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Jahresrückblick 2020

Ein Dankeschön an Ärzte und Krankenschwestern

Sie kämpfen tagtäglich auf den Intensivstationen der Kliniken um das Leben von Corona-Patienten: Ärzte, Krankenschwestern, Pflegerinnen und Pfleger. Ihnen gebührt ein großes Dankeschön - nicht nur in diesen schweren Zeiten. Ein Beispiel Deister-Süntel-Klinik.

veröffentlicht am 31.12.2020 um 12:00 Uhr

Sie kämpfen tagtäglich auf den Intensivstationen der Kliniken um das Leben von Corona-Patienten: Ärzte, Krankenschwestern, Pflegerinnen und Pfleger – so auch in der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder. Pflegedienstleiterin Sabine Schönfeld ist eine von ihnen, die wieder einmal auf der Intensivstation aushilft. Corona-Patienten sind pflegeintensiv. Das Personal ist knapp, der Krankenstand hoch. Obwohl das 58-Betten-Haus in Bad Münder nicht verpflichtet ist, Krankenbetten auf der Intensivstation oder auf der Isolationsstation freizuhalten, nimmt die Deister-Süntel-Klinik Covid-19-Patienten auf. Pflegedienstleiterin Sabine Schönfeld streichelt einem alten Mann (86), den sie seit drei Wochen auf der Intensivstation betreut, über die Wange. „Menschliche Wärme ist wichtig“, sagt die Krankenschwester. Der Senior sehe seit langer Zeit nur noch vermummte Menschen. „Da muss man sich schon etwas mehr Zeit nehmen, obwohl wir eigentlich gar keine Zeit haben“, sagt sie. Dr. Martin Bergmann macht Sorgen, dass der Patient in der Nacht sehr unruhig geschlafen hat. „Er hat gekämpft“, sagt der Arzt. „Wir müssen sehr aufpassen, dass er sich nicht unbeabsichtigt den Zentralkatheter oder die Verweilkanülen aus den Venen zieht.“

Sauerstoff, Antibiotika, kreislaufstabilisierende Infusionen, das Covid-19-Arzneimittel Remdesivir und menschliche Zuwendung haben den Senior am Leben erhalten. Krankengymnasten tragen zur Erhaltung seiner Muskulatur bei. „Wir bemühen uns, ältere Patienten so lange es geht, nicht künstlich zu beatmen“, sagt der Ärztliche Direktor und Chef der Intensivstation, Dr. Peter Mäckel. Denn: „Es ist sehr schwer, solche Patienten wieder weg von der maschinellen Beatmung zu bekommen.“

Die Visite im Isolationsbereich der Intensivstation ist zu Ende. Dr. Martin Bergmann und Gesundheitspflegerin Sabine Schönfeld verlassen das Zimmer des Seniors. Das Team betritt eine Schleuse, in der es seine Schutzkleidung ablegt. Sie besteht aus einem Haarnetz, einer Spezialbrille oder einem Face-Shield, einer FFP-2-Maske, Handschuhen und einem wasserundurchlässigen Kittel. Im Reinbereich desinfizieren sich Bergmann und Schönfeld sorgfältig die Hände. Danach legen die Retter wieder die üblichen OP-Masken an. Das An- und Ausziehen der Schutzkleidung ist zeitraubend – und es braucht einen Raum, in dem das Anlegen der Schutzkleidung möglich ist. In der DSK wird dafür ein Intensivzimmer genutzt. Ein Bett im Zimmer des alten Mannes und zwei Krankenbetten im Nebenraum können nicht belegt werden, Corona-Patienten werden in Einbettzimmern behandelt. ube



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