weather-image
21°

Gestern Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe / Fachkräfte im Fokus

Ein Abend am Goldfischteich – viel Applaus für den Business-Talk

Hameln (fh). Von einem „roten Teppich“ für Fachkräfte in der Region sprach schon der Titel des ersten „Businesstalks Weserbergland“. Am Ende des gestrigen Abends war dann aber wohl vor allem ein Bild für den Kampf der Unternehmen um hoch qualifizierte Arbeitnehmer in den Köpfen hängen geblieben: das vom Goldfischteich.

veröffentlicht am 21.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:41 Uhr

270_008_5840416_wb102_2109.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aber der Reihe nach: Die Weserbergland AG, die Agentur für Arbeit Hameln und die Dewezet hatten gemeinsam zu dieser Premiere ins Forum der Handelslehranstalt Hameln geladen – und über 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden, Bildung und Wissenschaft waren der Einladung gefolgt. „Ein beeindruckendes Bild“, wie Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland AG, zur Begrüßung feststellte.

In einem Impulsvortrag beleuchtete zunächst Prof. Dr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln die aktuelle Situation. Von einem generellen „Fachkräftemangel“ wollte er nicht sprechen, von mitunter deutlichen „Fachkräfteengpässen“ hingegen schon – insbesondere im Ingenieurswesen und im Gesundheitsbereich.

Eine Diskussionsrunde, moderiert von Dewezet-Chefredakteur Frank Werner, bestätigte diese Einschätzung. „Wir müssen viel Fantasie an den Tag legen, um manche Stellen zu besetzen“, berichtete etwa Claudia Beckert, Personalchefin der Aerzener Maschinenfabrik. Ein Jahr habe man gerade daran gearbeitet, einen potenziellen Neuzugang zu binden. „Und der hat noch nicht unterschrieben.“

Die Neubesetzungen dauern heute länger – und kosten mehr. Ursula Rose prägte das Bild für die Situation: „Es sitzen mehr Angler um den Goldfischteich“, stellte die Chefin der Agentur für Arbeit Hameln fest. Frage sei nun, was die Fische, an den Haken bringe. Langfristig reiche allein der Anreiz von „mehr Futter“, also einer besseren Bezahlung, nicht aus, so Rose. Familienfreundlichkeit oder Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelnen seien wichtige Faktoren. Lars Niggemeyer vom DGB Niedersachsen pochte zudem auf „vernünftige Arbeitsbedingungen“.

Dirk Pörtner, Geschäftsführer von Heye International in Obernkirchen, lenkte den Blick auf die Außendarstellung der Unternehmen, denn: „Im Goldfischteich gewinnt die Angel mit dem attraktivsten Wurm.“ Das gilt letztlich auch für das Weserbergland: „Wenn von einer Krisenregion oder einer sterbenden Region die Rede ist, macht das das Weserbergland nicht attraktiv.“ Attraktivität als Wirtschaftsstandort erreiche man jedoch nicht „durch Paddeltouren und Fahrradwege“: Straßen und Autobahnen müssten gebaut, Industriegebiete erschlossen werden.

Auf den Aspekt Zuwanderung richtete ein Interview mit Jeneeben Jesujeevagan den Blick. Der 21-Jährige mit Wurzeln in Sri Lanka hatte zwei Jahre lang eine Ausbildungsstelle in der Region gesucht. „Ich habe mich ständig verbessert und nur Absagen bekommen“, berichtete er. Er könne nicht in die Köpfe der Leute schauen, aber: „Da beginnt man sich schon zu fragen, warum.“ Heute wird der 21-Jährige bei Faurecia in Stadthagen zum Fachinformatiker ausgebildet. „Wir haben in Deutschland eine Kultur, Zuwanderer nicht als Gewinn zu sehen“, hatte Prof. Plünnecke bereits zuvor angemerkt.

Einhellig sprach sich die Runde für eine enge Zusammenarbeit in der Region aus. Am weitesten ging dabei letztlich Ursula Rose. Gefragt, ob ihre Arbeit, im Hinblick auf ihren großen Arbeitsamtsbezirk nicht einfacher wäre, wenn es nur ein Landkreis wäre, stand ein klares „Ja“.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?