Kosten soll das Land 65 Prozent (39 000 Euro) übernehmen, der Landkreis Hameln-Pyrmont 14 000 Euro und der Landkreis Schaumburg 7000 Euro.

Vom Land wird die Förderung damit begründet, dass mit der Entwicklung dieser Pläne – die meisten Naturparks verfügen bislang noch nicht über ein derartiges Planungsinstrument – das niedersächsische Natur- und Kulturerbe sowie die Sicherung der biologischen Vielfalt gemäß der Richtlinie „Landschaftswerte“ gefördert werden kann.

Bereits am 22. Dezember 2015 hatte der Landkreis zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Strategieentwicklung“ des Naturparks ins Kreishaus nach Hameln eingeladen, an der neben den Hauptverwaltungsbeamten der im Naturpark beheimateten Kommunen Vertreter der politischen Parteien der beiden Kreistage, das Landvolk, Vertreter der Forstämter sowie des Amtes für regionale Landesentwicklung eingeladen worden waren. Wie dem Umweltausschuss auf seiner jüngsten Sitzung mitgeteilt wurde, ist das wesentliche Ergebnis dieser Strategieveranstaltung, dass sich die künftige Entwicklung des Naturparks innerhalb der Bereiche Umwelt, Bildung und Kommunikation sowie nachhaltige Regionalentwicklung auf Erholung und nachhaltigen Tourismus sowie Naturschutz und Landschaftspflege konzentrieren soll.

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Foto: pr
  • Foto: pr

Als Stärken des im Jahr 1975 ins Leben gerufenen Naturparks Weserbergland, der eine Größe von 1160 Quadratkilometer hat, wurden in einer Bestandsaufnahme die folgenden Punkte genannt:

die attraktive Landschaft, dabei vor allem die bewaldeten Höhenzüge und die Flusstäler;

die guten Wanderangebote mit den drei Qualitätswanderwegen Weserbergland-Weg, Ith-Hils-Weg und Hansa-Weg, zwei Pilgerwege (Loccum–Volkenroda und Sigwardsweg), verschiedene kommunale Rundwanderwege und seit kurzer Zeit auch wieder nutzbar gemachte Fernwanderwege;

ein attraktives Radwanderangebot mit zahlreichen überregional angebundenen Radfernwegen sowie lokalen Themen-Radwegen;

die Attraktion Weser mit ihrem Nebenfluss Emmer, die beide auch als Kanurevier genutzt werden;

die Kletterreviere an Ith und Kanstein mit ihrer guten Erreichbarkeit für Besucher aus den Ballungsräumen Hannover und Minden/Bielefeld per Straße und Schiene;

attraktive Orte mit mehreren sehenswerten Kurparks, Freizeitangebote, Naturerlebnisorte, Besucherbergwerke, Aussichtstürme, historische Altstädte, Schlösser und Burgen, Klöster und Stifte.

Als Schwächen des Naturparks werden

  • die mäßig attraktive Landschaft zwischen den Höhenzügen mit Ausnahme der Flusstäler,
  • die geringe Wahrnehmung des Naturparks durch die Bewohner der Region und die Touristen,
  • eine mangelhafte Vermarktung, eine veraltete Naturpark-Wanderkarte,
  • ein schlechtes ÖPNV-Angebot abseits der Bahnlinien,
  • Konflikte zwischen Naturschutz und touristischen Naherholungsinteressen wie zum Beispiel beim Wandern oder Kanufahren,
  • Beeinträchtigungen durch Verkehrsanlagen, Gewerbe und Industrie, die Windenergieanlagen, das Atomkraftwerk Grohnde und der Lagerstättenabbau in Steinbrüchen,
  • eine nur gering ausgeprägte regionale Identität sowie
  • kaum regionale Wertschöpfungsketten genannt.

Für den zu erstellenden Entwicklungsplan soll zunächst eine eine detaillierte Bestandsaufnahme erfolgen, danach ein Leitbild entwickelt und die zu erreichende Ziele festgelegt werden. Dies, so die Teilnehmer während der Diskussion im Dezember, sei wichtig in der Argumentation gegen den Bau neuer Windenergieanlagen. Zu prüfen sei die Frage, ob eine Vermarktung heimischer Produkte unter einem Naturpark-Label ähnlich dem der Solling-Vogler-Region sinnvoll und möglich ist. Zum Thema Bildung soll untersucht werden, welche Angebote bereits vorhanden sind oder noch unter dem Dach des Naturparks entwickelt und angeboten werden können. Auch wird darüber nachgedacht, ob der Naturpark künftig ein Logo, beispielsweise eine für das Weserbergland typische Tierart, als Imageträger benötigt und wie das Thema Artenvielfalt zu behandeln ist. Auch eine alternative Förderung über die Leader-Programme sei zu prüfen.



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