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Mongol-Rallye: Kaum Probleme

Drei Viertel des Weges sind geschafft

BÜCKEBURG. Drei Viertel der Strecke sind geschafft: Nach ihrem Start von Schloss Bückeburg zur Mongol-Rallye am 17. Juli haben Donatus zu Schaumburg-Lippe und Mutter Lilly zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg 11 000 Kilometer des alles andere als leichten Weges bis zur mongolischen Hauptstadt Ulan Bator zurückgelegt.

veröffentlicht am 12.08.2017 um 07:55 Uhr

Irgendwo im Nirgendwo: Lilly und Donatus mit „Gisela“. Fotos: pr.
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Das Team „Subtitled“, seit Österreich durch Bordmechaniker Nikolaus Béry zum Trio ergänzt, durchquerte bislang die Staaten Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Iran, Turkmenistan und Usbekistan. Anfang dieser Woche erreichten die drei im „Gisela“ betitelten VW Polo dann Kasachstan.

Vielfältige Reise-Eindrücke und erstaunlich wenig Schwierigkeiten kennzeichneten den bisherigen Verlauf der Rallye. Unterwegs besuchte das Team mehrere Einrichtungen, die schon länger durch die Charity-Aktivitäten von Donatus und seiner Mutter gefördert werden: In Halberstadt machten die beiden Halt in einer Einrichtung der Hilfsorganisation „Save the children“, in der seit 2015 Flüchtlingskinder betreut werden. Im bulgarischen Pazardzhik besuchten sie eine Kinderhilfseinrichtung von Interhelp und Rotary Club, die schon vor einem Jahr beim Ultra-Marathon der beiden Station des Mutter-Sohn-Gespanns war, und im bosnischen Brcko folgte eine Stippvisite im „Save the children“-Betreuungszentrum zur Unterstützung von Roma-Kindern.

Rallye-Gefährt „Gisela“ verrichtete bislang überwiegend zuverlässig seinen Dienst, wenngleich bereits in Deutschland und Österreich nicht ganz so schnell wie erhofft. Zwei Tage verbrachte das Team in Istanbul, zur Erholung für die drei Fahrer und insbesondere für „Gisela“, um anschließend in die Weiten Ostasiens aufzubrechen.

Überwältigende Landschaftspanoramen erwarteten sie in der Ost-Türkei, allerdings auch eine Reifenpanne inklusive beschädigter Felge, die aber dank hilfsbereiter anatolischer Dorfbewohner schnell behoben werden konnte.

Zu einer Geduldsprobe entwickelten sich die intensiven Grenzkontrollen bei der Weiterfahrt in den Iran, wo sie mit zahlreichen Menschen, darunter auch andere Mongol-Rallye-Teams, für Stunden feststeckten. Um die Zeit zu überbrücken, spielten die Rallye-Piloten vor der Staatsgrenze eine Runde Cricket – und sorgten für eine veritable Schrecksekunde, als sie den Ball versehentlich auf die Raucherterrasse der iranischen Polizei schossen. Ein lachender Polizist brachte allerdings später den Ball zurück.

In Teheran war das Team „Subtitled“ zu Gast beim Schwager einer österreichischen Freundin, der sie (als Iraner) in perfektem Steirisch empfing und bestens bewirtete. Absolut beeindruckt zeigten sich Donatus, Lilly und Nikolaus Béry von der Modernität der iranischen Hauptstadt. Sie sei einer europäischen Metropole absolut vergleichbar, so ihr Bericht. Kaum zu vergleichen waren indes die Spritpreise: Für eine Tankfüllung zahlte das Team an einer iranischen Tankstelle umgerechnet 10,20 Euro – was für traumhafte Verhältnisse aus Sicht eines deutschen Autofahrers!

Gigantische Monumente, imposante Kuppeln und traumhafte Paläste erwarteten die Rallye-Fahrer in Aschgabat, der Hauptstadt Turkmenistans. „Als wären wir in einer Kulisse für ‚Star Wars’ gelandet“, so Donatus. Als noch beeindruckender erwies sich das „Höllenloch von Darvaza“, ein 20 Meter tiefer und über 70 Meter breiter Krater in der Wüste Karakum, in dem seit mehr als 40 Jahren Methangas brennt. Das schaurig-schöne Flammeninferno wurde 1971 von sowjetischen Geologen verursacht, die bei der Suche nach Öl auf eine unterirdische Gasblase stießen und glaubten, deren Inhalt innerhalb weniger Tage verbrennen zu können. Eine Fehleinschätzung, die dazu führte, dass der Flammenkrater von Darvaza noch heute in ungebrochener Kraft lodert.

Eine wild ausschauende Schar von Turkmenen auf Motorrädern erwies sich dabei nicht nur als äußerst hilfreich, um die vertrackte Route zu dem „Höllenloch“ zu finden, sie zeigten den Rallye-Fahrern auch den entscheidenden Trick, um die schwierige Fahrt über die Wüstendünen zu bewältigen. Donatus: „Einfach die Luft aus den Reifen lassen – hinterher ist man immer schlauer.“

Als wenig komfortabel erwiesen sich die Straßen in Turkmenistan, auf denen die treue „Gisela“ nur mit 30 Sachen vorankam. Über Usbekistan erreichte das Team Kasachstan, wo sich zu ihrer Überraschung die Straßenverhältnisse als fast europäisch darstellten – was allerdings dadurch zu erklären ist, dass zahlreiche Autobahnen in der Vergangenheit von deutschen Firmen gebaut wurden. Auch die Netzverbindungen ihrer Smartphones funktionierten auf einmal wieder deutlich besser.

Doch spätestens nach Erreichen Sibiriens dürften solche Annehmlichkeiten für Donatus, Lilly, Nikolaus und „Gisela“ der Vergangenheit angehören: Es wartet der mit Abstand beschwerlichste Teil ihres Weges nach Ulan Bator.

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