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Niedersachsen plante vor 50 Jahren Straßenausbau / 1979 kam das Aus

Drei Autobahnen fürs Weserbergland

WESERBERGLAND. Fast wäre es zu dem Bau von zwei Autobahnen gekommen, mit dem das Weserbergland an das Fernstraßennetz angeschlossen worden wäre. Wenn es in den 70er Jahren nicht ein Umdenken der Politik gegeben hätte.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 18:21 Uhr
aktualisiert am 25.04.2019 um 20:10 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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„Achtung Autofahrer: Drei Kilometer Stau auf der A 35 in Fahrtrichtung Bad Harzburg kurz vor dem Autobahnkreuz Hameln.“ Diese Verkehrsnachricht ist im NDR sicherlich nicht zu hören. Dennoch: Fast wäre es zu dem Bau von zwei Autobahnen gekommen, mit dem das Weserbergland an das Fernstraßennetz angeschlossen worden wäre. Wenn es in den 70er Jahren nicht ein Umdenken der Politik gegeben hätte.

Ein im März 1969 beschlossenes Landesraumordnungs-Programm stellte den „verbindlichen“ Rahmen für die Entwicklungskonzeption des Landes Niedersachsen bis zum Jahr 2000 vor. Darin unter anderem enthalten: der Bau einer Autobahn im Raum Lippe– Hameln–Seesen–Nordharz (A 106, später A 36 genannt), einer A 35 zwischen Hameln und dem Kreuz Herrenhausen bei Hannover sowie die Verlängerung der A 30 von Bad Oeynhausen über Stadthagen in Richtung Hannover.

Aus dem Weserbergland auf dem schnellsten Weg in den Harz. Zudem eine direkte Autobahnverbindung zur A 7 in Richtung Süden: Heute immer noch ein Traum für Autofahrer, Industrie und Handel. Nicht nur das: Die Kurstädte Bad Münder und Bad Pyrmont wären durch eine Autobahn direkt verbunden. Um die beiden Autobahnen zu verbinden, war bei Hastenbeck und Tündern der Bau eines Autobahnkreuzes geplant.

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Der ungefähre Streckenverlauf der vor 50 Jahren geplanten Autobahnen. Grafik: jöh

„Das Weserbergland kann ein garstig Lied singen von den unzulänglichen Verkehrsverbindungen. Umso erfreuter sind wir über die erkennbare Absicht, die Verkehrssituation im Weserbergland zu verbessern“, stand am 26. April 1969 in der Dewezet, in der über die Planungen berichtet wurde. Die Vorhaben resultierten aus dem sogenannten „Leber-Plan“, weiß Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Damals galt das Motto: „Jeder soll in kürzester Zeit auf der nächsten Autobahn sein.“ Bis 1969 hatte das Straßenbauamt unter der Leitung von Baurat Richard Dempewolf noch ausgiebig an vierspurigen Ausbauten von Bundesstraßen gearbeitet. Und dann dieser Paukenschlag. „Alle Bundesstraßenausbauplanungen wurden gestoppt“, sagt Brockmann.

Zehn Jahre später kam der Rückzieher. Erste Momente eines verkehrspolitischen Umdenkens nahmen mit der Ölkrise ihren Anfang. Die Politik schwang um. Die Zeit, in der weitere Autobahnen geplant wurden, endete Ende der 70er Jahre. 1979 hieß es dann: 490 Kilometer Autobahnen werden in Niedersachsen nicht gebaut. Darunter befanden sich auch die A 35 und A 36 sowie das A-30-Teilstück. „Die Ortsumgehung Stadthagen ist quasi das einzige Stück mit Autobahnquerschnitt, das in dieser Zeit tatsächlich in die Realität umgesetzt wurde“, erzählt der Behördenleiter. Planungen von Bundesstraßenausbauten, die ein Jahrzehnt in den Schubladen verschwunden waren, wurden wieder hervorgekramt.



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