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Die Nachricht vom Tod des Interhelpers und Unternehmers hat Betroffenheit ausgelöst

Ein Helfer in der Not – Reinhold Klostermann gestorben

Er hat Humanität gelebt wie kaum ein anderer, er hat Menschen in Not geholfen, wo er nur konnte – bis ihn seine Kräfte verließen. Die Nachricht von seinem Tod hat nicht nur im Weserbergland tiefste Betroffenheit ausgelöst. Reinhold Klostermann ist am 3. April von uns gegangen – viel zu früh, im 65. Lebensjahr.

veröffentlicht am 11.04.2020 um 08:00 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Chefreporter zur Autorenseite

Wegbegleiter aus Sri Lanka, Nepal und von den Philippinen sind geschockt und trauern gemeinsam mit seiner Frau Katrin und seinen Kindern Tabea und Nils. Reinhold Klostermann ist am 3. April von uns gegangen – viel zu früh, im 65. Lebensjahr. Der heimische Krankentransport-Unternehmer und stellvertretende Interhelp-Vorsitzende bleibt unvergessen. Wer Reinhold Klostermann kannte, der weiß, dass er ein Kämpfer war. Er hat sich mit Leidenschaft eingesetzt für die Rechte und den Schutz von Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen, er hat gekämpft für Gerechtigkeit und Fairness, gegen Hunger und Ungleichbehandlung.

Nächstenliebe war ihm wichtig. Der ehrenamtliche Leiter der Interhelp Medical Task Force war immer zur Stelle, wenn es darum ging, Armen, Kranken und Verletzen zu helfen – am Kuckuck in Rohrsen ebenso wie auf Sri Lanka, auf Sumatra, auf Haiti, auf den Philippinen, in Nepal oder während des Krieges an der kroatisch-bosnischen Grenze. Die humanitäre Hilfe, der Dienst am Nächsten – das war sein Leben: Reinhold Klostermann hat dem alles untergeordnet.

Nicht erst seit dem Tsunami, der 2004/2005 in Südostasien für Tod und Verderben sorgte. Wochenlang hat der examinierte Krankenpfleger und Lehrrettungsassistent seinerzeit 18 500 Menschen in Not geholfen. Bis zur totalen Erschöpfung. Er war für Interhelp im Einsatz, am Tage und – falls nötig – auch in der Nacht. „Der Tod unseres Freundes hat uns zutiefst geschockt. Viele Menschen haben ihm ihr Leben zu verdanken“, schreibt Amarasiri Kuruwage, ehemaliger Coordinating Secretary des Justizministers von Sri Lanka. Reinhold Klostermann war unermüdlich und hart gegen sich selbst.

Reinhold Klostermann.

Er hatte ein besonders ausgeprägtes Helfer-Gen und ein gutes Herz. Im Alter von 24 Jahren ging er zum Deutschen Roten Kreuz in den Rettungsdienst, half 1981 Bootsflüchtlingen aus Vietnam und leistete medizinische Hilfe in Djibouti am Horn von Afrika. Im Jahr 2005 – nach zahlreichen Hilfseinsätzen auf Sri Lanka – haben wir gemeinsam Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe – aus der Taufe gehoben. Reinhold war bis zuletzt mein Stellvertreter.

Auf ihn konnte ich mich stets verlassen. „Klosti“, wie ihn seine engen Freunde respektvoll nennen durften, war aber auch Unternehmer. Ende der 1980er Jahre machte er sich selbstständig und gründete den Centralen Krankentransport. Er war ein Retter mit Leib und Seele und ein Chef, der vom frühen Morgen bis zum späten Abend in seiner Firma war und selbst mit anpackte. Oft saß er in seiner Leitstelle am Hastenbecker Weg und nahm Anrufe von Kranken entgegen – auch in seiner Funktion als Koordinator der Ärztlichen Notdienstpraxis.

Reinhold Kostermann war aber auch ein politischer Mensch – viele Jahre engagierte er sich als stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP in Hameln-Pyrmont. Und er setzte sich für die Gemeinschaft ein – als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Einkaufsmeile Bahnhofstraße ebenso wie als Katastrophenschutzbeauftragter des Bundesverbandes der Privaten Rettungsdienste. „Ohne meine liebe Katrin ginge das alles nicht“, hat er immer wieder gesagt.

Katrin Klostermann hat mit ihrem Mann gehofft, gebangt und gelitten – sie stand an seiner Seite, bis zuletzt, als Ehefrau und als Klinikärztin.

Reinhold Klostermanns Tod lässt uns fassungslos zurück. Ich bin sehr traurig, denn ich habe einen meiner besten Freunde verloren.



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