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Debatte über Rechtsextremismus

„Ein erschreckendes Klima der Angst“

Bückeburg/Stadthagen (ssr). Über den Grad an Gefährdung durch rechtsextreme Jugendliche in Bückeburg bestehen weiterhin unterschiedliche Einschätzungen. Das ist während einer Diskussion der Volkshochschule Schaumburg am Montagabend zum Thema „Angriff von Rechtsaußen“ im Stadthäger Ratskeller deutlich geworden.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

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Nach Überzeugung des hiesigen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy handelt es sich in Bückeburg „nicht um ein Rechts-Links-Problem, wie gelegentlich behauptet wird“. Richtig sei vielmehr: „Hier bereiten Rechtsextremisten demokratischen Jugendlichen Angst und Einschüchterung.“ Er mache sich über Haltungen Sorgen, die dem Phänomen mit der Grundeinstellung „Ist ja alles nicht so schlimm“ begegneten, fügte Edathy hinzu. Gefordert sei vielmehr der Maßstab „null Toleranz“.

Wolfgang Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg, sprach hingegen von einem „Konflikt zwischen zwei Gruppen“. Der Polizeichef weiter: „Wir haben noch keinen zutreffenderen Begriff dafür gefunden.“ Tatsache sei, „dass Gewalt von beiden Seiten ausgeht“, fügte Kreykenbohm hinzu. Zwar gehe der Großteil der Übergriffe von der rechtsextremen Szene aus, „aber Gewalt gibt es eben auch aus der anderen Richtung“.

Die Gesamtzahl von 75 gewaltsamen Vorkommnissen biete keinen Anlass für übertriebene Sorgen, so der Polizei-Experte. „Wir hoffen, dass wir die Lage, was polizeiliche Möglichkeiten angeht, in den Griff kriegen.“ Allerdings seien auch andere gesellschaftliche Einrichtungen gefordert.

Von einem „erschreckenden Klima von Angst und Misstrauen“ sprach der Moderator des Podiums, der NDR-Redakteur Stefan Schölermann. Der NDR recherchiere seit Wochen und habe noch nichts gesendet, „weil die Lage sehr kompliziert und schwierig ist“. Dass in Bückeburg Angst verbreitet sei, bestätigte auch Kreykenbohm. Dies führe leider auch dazu, „dass wir von betroffenen Schülern und deren Eltern manchen Hinweis nicht erhalten, den wir für die Ermittlungen gut gebrauchen könnten“.



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